Euro und Anleihen legen nach Explosionen in USA zu
Panikartige Verkäufe von Dollarbeständen

Euro, Goldpreise und Anleihen gewinnen nach den Anschlägen in den USA. Der Euro stieg zwischenzeitlich um bis zu einen Cent auf über 0,91 Dollar.

rtr/dpa/afx NEW YORK/FRANKFURT.

Nach den Anschlägen auf das New Yorker World Trade Center und das US-Verteidigungsministerium haben Anleger Händlern zufolge panikartig Dollarbestände verkauft. Der Euro stieg zwischenzeitlich um bis zu einen Cent auf über 0,91 Dollar. Vor den Anschlägen hatte die Gemeinschaftswährung noch weit unter der 90 US-Cent-Marke notiert. Händler zeigten sich ratlos. "Der Handel ist momentan völlig irrational", sagte ein Händler. Nur Panik beherrsche das Geschäft. "Wir können die Folgen dieser Katastrophe nicht einschätzen", sagte ein Händler. Nie zuvor habe es einen vergleichbaren Fall gegeben.

Gegen 16.30 Uhr MESZ notierte der Euro mit 0,9044/46 Dollar, nachdem dieser im Referenzkursverfahren EuroFX mit 0,8963 Dollar festgesetzt worden war. Es herrsche große Verwirrung bei den Anlegern, sagte Ulrich Wortberg, Analyst bei der DG Bank. Einerseits ereigne sich die Katastrophe in den USA und veranlasse die Anleger, aus der Währung zu flüchten. Auf der anderen Seite gelte gerade der Dollar als Währung in Krisenzeiten. "Zuerst muss es mehr Klarheit über die Lage geben, in der wir uns jetzt befinden", sagte ein anderer Händler. Erst dann könne Ruhe in den Markt einkehren.

Der Kurs der zweijährigen Bundesschätze stieg auf ein 22-Monatshoch, die Rendite sackte zwischenzeitlich um mehr als 17 Basispunkte ab. Grund für die Gewinne waren Händlern zufolge die deutlichen Verluste der Aktienmärkte infolge der Explosionen, die inzwischen als Anschläge eingeschätzt werden. Die Anleger investierten nun in die als sicher geltenden Staatsanleihen.

Der Goldpreis ist nach den Explosionen im World Trade Center auf einen Tageshöchststand gestiegen. Um 16.00 Uhr (MESZ) kostete die Unze Gold 285,15 $. Um 14.00 Uhr, also noch vor den Flugzeugabstürzen auf das World Trade Center, kostete die Unze Gold 271,7 $.

Nach Ansicht der Händler dürfte die Katastrophe auch auf längere Sicht negative Folgen für den Dollar haben. Von Bedeutung sei, wie US-Präsident George W. Bush auf die offenbar von Terroristen verübten Anschläge reagieren werde. Drohe ein Krieg im Nahen Osten, könne dies die Finanzmärkte tief erschüttern. Auch der Yen profitierte von der Fluchtbewegung aus dem Dollar. Der Dollar fiel bis auf ein Niveau von 119,81 Yen, und lag gegen 16.26 Uhr MESZ bei 120,35/40 Yen.

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