Euro-Stoxx-50-Index gesunken
Technologiewerte unter Druck

Die europäischen Börsen haben in Erwartung weiterer Kursrückgänge an der Wall Street schwächer tendiert.

Reuters DÜSSELDORF. Händler sagten, die US-Indexfutures deuteten auf weitere Verluste am New Yorker Aktienmarkt hin. Am Freitag war der Dow-Jones-Index 30 führender Industriewerte bei neuen Gewinnwarnungen und wachsenden Zinserhöhungsängsten um 1,2 % auf 10 596,54 Zähler gesunken. Der technologielastige Nasdaq-Composite-Index brach sogar um 3,20 % auf 3361,01 Zähler ein.

Vor allem TMT- (Technologie-, Medien- und Telekommunikation) und Bankenwerte standen Händlern zufolge an den europäischen Börsen unter Druck. Der Stoxx-50-Index für die größten Unternehmen aus der EU und der Schweiz lag gegen Mittag um 1,60 % tiefer auf 4778 Zählern, der Euro-Stoxx-50-Index für die Blue Chips aus der Europäischen Währungsunion (EWU) fiel um 1,66 % auf 4876 Punkte.

London: FTSE-Index fiel um 100 Punkte

An der Londoner Börse fiel der FTSE-100-Index um 100 Punkte oder 1,57 % auf 6291 Punkte. Für diesen starken Rückgang seien vor allem Indexschwergewicht Vodafone und Bankentitel verantwortlich gewesen, sagten Händler. Vodafone verbilligten sich um 2,8 %. Am Wochenende hatten Zeitungen berichtet, Vodafone wolle die Mobilfunktochter der irischen Telekomgruppe eircom übernehmen. Bei Bankenwerten gaben HSBC um 3,1 %, Barclays um 3,6 % und Bank of Scotland um 3,2 % nach. Als Grund für die Schwäche des Sektors nannten Händler Zinsängste.

Zürich: Von schwachen Finanzwerten belastet

Deutliche Abgaben bei den Finanzwerten haben die Schweizer Börse belastet. Händler sagten, die schwachen Vorgaben der US-Finanzwerte, die nach der Veröffentlichung von Gewinnwarnungen am Freitag und allgemeinen Zinsängsten unter Druck geraten waren, hätten auch den Markt in der Schweiz belastet. Der SMI-Index fiel um ein Prozent auf 7836 Punkten. Bei den Finanzwerten musste vor allem die CS Group mit einem Minus von 3,75 % Federn lassen. UBS verloren 2,7 %. Ohne Kursauswirkung blieb die Ankündigung der Swatch Group, sie habe die sächsische Glashütter Uhrenbetriebe gekauft. Swatch machte keine Angaben zum Übernahmepreise. Die Inhabertitel verloren 0,6 % auf 2485 sfr und die Namentitel gaben 0,59 % auf 505 sfr nach.

Paris: CAC-Index schwächer

An der Pariser Börse fiel der CAC-Index für die 40 größten Unternehmen bis gegen Mittag um 1,56 % auf 6160 Zähler. Zinsängste, die hohen Ölpreise und der schwache Euro hätten die Verkaufsneigung der Investoren verstärkt, sagten Händler. Wenn es gut laufe, dann werde der Index nur bis auf 6000 Punkte sinken. Im schlimmsten Fall müsse aber kurzfristig mit einem Indexrückgang bis auf 5500 Punkte gerechnet werden, hieß es im Handel weiter. Entgegen des allgemeinen Trends konnten Equant um vier Prozent zulegen. Händler sagten, Grund dafür seien Übernahmegerüchte gewesen. Die Zeitung "Figaro" hatte am Wochenende berichtet, France Telecom wolle für Equant bieten.

Mailand: Technologiewerte drücken Index

Die Mailänder Börse hat sich bei deutlichen Verlusten im Technologiesektor schwächer präsentiert. Der MIB30-Index notierte gegen Mittag um 0,75 % niedriger auf 44 977 Zählern. Der Internet-Provider Tiscali verloren mehr als sechs Prozent, nachdem das Unternehmen zu Zeitungsberichten über Übernahmevorhaben in Frankreich keine Stellung nehmen wollte. ENEL fielen um 1,3 %. Der Markt bereite sich auf die (noch nicht offiziell bestätigte) Übernahme der Vodafone-Tochter Infostrada durch ENEL vor, sagten Händler.

