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Europäische Börsen ausnahmslos im Minus

Alle europäischen Aktienmärkte haben am Mittwoch gegen Mittag deutlich schwächer tendiert. Der DJ Stoxx50-Index der europäischen Standardwerte verlor 3 % auf 2 453 Punkte. Händler erklärten, die überraschend schwach ausgefallenen Daten zur US-Konjunktur, die eingetrübten Geschäftsprognosen sowie Gewinnwarnungen einiger US-Konzerne vom Vortag hätten die Märkte belastet und die Kurse deutlich ins Minus gedrückt.

Reuters DÜSSELDORF. Als Kurstreiber nach unten erwiesen sich Versicherungs- und Technologiewerte. Die Versicherer bauten die Vortagesverluste weiter aus und gerieten dabei nah an Stände, die sie letztmals vor fünf Jahren markiert hatten. Händler verwiesen unter anderem auf die anhaltende Schwäche der Aktienmärkte, die zu einer deutlichen Schmälerung der Reserven der Unternehmen geführt habe. Zudem belasteten Sorgen um weitere Kapitalerhöhungen den Sektor.

Axa büssten über sieben Prozent ein. Händler erklärten, die Rückstufung des Ratings auf "reduce" von zuvor "add" durch Credit Lyonnais habe den Wert belastet. Die Titel des führenden schweizerischen Lebensversicherers Swiss Life brachen gar um rund 14 Prozent ein. Zuvor hatte der Versicherer einen grösser als erwartet ausgefallenen Verlust ausgewiesen. Der Konzern will 700 Stellen streichen.

Auch Technologietitel wie Alcatel und Philips Electronics gaben markant nach. Alcatel bauten die Vortgesverluste weiter aus und verloren über sieben Prozent. Am Dienstag hatte der französische Telekomausrüster seine Umsatzprognosen für einen Konzernbereich zurückgenommen und weitere Stellenstreichungen mitgeteilt. Philips ermässigten sich um über sechs Prozent. Händler erklärten, die am Vortag nach Börsenschluss bekannt gegebenen Zahlen des US-Softwarekonzerns Oracle habe den Sektor belastet. Orcale hatte für das abgelaufene Quartal einen deutlichen Gwinn- und Umsatzrückgang bekannt gegeben und für das laufende Quartal einen pessimistischen Ausblick präsentiert.

LONDON: Die Londoner Aktienbörse verbuchte deutliche Verluste. Der FTSE 100-Index notierte mit einem Minus von über 2,5 Prozent auf 3 916 Zähler. Als Belastung erwiesen sich Bankenwerte und Versicherer. Die Titel des zweitgrössten britischen Versicherers Prudential büssten fünf Prozent ein. Royal & Sun Alliance verloren 4,5 Prozent. Barclays gaben über fünf Prozent nach. HBOS verloren 2,7 Prozent, während Llyods sich um über drei Prozent ermässigten. Händler erklärten, die Bankenwerte seien durch die Gewinnwarnung des US-Bankenkonzerns J.P. Morgan Chase & Co für das dritte Quartal vom Vortag belastet worden.

ZÜRICH: An der Schweizer Börse sank der SMI um 2,3 Prozent auf 4 795,7 Punkten. Händler sagten, vor allem die Finanzwerte hätten die Kurse der Schweizer Titel nach unten gezogen. Aber auch zyklische Werte hätten einen schweren Stand. Nestle trotzten dem Trend. Händler sprachen einmal mehr vom sicheren Hafen. Zudem entfalle ein grosser Druck auf Nestle, dadurch dass der Schokoladekonzern Hershey nun doch nicht verkauft werden solle. Novartis und Roche verloren zwie Prozent. ABB sackten gegen zehn Prozent ab und erreichten ein neues Mehrjahrestief auf 5,31 sfr. Rentenanstalt brachen ein.

PARIS: Der französische CAC-40 Index der Pariser Börse gab 2,8 Prozent auf 3 025 Punkte nach. Als Kurstreiber nach unten erwiesen sich die Titel des Versicherers Axa, die beinahe acht Prozent nachgaben. Händler verwiesen auf negative Auswirkungen des grösser als erwartet ausgefallenen Verlustes bei der schweizerischen Rentenanstalt sowie auf die Rückstufung von Axa. Unter anhaltendem Druck standen die Papiere des Telekomaustrüsters Alcatel , die um 7,5 Prozent einbrachen. Zuvor hatten zwei Brokerhäuser das Kursziel für Alcatel reduziert und dies mit Befürchtungen begründet, dass Alcatel seine Prognose einmal mehr senken könnte.

BENELUX: Die Benelux-Börsen gerieten ebenfalls ins Minus. Der Amsterdamer AEX-Index verlor 3,5 Prozent auf 320 Zähler und der Brüsseler Bel20-Index ermässigte sich um 3,3 Prozent auf 2 044 Punkte. Philips ermässigten sich um 6,5 Prozent. Aegon bauten die Vortagesverluste weiter aus und gaben zwei Prozent nach. Fortis verloren über sechs Prozent. In Brüssel zählte Finanzwert Dexia mit minus sieben Prozent zu den Hauptverlierern.

MAILAND: Der Mib30-Index der italienischen Standardwerte fiel zwei Prozent auf 23 664 Punkte. Die Liste der Verlierer führten die Titel des Herstellers von Ausrüstungen für die Erdölindustrie Saipem an, die über fünf Prozent nachgaben. Gemieden wurden auch die Papiere des Chipherstellers STMicroelectronics, die zeitweise rund drei Prozent einbüssten.

MADRID: An der Madrider Börse verlor der Ibex-35 Index 2,3 Prozent auf 5 938 Punkte und durchbrach die Unterstützungsmarke von 6 000 Zählern. Als Belastung erwiesen sich die Titel der beiden Bankenschwergewichte BBVA und Santander Central Hispano (SCH), die rund drei und über drei Prozent nachgaben. Unter Druck standen auch die Titel des IT-Unternehmens Indra, die vier Prozent verloren. Die Papiere des Fernsehbetreibers Sogecable gaben rund ein Prozent nach.

SKANDINAVIEN: Die skandinavischen Börsen notierten deutlich schwächer. Der Stoxx Nordic Index verlor rund drei Prozent auf 228 Zähler. Unter Druck standen Nokia, die 3,5 Prozent verloren. Die Titel des schwedisch-schweizerischen Technologiekonzerns ABB brachen um rund acht Prozent ein. Federn lassen mussten auch die Titel des Börsenbetreibers OM , die fünf Prozent schwächer notierten.

WIEN: Der Wiener Aktienmarkt notierte im Trend schwächer. Der ATX-Index büsste 0,6 Prozent auf 1 099 Zähler ein. Unter Druck standen die Titel des Indexschwergewichtes Erste Bank, die ein Prozent verloren. Austrian Airline gaben 1,5 Prozent nach, während Telekom Austria 0,3 Prozent schwächer notierten.

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