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Europäische Börsen: Gewinnwarnungen drücken ins Minus

Die Gewinn- und Umsatzwarnung des französisch-italienischen Halbleiterherstellers STMicroelectronics sowie schwache Vorgaben aus den USA haben am Donnerstag für schlechte Stimmung im Technologiesektor gesorgt und damit die europäischen Aktienmärkte in die Verlustzone gedrückt.

Reuters LONDON. Gewinnwarnungen der US-Unternehmen Silicon Storage Technology, CTS Corp. sowie Texas Instruments trübten die Stimmung an den Handelsplätzen ein. Der Dow-Jones-Stoxx-Index für den Technologiesektor verbuchte am frühen Abend (MESZ) ein Minus von mehr als fünf Prozent.

STMicroelectronics hatte am Donnerstag seine Umsatz- und Gewinnprognose für das zweite Quartal 2001 nach unten revidiert. Das Ebitda werde wegen der "Schwäche einiger Endmärkte" niedriger als bisher erwartet sein, teilte das Unternehmen mit. "Wir waren schon durch die Vorgaben der US-Börsen belastet, aber die Gewinnwarnung von STMicroelectronics hat dem Markt dann noch den Rest gegeben", sagte ein Händler. Die schlechten Nachrichten konnten auch die Arbeitsmarktdaten aus den USA nicht überwiegen, die Händlern zufolge erneut Zinssenkungsfantasien frei gesetzt hatten. Das US-Arbeitsministerium hatte bekannt gegeben, dass die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der Woche zum 9. Juni auf 428.000 von zuvor 440.000 gefallen waren. Im Vier-Wochen-Durchschnitt sind die Erstanträge jedoch auf 424.500 gestiegen und erreichten damit den höchsten Stand seit August 1992.

Der Stoxx-50-Index für die größten Unternehmen aus der EU und der Schweiz notierte gegen Abend um 1,45 Prozent im Minus bei 4097 Punkten, während der Euro-Stoxx-50-Index für die Standardwerte aus der Europäischen Währungsunion (EWU) rund 1,2 Prozent auf 4283 Zähler nachgab. In den USA gab die Technologiebörse Nasdaq um 2,6 Prozent auf 2067 Punkte nach, der Industriewerte-Index Dow Jones fiel um 1,5 Prozent auf 10.709 Zähler.

LONDON - Technologiewerte unter Druck

Die Londoner Börse hat bei deutlichen Kursrückgängen unter den Technologiewerten schwächer geschlossen. Der FTSE-Index verbuchte ein Minus von 1,16 Prozent auf 5752 Zähler. Insbesondere die Aktien des Indexschwergewichts Vodafone wurden von Spekulationen, dass der niederländische Telekomkonzern KPN seinen Anteil von 220 Millionen Aktien platzieren wolle, belastet. Die Papiere gaben um 4,2 Prozent nach. Bei den Technologiewerten verloren Arm Holdings 4,6 Prozent, Sage fielen um rund sieben Prozent und Logica büßten 6,3 Prozent ein. ZÜRICH - Konjunktur und Verfall belasten Die Schweizer Börse hat Verluste verbucht. Händler verwiesen auf die USA, wo der US-Konjunkturbericht am Vorabend für Verstimmung gesorgt hatte. Nach dem Beige Book der US-Notenbank sei demnach noch keine Erholung zu erkennen. Dazu komme noch ein gewisser Druck vom großen Verfall am Freitag. Der Blue Chip Index SMI schloss mit einem Abschlag von 1,37 Prozent auf 7373 Punkten. Deutlich unter Druck standen die Aktien von Swissair, die um rund acht Prozent auf 104 sfr nachgaben. Händler begründeten den schwachen Verlauf mit Spekulationen über eine Studie der Deutschen Bank, in der der faire Wert auf 41 sfr im schlechtesten und 191 sfr im besten Fall veranschlagt würden. Die Deutsche Bank sagte dazu, ihr Kursziel betrage unverändert 120 sfr.

PARIS - Technologiewerte führen Verlierer an

An der Pariser Börse standen nach der Gewinnwarnung von STMicroelectronics vor allem die Technologiewerte unter Druck. Der Blue-Chip-Index CAC 40 schloss mehr als ein Prozent im Minus auf 5297 Punkten. Die Aktien von STMicroelectronics büßten 4,2 Prozent auf 38,52 Euro ein. Deutliche Verluste verzeichneten auch Cap Gemini, Dassault Systemes und Thomson Multimedia.

MAILAND - Folgt schwächerem Trend

Die Mailänder Börse hat im Einklang mit der Entwicklung der anderen europäischen Börsen im Minus geschlossen. Der Mib 30-Index ging um 1,88 Prozent auf 37.684 Punkte zurück. Die Aktien des Konzerns Olivetti gaben um 5,3 Proeznt auf zwei Euro nach. Telecom Italia fielen um 2,5 Prozent auf 10,77 Euro. In jüngsten Presseberichten hatte es geheißen, mehrere Führungskräfte des Unternehmen müssten mit Ermittlungen rechnen. Das Unternehmen hatte allerdings am Mittwoch mitgeteilt, es habe keine Hinweise auf in Medienberichten erwähnte angebliche Ermittlungen der Turiner Staatsanwaltschaft gegen Vorstandsmitglieder.

MADRID - Im Minus bei schwachen Telekomwerten

Die Börse in Madrid hat die Handelssitzung mit Verlusten beendet. Der Ibex 35-Index gab um 0,5 Prozent auf 9476 Zähler nach. Verluste verzeichneten vor allem die Telekomwerte. Telefonica verloren dabei 1,1 Prozent auf 17,09 Euro. Grupo Picking Pack verbilligten sich um 5,6 Prozent auf 2,18 Euro im Anschluss an die Nachricht, dass die Aktie aus dem Ibex-Index herausgenommen werden könnte.

AMSTERDAM - Schwächer - KPN gibt Gewinne ab

Die Amsterdamer Börse hat sich im Einklang mit den anderen europäischen Börsen in einer schwächeren Verfassung gezeigt. Die Unsicherheit über die Konjunkturentwicklung und die Unternehmensergebnisse habe die Kurse gedrückt, sagten Händler. Der AEX-Index fiel um 1,56 Prozent auf 567 Zähler. Die Aktien von KPN gaben im Sog der Technologieschwäche ihre zuvor verbuchten Gewinne vollständig ab und schlossen unverändert bei 6,80 Euro.

WIEN - Geschlossen

Die Wiener Börse blieb am Donnerstag feiertagsbedingt geschlossen.

BRÜSSEL - Im Minus - Dexia stützen

Die Börse in Brüssel zeigte sich ebenfalls von Konjunkturängsten belastet. Der Bel 20-Index fiel um 0,79 Prozent auf 2834 Punkte. Agfa Gevaert verbilligten sich um 0,9 Prozent auf 16,85 Euro. Die Nachricht über einen massiven Stellenabbau bei Polaroid habe auch Agfa Gevaert belastet, sagten Händler. Unterstützung für den Index kam von dem weniger schwankungsanfälligen Wert Dexia. Die Aktien zogen um mehr als zwei Prozent an, trotzdem sie ex-Dividende notierten.

STOCKHOLM - Im Minus

Die Stockholmer Börse hat wie die anderen europäischen Börsen Verluste verbucht. Der OMX-Index gab um 2,23 Prozent auf 857 Zähler nach. Weiterhin Kursverluste verzeichnete Ericsson. Die Titel fielen um drei skr auf 52,50 skr.

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