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Euro-Zonen-Wachstum 2001 nur etwas schwächer

Trotz der Sorge an den Finanzmärkten über eine weltweite Konjunkturabkühlung halten Volkswirte an ihrer positiven Wachstumsprognose für die Euro-Zone im nächsten Jahr fest. Das Wirtschaftswachstum verliere zwar etwas an Schwung, es verlangsame sich aber nicht allzu sehr, erklärten Volkswirte.

Reuters LONDON. Voraussetzung dafür sei jedoch, dass die Ölpreise weiter nachgäben und die USA eine Rezession vermeiden könnten. Im Durchschnitt erwarten die 46 von Reuters befragten Volkswirte für 2001 in der Euro-Zone ein Wachstum von 3,0 nach 3,4 % in diesem Jahr. Das Wachstum läge der am Mittwoch veröffentlichten Umfrage zufolge immer noch deutlich über dem langjährigen Durchschnitt von 2,5 %.

"Es gibt weiterhin gute Gründe, nicht zu pessimistisch zu sein. Die fundamentale Situation der Weltwirtschaft ist noch immer recht gut," sagte Volker Nitsch von der Bankgesellschaft Berlin. Der hohe Ölpreis, ein Haupthindernis für den Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts (BIP), sei derzeit rückläufig.

Seit der letzten Befragung drei Wochen zuvor, als die Volkswirte im Schnitt 3,45 und 3,05 % BIP-Zuwachs für 2001 und 2000 angaben, hat sich die Stimmung an den Finanzmärkten allerdings geändert. Kurz nach der Veröffentlichung der Umfrage-Ergebnisse hatten die USA ein auf 2,4 % im dritten Quartal revidiertes Wachstum bekannt gegeben, eine deutliche Verlangsamung gegenüber dem zweiten Vierteljahr (5,6 %). Vor allem die Aktienmärkte hatten darauf mit Kursverlusten reagiert. In den USA preisen die Terminmärkte bereits eine Zinssenkung um 50 Basispunkte ein und auch in der Euro-Zone halten viele Analysten den Zinshöhepunkt für erreicht.

Sollte es zu einer harten Landung der US-Konjunktur kommen, wie manche Analysten nach den deutlichen Warnungen von US-Notenbankpräsident Alan Greenspan warnten, könnte auch das Wachstum in der Euro-Zone stärker gedämpft werden. Die Volkswirte änderten trotz der Befürchtungen ihre Voraussagen für die Euro-Zone nicht. Sie glauben überwiegend an eine Verlangsamung des Wirtschaftswachstum in den USA, und nicht an einen Stillstand. Ihren Optimismus für die Euro-Zone begründen sie mit Steuersenkungen in Deutschland, Italien und Frankreich. "Die Steuersenkungen werden den Aufschwung unterstützen. Der reale BIP-Zuwachs wird in 2001 deshalb kaum schwächer ausfallen als in diesem Jahr", sagte Gerhard Grebe, Volkswirt von Bank Julius Bär. Seine Prognose lautet für 2001 (2000) auf 3,2 (3,4) Prozent.

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