Euro steigt deutlich an
Dax schließt trotz Zinssenkung im Minus

Unbeeindruckt von der Leitzinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) hat das Börsenbarometer Dax am Donnerstag in der Verlustzone geschlossen. Weniger die von vielen Marktteilnehmern erwartete Zinssenkung um 0,50 Prozentpunkte, als vielmehr die schlechten US-Arbeitsmarktdaten hätten den Dax am Nachmittag belastet, sagten Händler. Das Börsenbarometer Dax verlor 1,31 Prozent auf 3 039,76 Punkte. Der MDax zog dagegen um 0,67 Prozent auf 3 454,37 Zähler an, während der TecDax um 0,39 Prozent auf 419,28 Zähler nachgab.

HB/dpa FRANKFURT/M. "Wir hatten nach der Zinssenkung kaum eine Reaktion an den Märkten", sagte ein Münchner Händler. Am Aktienmarkt mache sich nach dem Beschluss der EZB Ernüchterung breit und nach dem Anstieg des Dax im Vorgriff auf die Senkung sackten Anleger Kursgewinne ein.

"Was die Leute zusätzlich bewegt hat, Gewinne mitzunehmen, waren auch die schlechten Arbeitsmarktdaten aus den USA", sagte er. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Leitzins am Donnerstag erwartungsgemäß auf den niedrigsten Stand seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges gesenkt. Der wichtigste Leitzins für die Eurozone sei um 0,50 Prozentpunkte auf 2,0 Prozent reduziert worden. Zuletzt hatte die EZB am 6. März ihren Leitzins um 0,25 Prozentpunkte gesenkt.

Die Aktien von MAN gerieten nach dem Beschluss über die Dividendenzahlung vom Vortag unter Druck. Sie gaben um 4,75 Prozent auf 14,05 Euro nach und waren damit der schwächste Wert im Dax. "Zudem war der Ausblick, den der Konzern am Vortag für das Gesamtjahr gegeben hat, sehr vorsichtig", sagte Analyst Hans-Peter Müller vom Bankhaus Metzler.

Abgesehen von der Deutschen Bank bildeten Finanzaktien die stärksten Werte im Dax. Die Hypo-Vereinsbank knüpften mit einem Plus von 3,58 Prozent auf 14,16 Euro an ihre Vortagesgewinne an. Commerzbank zogen um 1,74 Prozent auf 10,50 Euro an. Die Zinssenkung stützte laut Händlern die Finanzwerte. Mit den niedrigen Zinsen werde die Kreditvergabe für die Banken günstiger.

Die Technologieaktien kamen durch Äußerungen namhafter Investmenthäuser in Bewegung: Die Aktien von Infineon stiegen nach freundlichen Kommentaren um 3,94 Prozent auf 8,44 Euro. SAP-Papiere verloren dagegen nach negativen Äußerungen 2,64 Prozent auf 98,42 Euro. Dennoch waren die Papiere weiterhin der teuerste Dax-Wert und die einzige Aktie im Index, die im Handelsverlauf wieder mehr als 100 Euro kostete.

In Europa büßte der EuroStoxx50 1,21 Prozent auf 2.365,76 Punkte ein. Leichter präsentierte sich auch der Dow Jones mit einem Abschlag von 0,55 Prozent auf 8.989,54 Punkte. An der technologieorientierten Nasdaq verlor der Nasdaq Composite 0,28 Prozent auf 1.630,01 Punkte.

Allianz-Aktien büßten 2,77 Prozent auf 66,80 Euro ein. Wenn der Indexanbieter Dow Jones Global Indexes nach Börsenschluss in den USA die Karten für den DJ Global Titans 50 Index neu mischt, wird die Allianz wahrscheinlich nicht mehr vertreten sein.

Am Rentenmarkt fiel der Rex um 0,25 Prozent auf 120,76 Punkte. Der Bund Future gewann 0,3 Prozent auf 118,81 Zähler. Die Umlaufrendite stieg auf 3,40 (Mittwoch: 3,35) Prozent. Trotz der deutlichen Zinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) stieg der Euro am Donnerstagabend bis auf 1,1855. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1775 (Mittwoch: 1,1691) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8493 (0,8554) Euro.

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