Archiv
Euro weiter fest in Fernost wegen unsicherer US-Wahl

Der Euro hat im frühen Devisenhandel in Fernost am Freitag sein am Vorabend in New York erreichtes Kursniveau von 0,8660 $ wegen der Unsicherheit um die US-Präsidentenwahl und Interventions-Erwartungen halten können.

rtr TOKIO. Der Euro hat im frühen Devisenhandel in Fernost am Freitag sein am Vorabend in New York erreichtes Kursniveau von 0,8660 $ wegen der Unsicherheit um die US-Präsidentenwahl und Interventions-Erwartungen halten können. Am Donnerstagabend war die Gemeinschaftswährung in New York um gut einen Cent nach oben geschossen, weil der ungewisse Wahlausgang die US-Aktienmärkte belastet hatte. Der Kursgewinn des Euro daraufhin war stärker als der Anstieg, den die Europäische Zentralbank (EZB) mit ihrer dritten Intervention binnen einer Woche zuvor bewirken konnte. Die Händler seien nun besorgt, wie die Wall Street es aufnehmen wird, dass das Wahlergebnis frühestens am 17. November feststeht.

Zum Yen legte der Euro morgens in Tokio etwas zu, ging aber dann wieder leicht zurück von 93,25 Yen auf 93,11 Yen. Die Marktteilnehmer seien davon überrascht worden, dass die EZB diesmal auch Yen gegen Euro verkauft habe. Dadurch seien im frühen Handel Positionsbereinigungen nötig geworden, hieß es. Als der $ sich zum Yen etwas abschwächte auf 107,48 Yen, gab auch der Euro wieder nach. Gegen 6.45 Uhr notierte der Euro mit 0,8659/64 $. Händler sahen die Gemeinschaftswährung bei 0,8650 $ unterstützt, Widerstand liegt bei 0,8693 und 0,8735 $. "Die politische Unsicherheit (in den USA) hilft dem Euro und die Intervention hat die Leute auf Risiken aufmerksam gemacht", sagte Paul Goldi von der Commerzbank in Tokio. Der Markt sei jedoch nicht überzeugt, dass der Euro schon einen Boden gefunden hat. Derzeit steht fest, dass das Ergebnis der Präsidentenwahl frühestens am 17. November, wenn die Briefwahlstimmen des US-Bundesstaates Florida ausgezählt sind, feststehen wird. Aber auch dann sind Rechtsstreitigkeiten über den Wahlausgang möglich. Die Demokraten schließen rechtliche Schritte wegen möglicher Ungereimtheiten bei der Wahl in Florida nicht aus und verlangen womöglich eine erneute Stimmauszählung in einigen Bezirken per Hand. An den Aktienmärkten schwand unterdessen die Hoffnung auf Steuersenkungen, die der Republikaner George Bush in Aussicht gestellt hatte. Selbst wenn Bush Präsident werden sollte, wird er Analysten zufolge wegen der hauchdünnen Mehrheit im Kongress seine Pläne nur schwer durchsetzen können.

Am Donnerstagnachmittag hatte die EZB zum dritten Mal innerhalb einer Woche am Devisenmarkt zu Gunsten des Euro interveniert. Ohne Mitwirkung der Notenbanken der USA und Japans kaufte die Notenbank Euro gegen $ und japanische Yen. Die EZB begründete die Aktion erneut mit ihrer Sorge über die Auswirkungen des schwachen Euro auf die Weltkonjunktur.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%