Europa-Foto-Chef Kreft: Schließungspläne von Karstadt sind Besorgnis erregend
Digitale Fotografie belebt den deutschen Fachhandel

Die Zukunft des Fotofacheinzelhandels liegt in der digitalen Fotografie. Europa-Foto, eine Verbundgruppe von Fotofachgeschäften, setzt große Hoffnungen auf den technischen Umbruch.

agr DÜSSELDORF. "Die Herausforderung der nächsten Jahre für den Fotofachhandel wird darin bestehen, sich die Kompetenz am digitalen Bild zu sichern", sagt jedenfalls Robby Kreft, Geschäftsführer der Europa-Foto. Dass Kameras im Fachhandel teurer sind, sei ein Märchen. "Wir können mit den Preisen von Media Markt und Saturn mithalten," betont Kreft. Ein zusätzliches Geschäft für die Fachgeschäfte sieht er darin, aus digitalen Daten Papierbilder zu machen: "Kühle Rechner erkennen schnell, dass Homeprinting zu teuer ist."

Der Außenumsatz der Europa-Foto, die 260 Mitglieder mit 550 Läden zählt, stieg im vergangenen Jahr um 2,9 Prozent auf 755 Mill. Euro und lag damit leicht über dem Zuwachs des gesamten deutschen Fotohandels von 2,5 Prozent. Kreft rechnet auch 2004 mit einem Plus von zwei bis drei Prozent im Verbund. Damit setzt sich der Fotohandel vom Einzelhandel insgesamt ab, dessen Umsatz rückläufig ist.

Antriebsmotor für die positive Entwicklung auf dem Fotomarkt seien weiterhin Digitalkameras, sagte Kreft. Die Fotoamateure hätten zwar das Foto-Handy als Ersatz für Schnappschuss-Kameras entdeckt. Doch seien digitale Spiegelreflexkameras für anspruchsvolle Fotos daher "ganz groß im Kommen". Eine sehr gute Entwicklung zeichne sich auch bei Imaging-Produkten wie Druckern, Scannern und Speicherkarten ab. Die analoge Fotografie werde weiter zurückgehen.

Rund 9,2 Mrd. Euro gaben die Deutschen im Jahr 2003 für Fotoprodukte aus, ein Plus von fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dabei hat sich der Absatz von Digitalkameras auf knapp fünf Millionen fast verdoppelt, im laufenden Jahr sollen es sieben Millionen werden. Nur noch 28 Prozent der verkauften Kameras sind Analogmodelle (minus 30 Prozent). Mit einem Minus von knapp zehn Prozent ging die Zahl der verkauften Filme fast ebenso stark zurück wie die Produktion von Colorbildern. Große Ausnahme sind Einwegkameras, von denen zehn Prozent mehr verkauft wurden.

Kreft äußerte sich besorgt über die Schließungspläne des Warenhauskonzerns Karstadt Quelle. Dadurch verlören die Innenstädte, in denen auch die Fachgeschäfte sitzen, weiter an Attraktivität. Der Trend auf die grüne Wiese werde gefördert. Dies stärke Fachmärkte wie Media Markt und Saturn.

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