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Eurokorps übernimmt Isaf-Kommando

Kabul (dpa) - Das Eurokorps hat das Kommando der Internationalen Schutztruppe in Afghanistan (Isaf) und damit seine erste Aufgabe außerhalb Europas übernommen. Der neue Isaf-Kommandeur, der französische General Jean-Louis Py, sagte bei der Übergabezeremonie in Kabul, die Mission sei eine Herausforderung und eine große Ehre.

Kabul (dpa) - Das Eurokorps hat das Kommando der Internationalen Schutztruppe in Afghanistan (Isaf) und damit seine erste Aufgabe außerhalb Europas übernommen. Der neue Isaf-Kommandeur, der französische General Jean-Louis Py, sagte bei der Übergabezeremonie in Kabul, die Mission sei eine Herausforderung und eine große Ehre.

Er sicherte den Afghanen die Unterstützung der von der Nato geführten Isaf für die erste freie Präsidentenwahl in der Geschichte des Landes am 9. Oktober zu. Die Taliban haben eine Verschärfung ihres Terrors vor der Wahl angekündigt.

Py sagte, eine erfolgreiche Präsidentenwahl werde den Weg für eine faire und demokratische Parlamentswahl bereiten, die auf April kommenden Jahres verschoben worden ist. Der bisherige Isaf- Kommandeur, der kanadische General Rick Hillier, versprach: "Die Nato und die Internationale Gemeinschaft werden Afghanistan nicht verlassen, bevor unsere Aufgabe nicht erledigt und die afghanische Nation stark genug ist, auf eigenen Füßen zu stehen."

Der bisherige Isaf-Vizekommandeur, der deutsche Generalmajor Wolfgang Korte, hält einen Einsatz der Friedenstruppe in Afghanistan auch noch Jahre nach den ersten freien Wahlen dort für notwendig. "Wer glaubt, dass wir hier in den nächsten fünf Jahren alles abbauen und die Afghanen sich selbst überlassen können, der ist ein Illusionist", sagte er der dpa in Kabul. "Die Sicherheitslage in Afghanistan ist relativ ruhig, aber sicherlich nicht stabil." Vor der Wahl würden Gruppierungen wie die Taliban "ihre Aktivitäten möglicherweise nochmal verstärken", sagte Korte. Die Angriffe könnten sich vermehrt auf "weiche Ziele" wie Wahl- oder Entwicklungshelfer richten.

Das aus der deutsch-französischen Brigade hervorgegangene Korps mit Sitz im französischen Straßburg umfasst Soldaten aus Deutschland, Frankreich, Spanien, Belgien und Luxemburg. Der seit einem Jahr von der Nato geführten Isaf gehören derzeit rund 6500 Soldaten an. Mit rund 2000 Soldaten stellt die Bundeswehr das größte Kontingent. Der kanadische General Hillier führte die Isaf sechs Monate lang. Die Kommandoübergabe an das Eurokorps war ursprünglich für Mittwoch geplant, wurde aus Sicherheitsgründen aber auf Montag vorgezogen.

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