Europäische Anleihemärkte legen weiter zu
Neue Daimler-Chrysler-Bonds erwartet

Die Emissionsflut von Autoanleihen der vergangenen Woche ist Händlern zufolge noch nicht zu Ende. Nachdem Ford und General Motors Anleihen über insgesamt 15,4 Mrd. US-$ emittiert haben, wird eine neue Anleihe von Daimler-Chrysler über 3 Mrd. bis 5 Mrd. US-$ erwartet.

HANDELSBLATT, 30.10.2001

FRANKFURT/M. Die Emissionsflut von Autoanleihen der vergangenen Woche ist nach Meinung von Händlern noch nicht zu Ende. Nachdem die US-Autokonzerne Ford und General Motors Anleihen über insgesamt 15,4 Mrd. US-$ emittiert haben, wird eine neue Anleihe von Daimler-Chrysler - dem dritten großen Autokonzern - über 3 Mrd. bis 5 Mrd. US-$ erwartet. Ford emittierte vorige Woche Bonds über 9,4 Mrd. US-$. General Motors kam mit Anleihen im Wert von 6 Mrd. US-$ lag - 2 Mrd. US-$ als Händler erwartet hatten.

Die Anleihen von Ford und General Motors hielten sich am Montag stabil, die Papiere von Daimler-Chrysler gaben dagegen leicht nach. "Die neuen Anleihen von Daimler-Chrysler wurden bislang mit einem ordentlichen Aufschlag gegenüber ausstehenden Bonds gepreist", erklärte ein Händler. Die Hoffnung, dass bald neue attraktive Bonds des Konzerns auf den Markt kommen, belastete deshalb die Anleihen. Die erwartete Herabstufung der Bonität von Daimler-Chrysler durch die Ratingagentur Standard & Poor?s könne dagegen kein Grund für die Verluste sein. Ein solcher Schritt sei längst eingepreist, seit Standard & Poor?s vor drei Wochen die Ratings von Ford und General Motors um zwei Stufen auf "BBB+" von zuvor "A" herabgesetzt hatte. Bei Daimler-Chrysler erwarten die meisten Analysten ein Downgrade um ebenfalls zwei Stufen, und zwar auf "BBB" von "A-".

Händler erwarten Emission von AT&T

Neben Dollar-Bonds von Daimler-Chrysler halten Händler eine Emission des amerikanischen Telekomkonzern AT&T in den kommenden Wochen für möglich. Das Volumen könne zwischen 5 Mrd. und 7 Mrd. US-$ liegen, hieß es. Innerhalb der nächsten 90 Tage laufen kurzfristige Schuldverschreibungen (Commercial Paper) von AT&T über 6,5 Mrd. US-$ aus, die refinanziert werden müssen.

Am Markt für mit Forderungen besicherte Anleihen (Asset Backed Securities) schlossen die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und die Hypo-Vereinsbank (HVB) eine Transaktion von knapp 1 Mrd. ? unter dem neuen Verbriefungsprogramm "Provide" der KfW ab. Dabei werden über das Emissionsvehikel "Provide-A 200-1" mit privaten Hypothekarkrediten besicherte Anleihen in sieben Tranchen emittiert. Im Oktober hatte die KfW bereits ein Programm zur Verbriefung von Krediten kleinerer und mittlerer Unternehmen eingeführt und dabei Kredite über 5,5 Mrd. ? verbrieft. Für das kommende Jahr plant die KfW weitere mit Wohnungsbau- und mit Mittelstandskrediten besicherte Anleihen über etwa 8 Mrd. ? .

Die europäischen Staatsanleihen und Zins-Futures legten indes weiter zu, obwohl gestern keine marktbewegenden Konjunkturdaten anstanden. Die Hoffnung darauf, dass am Dienstag der Index des US-Verbrauchervertrauens für Oktober und die am Freitag veröffentlichten US-Arbeitsmarktdaten ein weiter schlechtes Bild der US-Wirtschaft zeigen werden, beflügelten die Papiere. Die Rendite zweijähriger Bundesanleihen fiel bis zum frühen Abend auf 3,21 % und damit den tiefsten Stand seit zwei Jahren. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe Juli 2011 ermäßigte sich auf 4,45 %. Der Bund-Future gewann 0,25 Prozentpunkte auf 111,33 %. Bobl- und Schatz-Future legten ebenfalls zu.

Andrea Cünnen
Andrea Cünnen
Handelsblatt / Finanzkorrespondentin
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