Euro steigt vorübergehend um mehr als einen US-Cent
Unsicherheit über Greenspans Zins-Kurs belastet den Dollar

Ein weiterer Rückgang des US-Verbrauchervertrauens sowie unterschiedliche Erwartungen hinsichtlich der Geldpolitik der US-Notenbank Fed haben den Euro am Dienstag in der Spitze um etwas mehr als 0,92 Dollar steigen lassen.

Reuters/dj/blo/hil HB DÜSSELDORF. Damit lag die Europäische Gemeinschaftswährung um gut 1 Cent über dem Schlusskurs vom Montag. Später bröckelten die Gewinne des Euros jedoch wieder um gut die Hälfte ab. Am Abend kostete ein Euro 0,9155 Dollar nach 0,9109 am Montag. Einige Händler erklärten, dass Äußerungen von Fed-Mitglied Robert McTeer die Chance für eine Zinssenkung vor dem regulären Treffen der Fed am 20. März verringert hätten. Dies habe die Gewinne des Euros im Tagesverlauf schmelzen lassen.

McTeer hatte darauf hingewiesen, dass die Fed Zinsentscheidungen vorzugsweise auf ihren turnusmäßigen Sitzungen treffe. Andere Marktbeobachter hielten es dagegen für möglich, dass die Fed ihre Geldpolitik noch am Dienstag lockern werde. Als Beleg wurde die Meldung angeführt, Fed-Chef Alan Greenspan habe das Manuskript für seine heutige Rede vor dem amerikanischen Kongress kurzfristig verändert. Nach der Meinung von Händlern steht zu befürchten, dass Greenspan sich pessimistischer äußern wird als bei seiner vorangegangenen Rede vom 13. Februar. Ein Gerücht, wonach der Fed-Präsident zurücktreten werde, wurde am Markt zwar nicht besonders ernst genommen, wirkte sich Händlern zufolge dennoch als zusätzlich belastend auf den US-Dollar aus.

Die Europäische Zentralbank (EZB) legte den Referenzkurs des Euros mit 0,9145 (Montag: 0,9084) US-Dollar fest. Zur japanischen Währung wurde der Euro mit 106,19 (105,68) Yen ermittelt. Der Conference Board Index für Verbrauchervertrauen in den USA fiel deutlich stärker als prognostiziert. Mit 106,8 Punkten hat das Vertrauen der Konsumenten im Februar den niedrigsten Stand seit Juni 1996 erreicht.

Auftrieb bekam der Euro zudem von der Bekanntgabe der US-Auftragseingänge für langlebige Güter. Die Auftragszahlen fielen nach Angaben des amerikanischen Handelsministeriums im Januar um 6 % auf 202 Mrd. US-Dollar. Dies ist der niedrigste Stand seit anderthalb Jahren. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Volkswirte hatten lediglich einen Rückgang um 3,0 % erwartet. Die Zahlen zeigten, dass sich das produzierende Gewerbe "weiter in einem rezessionsartigen Zustand" befinde, sagte Raymond Stone, Direktor bei Stone & McCarty Research Associates.

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