Europa von anhaltend hoher Arbeitslosigkeit geschwächt
UN sieht Erholung der Weltwirtschaft

Die Vereinten Nationen sehen die Weltwirtschaft auf dem Weg der Besserung und sagen für 2003 ein Wachstum von rund drei Prozent nach 1,8 Prozent in diesem Jahr voraus. Doch gibt es laut der am Donnerstag veröffentlichten Prognose für die Weltwirtschaft auch etliche Risiken, die die Erholung gefährden könnten.

WiWo/ap NEW YORK. Dazu zählen der Nahost-Konflikt und ein damit verbundener möglicher Anstieg des Ölpreises, ein Wiederaufflammen des Kriegs in Afghanistan und anderswo, die finanzielle Schwäche Japans und die wachsende weltweite Abhängigkeit von der US-Wirtschaft.

Dem 17-seitigen Bericht zufolge wuchs die Weltwirtschaft 2001 lediglich um 1,2 Prozent. Schon vor den Anschlägen vom 11. September habe eine Schwäche der US-Wirtschaft die Weltwirtschaft in Mitleidenschaft gezogen, erklärte Nobelpreisträger Lawrence Klein. Der Wirtschaftswissenschaftler leitet die Expertengruppe der UN, die den Bericht erstellt. Es gebe keinen Zweifel daran, dass die US-Wirtschaft durch den Terrorismus einen Rückschlag erlitten habe. "Es hat uns an den Rand einer sehr schweren Rezession gebracht", doch habe sich die US-Wirtschaft als widerstandsfähig erwiesen, sagte Klein bei der Vorstellung des Berichts in New York.

Seit Anfang 2002 deuteten die Anzeichen darauf hin, dass sich die Weltwirtschaft schneller erhole als erwartet, insbesondere in den USA. Auch die Daten aus Europa und Asien zeigten entweder eine tatsächliche Wirtschaftsbelebung oder die Vorboten einer Erholung. Entwicklungsländer würden jedoch voraussichtlich erst in der zweiten Jahreshälfte von diesem Trend profitieren. Angetrieben werde die Erholung von niedrigen Zinsen in vielen Staaten, steuerpolitischen Maßnahmen zur Ankurbelung der Wirtschaft, niedrigeren Ölpreisen, privatem Konsum und höherem Verbrauchervertrauen. "Diese Faktoren sind entscheidende Auslöser der Erholung, aber sie reichen möglicherweise nicht aus, um sie zu erhalten."

Dazu seien Unternehmensgewinne nötig, die wiederum zu Investitionen führten, ein besserer Arbeitsmarkt zur Ankurbelung des privaten Verbrauchs sowie ein Wiedererstarken des internationalen Handels. Die USA würden sich allmählich erholen, während die Volkswirtschaften in Europa wegen der anhaltend hohen Arbeitslosigkeit nur mäßig wüchsen. Im Fall der Entwicklungsländer sei vor allem die Verschlechterung der Lage in Lateinamerika von Bedeutung. Die Studie wird anhand von Berichten von 250 Wirtschaftsexperten aus 60 Ländern erstellt.

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