Europäische Börsen im Blick
Anleger nehmen Gewinne mit

Die europäischen Aktienmärkte haben nach den deutlichen Kursanstiegen der Vortage am Freitag etwas an Terrain eingebüsst.

Reuters FRANKFURT. Der DJ Stoxx50-Index verlor 0,8 Prozent auf 2603,8 Zähler. Nach Händlerangaben kam es zu Gewinnmitnahmen bei Wochengewinnern wie etwa bei den französischen EADS, welche sieben Prozent nachgaben. Die grössten Kursverluste verbuchten durchschnittlich die Pharmatitel. Dabei brachen Schering über zehn Prozent ein, nachdem die US-Behörden die Zulassung eines Medikamentes abgelehnt hatten. Die Technologiewerte schlossen durchschnittlich trotz der nach unten revidierten Umsatzprognose des Telekomausrüsters Ericsson fester. Ericsson kletterten 15 Prozent auf 5,7 Kronen. Der Markt habe die Äusserung, wonach ein wichtiger Teilbereich von Ericsson nahe der Gewinnschwelle sei, positiv aufgenommen, hiess es. Die positiven Zahlen des US-Softwarekonzerns Microsoft hätten zudem verschiedene Softwaretitel wie etwa Business Object beflügelt, welche in Paris sieben Prozent stiegen. Chiperzeuger Infineon verbuchte ein Plus von 6,3 Prozent. Nokia gewannen rund 1,8 Prozent.

LONDON - Die Londoner Aktienbörse notierte nach den markanten Gewinnen in der Woche wieder schwächer. Der FTSE-100-Index ermässigte sich 0,96 Prozent auf 4130 Zähler. Der Markt habe eine Verschnaufpause eingelegt, sagten Händler. Vor allem Finanztitel gaben nach, was Händler mit Gewinnmitnahmen begründeten. Dabei fielen die Aktien der Bank Abbey National rund neun Prozent. Die Übernahme von Abbey durch die Bank of Ireland würde nicht zustande kommen, hiess es. Die Papiere der Bank Barclays verloren 3,9 Prozent und jene der Bank Lloyds 2,9 Prozent. Diageo ermässigten sich um 2,1 Prozent, nachdem Deutsche Bank die Titel des Getränkeriesen von ihrer Empfehlungsliste entfernt hatte. Die Titel der Softwarefirma Sage kletterten dagegen 5,6 Prozent, was Händler mit den positiven Zahlen des US-Softwarekonzerns Microsoft begründeten.

ZÜRICH - Die Schweizer Aktien präsentierten sich über weite Strecken über ein Prozent schwächer und lösten sich erst im Fahrwasser der im frühen Geschäft anziehenden US-Aktien von den Tiefstkursen. Händler sagten, Gewinnmitnahmen in den Versicherungen und Abgaben in Novartis von ausländischen Marktteilnehmern, darunter auch von Hedgefunds, hätten den Markt nach unten gezogen. Der SMI, der vor einer Woche noch bei 4769,5 Punkten geschlossen hatte, sank 0,52 Prozent auf 4967,2 Punkte. Novartis lösten sich vom Tagestief bei 55,60 und schlossen noch 2,25 Prozent tiefer auf 56,50 sfr. Roche kletterten fast zwei Prozent auf 108 sfr. Händler sprachen auch von Umschichtungen. Vom Novartis-Ergebnis enttäuschte Anleger stiegen auf Roche um, hiess es.

PARIS - Der CAC-40-Index der französischen Standardwerte büsste 0,82 Prozent auf 3156 Punkte ein. Kursgewinne von Danone wurden von Gewinnmitnahmen bei Titel wie EADS zu Nichte gemacht. Die Titel des Lebensmittelkonzerns Danone stiegen nach guten Quartalszahlen und der Bekräftigung seiner Prognosen 2,8 Prozent. EADS büssten dagegen 6,9 Prozent ein. Die Titel des Telekomriesen France Telecom schlossen noch 0,13 Prozent leichter. Der Telekomkonzern hatte Berichte dementiert, dem finanziell angeschlagenen vormaligen Partner Mobilcom einen Schuldenerlass im Milliardenhöhe zu gewähren. Die Aktien des IT-Unternehmens Cap Gemini gingen nach einem volatilen Handel 0,13 Prozent fester aus dem Handler. Kursgewinne verzeichneten auch Societe Generale und Axa , die jeweils gut ein Prozent anstiegen.

