Europa 500
Pharma: Zum Wachstum verdammt

In den vergangenen fünf Jahren stellte eine Konsolidierungswelle die Arzneimittelbranche auf den Kopf, doch kaum jemand glaubt, dass ein Ende der Firmenhochzeiten abzusehen ist. Im Januar gaben Glaxo Wellcome und SmithKline Beecham ihre Fusion mit einem Volumen von 46 Mrd.£ bekannt. Sollte sie wie geplant über die Bühne gehen, entstünde der weltweit größte Arzneimittelhersteller. In der Zwischenzeit schluckte der US-Konkurrent Pfizer Inc. die Warner Co., -Lambert und Pharmacia & Upjohn Inc. fusionierte mit Monsanto Co. Es entstanden Unternehmen mit ungeheurer finanzieller Schlagkraft, die Glaxo SmithKline und andere europäische Arzneimittelhersteller weit hinter sich lassen. ( >>Tabelle )

Die optimistischen Aussichten für Pfizer und Pharmacia sind Ausdruck außergewöhnlicher Wachstumsraten sowie einer freien Preisgestaltung auf dem US-Markt. Im vergangenen Jahr stieg der Absatz verschreibungspflichtiger Medikamente in den USA um 18 %, während sich auf dem europäischen Markt nichts bewegte. Damit wächst der Druck auf mittelgroße europäische Unternehmen wie Schering. Analysten meinen, sie müssten erst Allianzen untereinander schmieden, bevor sie als Partner für US-Unternehmen in Frage kämen.

Der Trend zu wenigen großen Unternehmen spiegelt die wachsende weltweite Vermarktung neuer Arzneimittel wider. Stewart Adkins, Analyst bei Lehman Brothers in London, geht davon aus, dass Unternehmen dreistellige Millionenbeträge in weltweite Marketingkampagnen stecken, um ein neues, viel versprechendes Medikament auf dem Markt einzuführen. Dies treibt die Kosten für Forschung, Entwicklung und Vermarktung eines möglichen Marktrenners auf 750 Mill.$. "Nur sehr große Unternehmen können auf diesem Niveau mithalten", so Adkins. Doch um das Wachstum von jährlich 8 % halten zu können, schätzen Analysten von Lehman Brothers, müsse die Zahl der neuen Medikamente deutlich steigen und der Umsatz, der mit jedem neuen Medikament erzielt wird, von 470 Mill.$ auf 700 Mill.$ wachsen.

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