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Euronext dementiert Plan zur LSE-Übernahme

Die Spekulationen über die Zukunft der London Stock Exchange (LSE) und damit der Konsolidierung der europäischen Börsenlandschaft halten an. Der Chief Operating Officer der Drei-Länder-Börse Euronext, George Möller, wies heute die Meldung einer holländischen Zeitung zurück, Euronext plane in unmittelbarer Zukunft ein Angebot zur freundlichen Übernahme der LSE.

pot FRANKFURT/M. Dies sei ein Gerücht, und Gerüchte seien niemals zutreffend, sagte Möller lakonisch am Rande der 5. internationalen Handelsblatt-Jahrestagung zum Thema "Die Börse der Zukunft" in Frankfurt. Weiter wollte sich Möller zu diesem Thema nicht äußern. Aufgekommen war das jüngste Gerücht um die LSE kurz nachdem der schwedische Finanzmarktbetreiber OM Gruppen am Freitag seine feindliche Offerte zur Übernahme der Londoner Börse kräftig erhöht hatte. Euronext - der Zusammenschluss der Börsen Paris, Brüsel und Amsterdam - hätte dem Zeitungsbericht zufolge als "weißer Ritter" fungieren und die LSE vor der feindlichen Attacke durch die Schweden retten sollen. Euronext wird bereits seit dem Scheitern der Börsenfusion zwischen Frankfurt und London zu IX Interesse nachgesagt, London auf seine Seite zu ziehen.

Trotz des Dementis Möllers hinsichtlich einer unmittelbar bevorstehenden Offerte halten aber Marktteilnehmer laut Agenturen ein Vorpreschen von Euronext weiterhin für denkbar. Möller selbst betonte während der Börsentagung, Euronext sei ein offenes Modell. Unterdessen hat die Londoner Terminbörse Liffe erklärt, jede Übernahme der LSE müsse auch sie mit einschließen. Liffe habe bereits mit OM Gruppen Gespräche geführt, sagte Liffe-Chef Brian Williamson der französischen Tageszeitung Les Echos. Liffe sei aber auch offen für die Angebote anderer Interessenten wie Euronext oder Nasdaq.

Möller und andere Redner der Handelsblatt-Veranstaltung wie Börsenaufsichtsrat Friedrich von Metzler und der Nürnberger Wirtschaftsprofessor Wolfgang Gerke waren sich grundsätzlich einig, dass es zu einer Konsolidierung der europäischen Börsenlandschaft kommen wird. Gerke warnte aber die Deutsche Börse davor, nach dem Scheitern von IX aus einer Trotzreaktion heraus eine feindliche Übernahme der LSE zu planen. Die Wahrscheinlichkeit, das dies gut ausgehe, liege unter 50 %. Der Vorstand der Deutschen Börse AG, Volker Potthoff, sieht die Frankfurter Börse trotz des Scheiterns von iX für ihren weiteren Weg gut vorbereitet. Allerdings müsse die Deutsche Börse neue Dienstleistungen entwickeln. Er bekräftigte Pläne zur Entwicklung eines neuen Segements, dass Privatanleger den Zugang zur Deutschen Börse öffnen soll.

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