FRANKFURT - Kursverluste bei Schering sowie Gewinnmitnahmen nach der jüngsten Rally belasteten den Deutschen Aktienindex. "Nach einem Anstieg von 700 Punkten in den letzten Tagen ist das einfach eine Konsolidierung, und viele Anleger realisieren vor dem Wochenende ihre Gewinne", sagte ein Frankfurter Aktienhändler angesichts des schwächer tendierenden Dax. Die Gewinnmitnahmen trafen in erster Linie die Aktien der Banken und Versicherer, die in den vergangenen Tagen überdurchschnittlich zugelegt hatten. Der Dax fiel bis zum späten Nachmittag um 0,8 Prozent auf 3148 Zähler. Schering-Papiere litten unter der verweigerten Zulassung für ein Hormonersatzpräparat durch die US-Gesundheitsbehörde FDA.

BENELUX - Die Börsen im Benelux notierten uneinheitlich. Während der Amsterdamer AEX-Index 0,55 Prozent auf 345,34 und damit auf ein Fünfwochenhoch anstieg, büsste der Brüsseler Bel20-Index 0,36 Prozent auf 2031,7 Zähler ein. Die Amsterdamer Börse erhielt Unterstützung von den Technologiewerten ASML und Philips, welche 2,4 Prozent respektive 4,7 Prozent kletterten. In Brüssel büsste die Aktie des Finanzdienstleisters Dexia 4,4 Prozent ein.

MAILAND - An der Mailänder Börse gab der Mib30-Index 0,61 Prozent auf 23.389 Zähler nach. Die Aktie des krisengeschüttelten Autokonzerns Fiat schloss gegen den Trend fester, nachdem die Besitzerfamilie Agnelli einräumte, die Kontrolle über Fiat möglicherweise aufzugeben. Es gebe zudem Bestrebungen von Anlegern, der Regierung und den Gewerkschaften, die Krise bei Fiat beizulegen. Die Titel des Gas- und Ölkonzerns Eni verloren ein Prozent. Gesucht waren Capitalia, die über neun Prozent kletterten.

MADRID - In Madrid verlor der Ibex35-Index 0,21 Prozent auf 6010,8 Zähler. Hauptkursverlierer war die Hotelkette Sol Melia, deren Titel nach der Vorlage von Geschäftszahlen 4,9 Prozent nachgaben. Reiseanbieter Amadeus verzeichnete dagegen ein Plus von sieben Prozent. Die Titel der Telefonica Moviles schlossen nach der Unterzeichnung eines Joint Ventures mit der Portugal Telecom im Brasilien-Mobilfunkgeschäft vier Prozent im Minus, während die Aktien der Muttergesellschaft Telefonica 0,6 Prozent anzogen.

STOCKHOLM - Nach einer Achterbahnfahrt schlossen die skandinavischen Börsen fester. Der Stoxx Nordic Index gewann 1,2 Prozent auf 241,11 Punkte. Die Ericsson-Aktien drehten ins Plus, nachdem Finanzchef Sten Fornell auf einer Analystenkonferenz erklärte hatte, das Systemgeschäft hätte ohne Rückstellungen für Kundenfinanzierung bereits im dritten Quartal die Gewinnschwelle erreicht. Die Aktien der norwegischen TGS-Nopec verloren nach einer Gewinnwarnung dagegen ein Drittel an Wert.

WIEN - Der Wiener Aktienmarkt konnte die anfangs positive Tendenz gegen die international schwächeren Vorgaben nicht verteidigen und verabschiedete sich schwächer ins Wochenende. Der ATX stand zum Schluss 0,29 Prozent tiefer bei 1049,25 Punkten. AUA und Wienerberger waren fester, während Telekom Austria und Erste Bank tiefer aus dem Handel gingen. Erste Bank-Vorstand Reinhard Ortner relativierte auf der Gewinn-Messe die Ergebnisvorschau für 2002 leicht.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%