Euro steigt auf Zwei-Wochenhoch
Euro-Hoch: Dem Dollar drohen weitere Kursverluste

Schwindende Zuversicht über eine baldige Konjunkturerholung in den USA haben den Euro am Donnerstag erneut auf ein Zwei-Wochenhochs gegen den Dollar gehoben.

rtr FRANKFURT. Die drohende Pleite des US-Energieriesen Enron verstärke die schlechte Stimmung beim Dollar, nachdem erst am Mittwochabend die US-Notenbank Fed vor weiteren Abwärtsrisiken für die weltgrößte Volkswirtschaft gewarnt hatte. "Nach den schlechten Daten dieser Woche werden die Erwartungen einer wirtschaftlichen Erholung in den USA neu bewertet", sagte Mitul Kotecha, Chef des Devisenresearch bei Credit Agricole Indosuez in London.

Gegen 11.30 Uhr MEZ kostete die Gemeinschaftswährung 0,8886/90 Dollar nach einem New Yorker Vorabendschluss von 0,8880/85 Dollar und einem wenige Minuten zuvor verzeichneten Hoch von 0,8894 Dollar.

Nach dem Scheitern der Übernahme des US-Energieriesen Enron - jüngst noch in der Fortune-500-Liste als siebtgrößte US-Firma geführt - durch den Wettbewerber Dynegy zeichnet sich einer der größten Firmenzusammenbrüche der US-Geschichte ab. Der Aktienkurs des Unternehmens war am Mittwoch an der Wall Street um rund 85 % auf 0,61 Dollar abgestürzt. "Ich denke, der Markt hat die drohende Gefahr (durch Enron) noch nicht vollständig verdaut. Der Dollar würde deutlicher getroffen, wenn das Enron-Problem noch mehr Druck auf die Aktienkurse in den USA ausübt", sagte ein japanischer Fundmanager.

Warten auf Beige Book der Fed

In dem mit Spannung erwarteten Beige Book der Fed hatte es am Mittwochabend geheißen, in den meisten Regionen der USA seien mehr Anzeichen für eine weitere Abschwächung als für eine Erholung festzustellen. "Die Leute sind sich nunmehr über die Abwärtsrisiken bewusst und werden wahrscheinlich genau auf Hinweise der Fed zu Zinssenkungen aufpassen", sagte Razia Khan von Standard Chartered.

Nach Einschätzung der Commerzbank drohen dem Dollar bei einem weiteren Stimmungsumschwung deutliche Kursverluste. Weil die Marktteilnehmer erstmals seit Mitte Juni insgesamt short in Euro positioniert seien, sei das Potenzial für Dollar-Gewinne begrenzt. "Gleichzeitig steigen die Rückschlagsrisiken, sollten die Erwartungen hinsichtliche einer Konjunkturerholung in den Vereinigten Staaten enttäuscht werden", schrieb Commerzbank-Devisenanalyst Analyst Carsten Fritsch in einem Marktkommentar.



Neue Aufschlüsse über den Zustand der US-Wirtschaft versprechen sich die Analysten von den US-Arbeitsmarktdaten am Nachmittag. Experten erwarten im Schnitt einen Anstieg auf 448 000 von 427 000 Neuanträgen in der Vorwoche.

Der Dollar kostete 123,17/19 Yen nach 123,09/17 Yen am Vorabend in New York. Weder eine schwächere Industrieproduktion noch eine unveränderte Geldpolitik der japanischen Notenbank beeindruckten den Devisenmarkt. Wirtschaftsminister Heizo Takenaka fügte dem Yen leichte Kursverluste mit der Äußerung zu, die japanische Notenbank solle den Kauf ausländischer Anleihen als Teil ihrer Geldmarktpolitik erwägen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%