Archiv
Euro stabil trotz schwacher deutscher Konjunkturdaten

Trotz schwacher deutscher Konjunkturdaten ist der Euro am Montag nur knapp unter seinem Kursniveau vom vergangenen Freitag gependelt. Der Euro gab nach den überraschend schwachen Auftragseingängen der deutschen Industrie im März nicht nach, obwohl Analysten dies zuvor erwartet hatten.

Reuters FRANKFURT. Die Gemeinschaftswährung pendelte in engen Bahnen um 0,8920 $ nach rund 0,8940 $ am Freitagabend in New York. Händlern zufolge wird der Euro bis zur Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank am Donnerstag weiter seitwärts tendieren. Über 90 US-Cent werde der Euro nicht steigen können, da Spekulationen auf eine konjunkturstützende weitere Leitzinssenkung in den USA den Dollar stärkten.

Im Referenzkursverfahren öffentlicher Banken wurde der Euro mit 0,8893 $ nach 0,8917 $ am Freitag ermittelt. Der Dollar verbilligte sich damit leicht auf 2,1919 (2,1934) DM. Zur japanischen Valuta betrug der Referenzwert des Euro 107,97 Yen nach 108,29 Yen am Freitag. Der Yen notierte zum Dollar mit 121,21/26 Yen etwas fester, da der neue Ministerpräsident Junichiro Koizumi mit den Reformversprechen in seiner Antrittsrede für Optimismus am Devisenmarkt sorgte. Gegen 14.00 Uhr MESZ kostete ein Euro 0,8921/23 $ nach einer New Yorker Schlussnotiz am Freitag von 0,8936/41 $.

Der Euro reagierte weder auf die deutschen Daten zu den Industrie-Aufträgen noch auf die Erzeugerpreise in der Euro-Zone im März. Die Auftragseingänge im deutschen Verarbeitenden Gewerbe sind im März nach Angaben des Bundesfinanzministeriums insbesondere wegen der rückläufigen Auslandsbestellungen nach vorläufigen Berechnungen preis- und saisonbereinigt um 4,4 Prozent zum Vormonat gesunken. Analysten hatten im Durchschnitt mit einem Orderrückgang von nur 0,4 Prozent gerechnet. Die März-Erzeugerpreise in der Euro-Zone legten um 4,1 Prozent zum Vorjahr den Prognosen von Volkswirten entsprechend zu.

Bis zur Ratssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag wird sich der Euro Händlern zufolge in einer Spanne von 0,8850 $ bis knapp unter 0,90 $ bewegen. Die 90-Cent-Marke bleibe aber weiter unerreichbar, nachdem der Euro bereits am Freitag nach den schwachen US-Arbeitsmarktdaten an dieser Schwelle gescheitert war. "Ein Grund dafür dürfte sein, dass die US-Aktienmärkte sich nicht durch die schlechten Konjunkturdaten die Laune verderben ließen und positiv schlossen", hieß es in einem Kommentar von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Furcht vor einer Rezession in den USA

Der unerwartete Anstieg der Arbeitslosenquote auf 4,5 Prozent im April hatte zwar die Furcht vor einer Rezession in den USA geweckt, zugleich auf die Aussichten auf eine weitere kräftige Zinssenkung verstärkt. Dies hatte US-Aktien und $ gestützt. An den Finanzmärkten wird nun mit einer Senkung des Zielsatzes für Tagesgeld um 50 Basispunkte beim nächsten regulären FOMC-Treffen am 15. Mai gerechnet. Einer Reuters-Umfrage zufolge erwarten 24 von insgesamt 25 befragten Primärhändlern einen solchen Schritt. Die Fed hatte in diesem Jahr bereits vier Mal den Schlüsselzins um insgesamt 200 Basispunkte auf nunmehr 4,5 Prozent heruntergesetzt.

Der Dollar verlor zum Yen nach der Antrittsrede des japanischen Ministerpräsidenten Junichiro Koizumi und notierte zuletzt bei 121,15 Yen nach 121,31 Yen am Freitagabend in New York. Koizumi erklärte erneut seine Bereitschaft zu Reformen des angeschlagenen Wirtschafts- und Bankensystems in Japan, will aber auf eine Ausweitung der Staatsverschuldung für Konjunkturprogramme verzichten. "Die Hoffnung, dass Koizumi die Reformen durchsetzt, helfen dem Yen insbesondere durch ausländische Investitionen in japanische Aktien", sagte Teis Knuthsen von der SEB Merchant Bank. Der Euro verbilligte sich zum Yen um einen halben Prozentpunkt auf rund 108 Yen nach einer Schlussnotiz am Freitag in New York bei 108,52 Yen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%