Euro steigt erstmals seit Juli wieder über 1,01 Dollar
Euro legt gegenüber dem Dollar weiter zu

Der Euro ist am Freitag erstmals seit mehr als drei Monaten über die Marke von 1,01 Dollar gestiegen. Die US-Währung wurde Händlern zufolge von einem Rückzug der Investoren aus den im Vergleich zu Europa niedriger verzinsten US-Anleihen belastet.

Reuters NEW YORK. Im frühen New Yorker Handel notierte der Euro mit 1,0095 Dollar etwas unter dem EZB-Referenzkurs von 1,0107 (Vortag 1,0013) Dollar. In der Spitze war er im europäischen Geschäft bis auf 1,0128 Dollar gestiegen und damit auf den höchsten Stand seit Juli. Im Referenzkursverfahren der Banken war die Gemeinschaftswährung mit 1,0111 (1,0019) Dollar ermittelt worden. Auch zur japanischen Währung gab der Dollar etwas nach auf Kurse um 120,42 Yen und lag damit nur knapp über der Marke von 120 Yen, ab der einige Analysten Dollar-Stützungskäufe der japanischen Währungshüter erwarten.

"Nach der aggressiven Zinssenkung der (US-Notenbank) Fed gibt es Befürchtungen, die US-Wirtschaft könnte in einer schlechteren Verfassung sein als zuletzt angenommen", sagte Ian Stannard, Währungsstratege bei BNP Paribas. "Außerdem sind Zinsunterschiede wichtiger geworden, seit sich die Aufmerksamkeit der Märkte von den Aktien auf die Anleihen gewendet hat", fügte er hinzu. Die Investoren suchten daher verstärkt nach besseren Renditen außerhalb der USA. "Die Stimmung hat sich im großen Umfang gegen den Dollar gekehrt", sagte Jesper Dannesboe, Devisenstratege bei Dresdner Kleinwort Wasserstein. Bevor die US-Wirtschaft nicht wieder kräftig in Fahrt komme, seien keine größeren Kapitalzuflüsse in die USA zu erwarten, warnten Händler.

Die Fed hatte am Mittwochabend den US-Schlüsselzins überraschend deutlich um 50 Basispunkte auf 1,25 Prozent gesenkt. Dessen ungeachtet hatten am Tag darauf die Europäische Zentralbank (EZB) und die Bank von England die Leitzinsen unverändert gelassen. Alexandra Bechtel von der Commerzbank bezeichnete es in einem Marktkommentar als gutes Zeichen für den Euro, dass dieser sich trotz der abwartenden Haltung der EZB über der Parität zum Dollar gehalten hat.

Ein weiterer Kursverfall der US-Währung zum Yen könnte nach Einschätzung von Händlern die japanischen Währungshüter zu einer Intervention zu Gunsten des Dollar veranlassen. Dabei gilt ein Dollar-Kurs von 120 Yen als kritische Marke. "Die Wahrscheinlichkeit eines Markteingriffs ist eindeutig gestiegen", sagte Derek Halpenny von der Bank of Tokyo-Mitsubishi.

In Japan wird befürchtet, dass ein zu starker Yen das Wachstum der Ausfuhren und damit eine exportgetriebene wirtschaftliche Erholung bremsen könnte. Das japanische Finanzministerium teilte mit, im dritten Quartal keine Eingriffe am Devisenmarkt vorgenommen zu haben. Im Zeitraum von April bis Juni hatte Japan Yen-Bestände im Wert von mehr als vier Billionen Yen (rund 32 Milliarden Euro) verkauft, um einem weiteren Kursanstieg der Landeswährung entgegenzuwirken.

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