Europa-Sparte mit Gewinn: Ford fährt tief ins Minus

Europa-Sparte mit Gewinn
Ford fährt tief ins Minus

Der angeschlagene US-Autobauer Ford hat im vergangenen Jahr einen Verlust von 5,45 Mrd. Dollar eingefahren. Wie das Unternehmen am Donnerstag in Dearborn im US-Bundesstaat Michigan mitteilte, fiel allein im vierten Quartal ein Minus von 5,07 Mrd. Dollar an. Unternehmenschef Bill Ford bezeichnete die Ergebnislage als "inakzeptabel".

dpa/afp/vwd DEARBORN. Hauptanteil an dem Verlust im vierten Quartal haben die Sonderkosten für das Sanierungsprogramm in Höhe von 4,1 Mrd. Dollar. Im Vorjahresquartal hatte Ford noch einen Gewinn von 1,08 Mrd. Dollar ausgewiesen. Auch im Gesamtjahr 2000 stand in der Bilanz ein kräftiges Plus von 3,47 Mrd. Dollar.

Der Umsatz bei dem Unternehmen, das unter dem harten Preiskampf auf dem US-Markt leidet, fiel von Oktober bis Dezember auf 41,15 Mrd. Dollar. Dies waren drei Prozent weniger als im vierten Quartal 2000. Die Verkäufe gingen um zwei Prozent auf 1,808 Mill. Fahrzeuge zurück. Für das Gesamtjahr schrumpfte der Umsatz fünf Prozent auf 162,4 Mrd. Dollar, wobei insgesamt 6,991 Mill. Fahrzeuge abgesetzt wurden - sechs Prozent weniger als im Jahr 2000.

Ohne die Restrukturierungskosten und andere Sonderbelastungen hatte der Verlust im vierten Quartal 860 Mill. Dollar betragen, hieß es weiter. Hohe Marketingkosten und Rückstellungen für mögliche Ausfälle im Autofinanzierungsgeschäft als Folge der US-Rezession hätten das Ergebnis zusätzlich belastet.

In der Vorwoche hatte Ford-Chef William Clay Ford Jr. einen Restrukturierungsplan bekannt gegeben, der den Abbau von 23 000 Arbeitsplätzen, fünf Werksschließungen und die Produktionseinstellung von vier Modellen vorsieht. Hierdurch soll die Profitabilität wieder hergestellt werden.

Ford hat nun ein Jahr des Wandels vor sich. Nick Scheele, President und Chief Operating Officer des Unternehmens, kündigte an, Ford werde sich auf die Umsetzung eines radikalen Umstrukturierungsplans konzentrieren. Nahziel ist es, im ersten Quartal 1,05 Millionen Fahrzeuge zu produzieren, was im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum einen Rückgang um drei Prozent darstellt.

Anders als in Nordamerika, wo Ford hohe Verluste erwirtschaftete, zeigte sich in Europa eine deutliche Erholung. Dort erzielte der Konzern im vergangenen Jahr nun wieder einen Gewinn von 266 Mill. Dollar, nachdem 2000 noch ein Verlust von 35 Mill. Dollar hingenommen werden musste. Der Umsatz stieg um elf Prozent auf 31,9 Mrd. Dollar. Angesichts der relativ guten Lage sind deutsche Standorte vom Stellenabbau deshalb nicht getroffen.

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