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Europa im Tipp-Kick-Fieber - Tischfußball boomt zur EM

Villingen-Schwenningen (dpa) - Auf Knopfdruck schießt der kleine Eisenkicker seit 80 Jahren die schönsten Tore: Das legendäre Tischfußballspiel Tipp-Kick erlebt unmittelbar vor Beginn der Fußball-Europameisterschaft (12. Juni bis 4. Juli) in Portugal einen Nachfrageboom.

Villingen-Schwenningen (dpa) - Auf Knopfdruck schießt der kleine Eisenkicker seit 80 Jahren die schönsten Tore: Das legendäre Tischfußballspiel Tipp-Kick erlebt unmittelbar vor Beginn der Fußball-Europameisterschaft (12. Juni bis 4. Juli) in Portugal einen Nachfrageboom.

Die Tipp-Kick-Begeisterung sei inzwischen auch in Großbritannien, Frankreich und dem Gastgeberland Portugal ausgebrochen, sagte der Geschäftsführer des Familienbetriebs in Villingen-Schwenningen in Baden-Württemberg, Mathias Mieg.

Seit sein Großvater im Jahr 1924 das Patent von einem Stuttgarter Tüftler erwarb, werden die Metallfiguren im «Ländle» gegossen. Angemalt werden die kleinen Kicker in Tunesien. Derzeit gebe es Lieferengpässe. «Mit jedem Fußball-Großereignis zieht der Umsatz an. In Jahren ohne WM oder EM verkaufen wir rund 60 000 Spiele. Jetzt kommen wir sicher über 100 000», sagt Mieg. Zur EM sind die Männchen in den Trikotfarben der 16 Mannschaften angepinselt worden.

Die letzte Innovation in der Tipp-Kick-Geschichte gab es vor fünf Jahrzehnten. Zur Weltmeisterschaft 1954 wurde eine Kipp- Mechanik entwickelt, die dem zuvor hüftsteifen Torwart «Toni» die Fähigkeit zum Hechtsprung verlieh. Seinen Namen verdankte die Figur der Torwart-Legende Toni Turek. Nach dem «Wunder von Bern» hatte Tipp-Kick in Deutschland den Durchbruch gefeiert.

Inzwischen hat die Firma MIEG, die zwölf Mitarbeiter beschäftigt, mehr als fünf Millionen Tipp-Kick-Spiele verkauft. 2006 bei der Weltmeisterschaft im eigenen Land werde es wohl ein Rekordgeschäft geben, meint Mieg. Auch viele Prominente lieben das Match auf dem grünen Filz. Das derzeit pausierende TV-Lästermaul Harald Schmidt outete sich einst als Experte: «Tipp-Kick ist wie Mario-Basler-Fußball. Das Bein erst bewegen, wenn der Ball direkt davor liegt.»

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