"Europäische Bank fehlt"
Commerzbank Unicredito wollten Fusion mehrerer Banken

Bei ihren Fusionsgesprächen vor einigen Monaten hatten Commerzbank und ihr italienischer Partner Unicredito offenbar einen Zusammenschluss mehrerer Institute zu einem europäischen Geldhaus geplant. "Das Szenario war nicht auf die Fusion zweier Banken ausgerichtet. Die Gespräche zielten vielmehr von Anfang an darauf ab, drei oder vier Banken unter ein Dach zu bringen", sagte Commerzbank-Chef Klaus-Peter Müller der italienischen Zeitung "La Stampa" (Montagausgabe).

rtr MAILAND. Doch habe dieser Plan nicht funktioniert. Deshalb konzentriere sich seien Bank nun auf die Verbesserung ihrer Profitabilität, zitierte das Blatt Müller weiter. Unicredito-Chef Alessandro Profumo hatte am Freitag gesagt, er sehe derzeit keine Möglichkeit für neue Gespräche mit der Commerzbank.

Müller machte dem Bericht zufolge keine Angaben zu den anderen möglichen Fusionspartnern. Der Aktienmarkt habe die Gespräche nicht honoriert und es mache keinen Sinn, bald wieder Gespräche aufzunehmen, fügte Müller hinzu. Er rechne aber künftig mit Schritten zur Schaffung eines transnationalen europäischen Bankenriesens. "Ich denke, dass in der internationalen Bankenszene eine europäische Bank fehlt", sagte Müller.

Die Commerzbank hält kleinere Kreuzbeteiligungen an einigen europäischen Banken wie der italienischen Unicredito und der spanischen Santander Central Hispano. Analysten hatten diese Beteiligungen immer als Sprungbrett für Fusionen angesehen. Müller sagte allerdings, dass kleinere Beteiligungen für die Commerzbank keinen Sinn mehr machten. Von dem Aktienpaket, das die viertgrößte deutsche Geschäftsbank an der italienischen Investmentbank Mediobanca hält, wolle man sich aber nicht trennen.

Die Commerzbank und die italienische Großbank Unicredito hatten im Frühherbst über eine Fusion gesprochen. Die Gespräche waren jedoch an Bewertungsfragen und den niedrigen Aktienkursen der beiden Häuser gescheitert.

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