Euro und Öl fast unverändert, Goldpreis zieht leicht an
Micron-Prognose gibt Aktien in Fernost Auftrieb

Die unerwartet gute Prognose des US-Chipherstellers Micron Technology zum laufenden Geschäft hat am Mittwoch den Aktienmärkte in Fernost kräftig Auftrieb gegeben. In Tokio stiegen die Standardwerte zeitweise um mehr als zwei Prozent auf den höchsten Stand seit sechs Monaten, bröckelten im Verlauf aber wieder ab.

Reuters SINGAPUR. Lediglich das weiter unsichere weltwirtschaftliche Umfeld habe die Märkte belastet und den Aufstieg gebremst, sagten Händler. Vor allem der Euro habe nicht weiter anziehen können, nachdem neue Spekulationen über weitere Zinssenkungen in der Euro-Zone an den Devisenmärkten die Runde gemacht hätten. Mit Kursen um 1,17 Dollar präsentierte sich die Gemeinschaftswährung weitgehend unverändert gegenüber dem Vortag. Vor dem Opec-Treffen in Katar notierten die Terminkontrakte auf Öl kaum verändert.

In Tokio kletterte der 225 Werte umfassende Nikkei-Index zuletzt um 1,15 Prozent auf 8 890,30 Zähler. Erstmals seit Dezember vorigen Jahres hatte der Nikkei zuvor die 9 000er Marke durchbrochen. Dazu hatte laut Händlern vor allem die Nachricht beigetragen, dass die japanische Notenbank kleineren Firmen mit Finanzierungsproblemen unter die Arme greifen wolle. Neben den Aussagen des zweitgrößten Speicherchipherstellers der Welt, Micron, habe auch der Kamera- und Kopiererhersteller Canon die Aktien in die Höhe getrieben.

Canon-Aktien verteuerten sich um fünf Prozent, nachdem der Konzern ein Übertreffen der eigenen Prognosen im laufenden Halbjahr in Aussicht gestellt hatte.

Micron hatte mitgeteilt, im laufenden zweiten Quartal laufe das Geschäft "ein bisschen besser" als erwartet. "Die Investoren haben angefangen, sich mehr auf die schöne Seite zu konzentrieren", sagte Aktienstratege Tsuyoshi Segawa von Shino Securities. "Das steht in deutlichem Kontrast zu ihrer Haltung zwischen Januar und April, als sie alle so furchtbar pessimistisch waren." Auch die Börsen in Hongkong und Seoul zogen um bis zu ein Prozent an. An der Wall Street hatten die Standardwerte im Durchschnitt 0,8 Prozent und die Technologiewerte knapp 1,5 Prozent zugelegt.

Die Euphorie an den Aktienmärkten wurde lediglich durch die Sorge vor einem Anhalten der weltweiten Konjunkturschwäche gedämpft. EZB-Chef Wim Duisenberg löste mit seiner Aussage, auch nach der jüngsten Zinssenkung habe die EZB Spielraum für eine weitere geldpolitische Lockerung, neue Zinsspekulationen aus. Der Euro hat in den vergangenen Wochen häufig vor allem von dem Zinsvorteil gegenüber dem Dollar profitiert.

An den Ölmärkten waren die Preise für die Terminkontrakte am Morgen wenig verändert nahe ihren Drei-Monats-Hoch, das sie am Vorabend in New York erreicht hatten. Das Kartell hatte im Vorfeld Spekulationen zu dämpfen versucht, wonach eine Produktionskürzung ansteht. Der Goldpreis war mit 353,65 Dollar je Feinunze leicht über dem New Yorker Schluss von 351,90 Dollar.

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