Madrid: Terra führt Verlierer an

An der Börse in Madrid fiel der Ibex-Index um 1,75 % auf 10,955 Punkte. Die Verlierer wurden Händlern zufolge von der Internet-Gesellschaft Terra angeführt. Terra fielen um knapp drei Prozent, nachdem die U.S. Terra an der Wall Street am Freitag mit einem Minus von 15 % geschlossen hatte. Terra-Muttergesellschaft Telefonica verbilligten sich im Einklang mit dem allgemeinen Trend um 1,8 %. Im Energiesektor standen Händlern zufolge Übernahmespekulationen im Mittelpunkt. Zeitungen hatten am Wochenende berichtet, dass der Stromversorger Endesa das Konkurrenzunternehmen Iberdrola aufkaufen wolle. Iberdrole legten um 2,2 % zu, während Endesa um 1,5 % fielen.

Amsterdam: UPC im Mittelpunkt

An einer schwächeren Amsterdamer Börse lag am Vormittag die Aktie des TV-Kabelnetzbetreibers UPC im Mittelpunkt, nachdem das Unternehmen "freundliche Gespräche" mit der Deutschen Bank über den Kauf von Telecolumbus bestätigt hatte. In Medienberichten hatte es am Wochenende geheißen, UPC würde für den deutschen Kabelzetzbetreiber mindestens 1,3 Mrd. $ zahlen. UPC fielen bis Mittag um mehr als sieben Prozent. Der AEX-Index lag um 1,3 % niedriger auf 656 Punkten. Zu den größten Verlierern gehörten auch Fortis mit einem Minus von 4,8 %. Die Finanzgruppe hatte zuvor mitgeteilt, sie wolle die Versicherung ASR für 4,1 Mrd. Euro kaufen.

Wien: ATX fiel um 1,3 %

Die Wiener Börse folgte den negativen Vorgaben in Europa. Gegen Mittag lag der ATX mit 1145 Punkten um 1,3 % im Minus. VA Tech fielen im frühen Handel auf ein neues Jahrestief von 51,75, notierten zuletzt aber bei 52 (54,10) Euro. VA Tech seien wegen des Aufschubes des Börseganges unter Druck, sagte ein Händler. Der Markt habe damit gerechnet, dass noch in diesem Jahr Gewinne aus dem Aktienverkauf fließen würden. VA Tech wollten drei Mill. Stück alte Aktien verkaufen. Bei einem Preisband von 17 bis 21 Euro wären der VA Tech etwa 60 Mill. Euro zugeflossen. Schwächer zeigten sich auch BWT mit 34 (35,50) Euro, was von Händlern auf Gewinnmitnahmen zurückgeführt wird.

Brüssel: Fortis drückt Index nach unten

In Brüssel fiel der Bel20-Index am Vormittag um 1,37 % auf 3018 Punkte. Zu diesem Rückgang hätten vor allem die starksten Verluste beim Indexschwergewicht Fortis beigetragen, sagten Händler. Fortis fielen um sieben Prozent, nachden die Finanzgruppe die Übernahme der niederländischen Versicherung ASR für 4,1 Mrd. Euro angekündigt hatte. Für den Kauf von ASR will Fortis nach eigenen Angaben 93 Mill. neue Aktien ausgeben.

Stockholm: Schwächer

An der Stockholmer Börse fiel der OMX-Index bis gegen Mittag um 1,88 % 1202 Punkte. Größere Verluste verzeichneten in Folge der neuesten Abwärtsbewegung an der US-Technologiebörse Nasdaq Ericsson und Nokia mit minus 2,6 und mit minus 4., Prozent. OM Gruppen fielen um drei Prozent. Eine britische Zeitung hatte zuvor berichtet, der Börsenbetreiber sei bereit, seine Übernahmeangebot für die Londoner Börse zu erhöhen.

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