Eurolands Gemeinschaftswährung vor US-BIP-Veröffentlichung über 0,91 $
Euro notiert vor US-Wachstumsdaten behauptet

rtr FRANKFURT. Nach dem überraschenden Rückgang des US-Verbrauchervertrauens im August hat sich der Euro am Mittwoch im frühen europäischen Handel behauptet. Sollten nun auch noch die am Nachmittag anstehenden revidierten US-Wachstumsdaten für das zweite Quartal schlechter als erwartet ausfallen, wird dies Händlern zufolge die US-Währung belasten. Von dem Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag werde die weitere Entwicklung der Euro-Kurses abhängen. Zum Yen fiel die US-Valuta unter 120 Yen, was Händler auf Verkäufe von Banken in Hongkong zurückführten. Gegen 10.00 Uhr MESZ kostete ein Euro 0,9131/37 Dollar nach einer letzten Notiz am Dienstag in New York bei 0,9117/22 Dollar. Zum Yen notierte der Dollar mit 119,98/120,08 nach 120,15/23 Yen im späten New Yorker Handel. Der Aktienindex Nikkei fiel im asiatischen Handel erstmals seit 17 Jahren unter 11 000 Zähler.

"Der Markt wartet nervös auf die BIP-Zahlen", sagte Takashi Toyahara von Normura Securities. Die US-Wachstumsdaten werden gegen 14.30 Uhr MESZ erwartet. Befragte Volkswirte prognostizierten eine Revision des Anstiegs des US-Bruttoinlandsprodukts (BIP) im zweiten Jahresviertel auf Null von zunächst errechneten plus 0,7 %. Einige Analysten halten jedoch auch einen Rückgang für möglich. "Ein schwaches Wachstum ist aber wahrscheinlich am Markt bereits eingepreist. Der Trend des Dollar sollte nach dem EZB-Ratstreffen klarer werden", sagte Toyahara.

Der überraschende Rückgang des US-Verbrauchervertrauens auf 114,3 nach 116,3 Zählern hatte dem Euro am Dienstag deutlichen Auftrieb verschafft. Von Reuters befragte Volkswirte hatten einen Anstieg auf 117,0 vorhergesagt. Der Rückgang nährt Analysten zufolge die Erwartung einer achten Leitzinssenkung in den USA. Seit dem 3. Januar hat die US-Notenbank ihren Schlüsselzins um insgesamt 300 Basispunkte auf 3,50 % gesenkt, um ein Abgleiten in eine Rezession zu vermeiden.

Auch für diesseits des Atlantiks rechnen Analysten mehrheitlich mit einer Leitzinssenkung. Der Rat der EZB kommt am Donnerstag zu seinem ersten turnusmäßigen Zinstreffen nach der Sommerpause zusammen. Insgesamt ist eine EZB-Zinssenkung nach Einschätzung vieler Experten nur noch eine Zeitfrage. 41 unter 55 von Reuters befragten Analysten sagten eine Senkung am Donnerstag voraus, und zwar zumeist um 25 Basispunkte auf dann 4,25 % im Schlüsselzins. Zuletzt hatte die Notenbank die Leitzinsen im Mai um 25 Basispunkte reduziert.

Auch der Chef des Instituts für Wirtschaftsforschung in Halle (IWH), Rüdiger Pohl, hält eine Zinssenkung um 25 Basispunkte am Donnerstag für erforderlich. "Sie muss es tun, um sich nicht dem Vorwurf auszusetzen, vollkommen ignorant zu sein", sagte Pohl einem am Mittwoch vorab veröffentlichten Interview mit dem Magazin "Focus Money" zufolge. Durch eine Zinssenkung um 25 Basispunkte entstünden keinerlei Inflationsgefahren, zitierte das Magazin den ehemaligen Wirtschaftsweisen.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) wird nach Informationen aus IWF-Kreisen seine Prognose für das Weltwirtschaftswachstum in diesem Jahr erneut nach unten revidieren, und zwar auf 2,8 von 3,2 %. Ob sich die Weltkonjunktur dann 2002 erholen wird, werde im IWF heftig diskutiert, hieß es in den Kreisen in Washington weiter. Wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa aus einen Entwurf des Ende September zur Veröffentlichung anstehenden Ausblicks auf die Weltwirtschaft (WEO) berichtete, erwartet der IWF für die Euro-Zone nur noch ein Wachstum für 2001 von 2,0 (vorher: 2,4) Prozent. Die jüngsten Kursgewinne des Yen zum Dollar bezeichnete der japanische Notenbank-Chef Masaru Hayami als Dollarschwäche in Folge der schwachen Wirtschaftslage in den USA. "Ich denke, dass der Markt wegen der erlahmenden US-Konjunktur eine neue Bewegung (in Richtung eines schwächeren Dollar) zeigt", sagte Hayami am Mittwoch in Osaka. Dollarverkäufe von Banken in Hongkong haben die US-Valuta zum Yen am Mittwoch Händlern zufolge etwas abgeschwächt. Die schwache Tokioter Börse habe den Dollar jedoch vor weiteren Kursverlusten bewahrt.

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