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Euro tendiert vor Bargeldeinführung fester

Wenige Stunden vor der Einführung des neuen Geldes hat der Euro bei dünnen Umsätzen etwas fester tendiert.

rtr FRANKFURT. Der Euro hat am Montagnachmittag unmittelbar vor der Einführung des Euro-Bargeldes am 1. Januar 2002 bei dünnen Umsätzen gegenüber dem Dollar fester bei 0,8900 Dollar tendiert. Der bevorstehende Währungswechsel habe einige Unterstützung gewährt, sagten Händler. Hinzu kämen Zweifel über die Intensität der erwarteten Erholung der US-Konjunktur. Das Geschäft werde aber hauptsächlich von Positionsbereinigungen bestimmt. Anhaltende Unsicherheit über die Amtsdauer von EZB-Präsident Wim Duisenberg belasteten den Euro aber mittelfristig, sagten Analysten.

Am Montagnachmittag tendierte der Euro bei 0,8900 Dollar, am Freitag hatte die Gemeinschaftswährung den US-Handel bei 0,8839 Dollar je Euro beendet. Im Jahresvergleich beendete der Euro 2001 allerdings sechs Prozent im Minus. Gegenüber japanischen Währung lag der Euro unterdessen ebenfalls höher bei 116,79 Yen und markierte damit ein Zwei-Jahres-Hoch.

"Viele Märkte haben eine ziemlich deutliche Erholung (der Konjunktur) in den USA eingepreist. Wir werden diese Hypothese an den Dezember- und Januar-Daten überprüfen", sagte die Devisen-Ökonomin Anne Parker Mills von Brown Brothers Harriman. Besonderes Augenmerk richte der Markt auf die Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten am Freitag, hieß es. Insgesamt rechnen die Experten mit einer Belebung der Devisenmärkte nach dem Jahreswechsel. Die Anleger würden nach Monaten der Zurückhaltung voraussichtlich wieder mehr Risiken eingehen.

Devisenanalyst Steve Barrow von Bear Sterns rechnet eigenen Angaben zufolge auf Grund der langen Vorbereitungszeit mit einem reibungslosen Währungswechsel. Außerdem könne die Einführung des Euro-Bargeldes dem Euro-Wechselkurs zu einem relativ guten Start ins Jahr 2002 verhelfen.

Andere Marktteilnehmer sagten mit Blick auf die anhaltenden Unsicherheiten in Bezug auf den Termin des Ausscheidens des EZB-Präsidenten, diese Frage könne den Euro in den kommenden Monaten belasten. Duisenberg hatte am Montag Aussagen vom Wochenende bekräftigt, denen zufolge er noch mindestens ein weiteres Jahr im Amt bleiben wolle. Er fügte gleichzeitig hinzu, dass er auf Grund seines Alters (66) voraussichtlich nicht die volle Amtszeit bis 2006 ausschöpfen werde. EU-Kommissionspräsident Romano Prodi sagte unterdessen, er rechne mit einer einvernehmlichen Lösung in der Frage des Wechsels an der EZB-Spitze. Auf dem EU-Gipfel in Brüssel im Mai 1998 soll Duisenberg auf Drängen Frankreichs, das ebenfalls den Präsidenten stellen wollte, zugesagt haben, nach der Hälfte der achtjährigen Amtszeit aufzuhören. Duisenberg hat dies niemals offiziell bestätigt.

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