Europäische Börsen im Blick
Bombenanschlag beunruhigt Anleger

Die europäischen Börsen haben am Montag bis zum frühen Nachmittag belastet von der Nachricht über den Anschlag auf der indonesischen Ferieninsel Bali mehrheitlich schwächer tendiert.

Reuters FRANKFURT/M. Der DJ Stoxx50-Index büßte 0,2 Prozent auf 2 453 Punkte ein. Händler erklärten, die Nachricht, dass am Wochenende auf Bali bei Bombenanschlägen mindestens 183 Menschen getötet wurden, habe die hiesigen Anleger beunruhigt und die Märkte gedrückt. Zudem hätten einige Anleger, die in den letzten beiden Handelstagen der Vorwoche erzielten Gewinne wieder mitgenommen. Negativ erwiesen sich auch die US-Index-Futures, die eine schwächere Eröffnung an den US-Leitbörsen signalisierten.

Unter Druck standen vor allem Titel der Tourismusbranche sowie der Fluggesellschaften. Die Aktien des deutschen Reiseveranstalters TUI verloren sieben Prozent. Lufthansa ermässigten sich um 5,5 Prozent. Air France gaben um fünf Prozent nach. Unter Druck standen auch Auto-, Versicherungs-, und Technologiewerte. Bei diesen Werten hätten sich nach Gewinnen in der Vorwoche Gewinnmitnahmen bemerkbar gemacht, hiess es von Händlerseite.

Die Abwärtstendenz sei allerdings von Aufschlägen bei Pharmawerten etwas gebremst worden. Diese seien von den Titeln des britisch-schwedischen Medikamentenherstellers AstraZeneca beflügelt worden. Astra-Zeneca schnellten 13 Prozent in die Höhe. Händler verwiesen dabei einen für das Unternehmen günstigen Gerichtsentscheid in den USA sowie auf eine Heraufstufung des Wertes auf "neutral" von zuvor "underweight" durch J.P. Morgan. Die Titel der französischen Sanofi-Synthelabo verbesserten sich um 2,4 Prozent.

LONDON - Unterstützt von markanten Gewinnen bei AstraZeneca tendierte die Londoner Börse leicht fester. Der FTSE-100-Index notierte 0,1 Prozent fester auf 3 956 Zähler. Händler erklärten, die Aufschläge von 13 Prozent bei AstraZeneca hätten einem nach den Anschlägen auf Bali geschockten Markt zu einem leichten Plus verholfen. Auftrieb sei auch von der von mehreren Seiten umworbenen Abbey National gekommen, die 1,3 Prozent zulegten. Wie anderswo standen auch hier Werte aus der Tourismusbranche unter Druck. Die Titel der Fluggesellschaft British Airways büssten 1,7 Prozent ein.

ZÜRICH - Die Schweizer Aktien bröckelten nach einem freundlichen Start ab. Der SMI notierte 0,7 Prozent tiefer bei 4 739 Punkten. Die Aktien der Fluggesellschaft Swiss fielen um elf Prozent, die Papiere von Reiseveranstalter Kuoni verloren 1,1 Prozent. Novartis sanken vor den am Donnerstag erwarteten Zahlen ein Prozent, während Roche 1,5 Prozent gewannen. "Die Novartis-Zahlen werden entscheidend für den SMI aber auch für Konkurrent Roche sein," sagte ein Händler. Nestle sanken ein halbes Prozent. Die Chemiewerte und andere Zykliker zeigten sich im Verlauf mehrheitlich etwas unter Druck.

PARIS - Der CAC 40-Index der Pariser Börse verlor 0,4 Prozent auf 2 890 Zähler. Nach den Anschläge auf Bali erwiesen sich auch hier Werte aus der Tourismusbranche als Kurstreiber nach unten. Club Med verloren zwölf Prozent. Club Med besitzt auf Bali eine Ferienanlage. Gemieden wurden auch Air France, die fünf Prozent nachgaben. Für etwas Aufhellung sorgten dagegen Pharmawerte. Sanofi-Synthelab legten 2,4 Prozent zu. Händler verwiesen auf den Entscheid eines US-Gerichts zugunsten des britisch-schwedischen Pharmakonzerns AstraZeneca. Dabei seien die Patentrechte von AstraZeneca geschützt worden. Davon dürften auch Firmen wie Sanofi-Synthelabo und Aventis profitierten, die ebenfalls eine Reihe von patentgeschützten Medikamenten besitzen.

BENELUX - Die Benelux-Börsen notierten im Trend schwächer. Der AEX-Index büsste 0,6 Prozent auf 316 Punkte ein und der Brüsseler Bel20-Index verlor 0,2 Prozent auf 1 900 Zähler. Als Kurstreiber nach unten erwiesen sich Philips, die im Vorfeld der Bekanntgabe der Zahlen zum dritten Quartal 3,4 Prozent nachgaben. Nach den jüngsten Aufschlägen hätten sich bei Philips auch Gewinnmitnahmen bemerkbar gemacht, sagten Händler. Unter Druck standen auch Finanzwerte. ING gaben 2,4 Prozent nach. In Belgien büssten KBC Bancassurance 0,7 Prozent ein.

MAILAND - Belastet von Fiat und Mediolanum verlor der Mib30-Index der Mailänder Börse 0,8 Prozent auf 22 018 Punkte. Die Aktien des krisengeschüttelten Autokonzerns Fiat ermässigten sich um 2,6 Prozent. Mediolanum führten die Liste der Verlierer mit minus vier Prozent an. Unter Druck standen auch die Titel von UniCredito, die 1,7 Prozent nachgaben.

MADRID - Auch die Madrider Börse präsentierte sich im Trend schwächer Der Ibex35-Index verlor 0,4 Prozent auf 5 637 Zähler. Händler sagten, die Abwärtstendenz sei von den schwergewichtigen Banktiteln Santander Central Hispano und Banco Bilbao Vizcaya Argentaria ausgegangen, die 0,7 Prozent und ein Prozent nachgaben. Telefonica ermässigten sich um 1,1 Prozent. Unter Druck standen auch die Titel der Hotelkette Sol Melia, die 1,9 Prozent verloren.

SKANDINAVIEN - Die nordischen Börsen tendierten schwächer. Der DJ StoxxNordic-Index verlor 0,5 Prozent auf 221 Punkte. Die Titel des Telekomausrüsters Nokia notierten 0,6 Prozent leichter, während sich die Papiere des Rivalen Ericsson um 3,6 Prozent ermässigten. Unter Druck standen auch Telekomwerte. Telia büssten 3,8 Prozent ein. Sonera gaben 2,5 Prozent nach.

WIEN - Die Wiener Börse tendierte knapp gehalten Der ATX-Index notierte nur unwesentlich schwächer auf 1 014 Punkten. Im Fokus der Anleger standen wie am Freitag in der Vorwoche VA Tech, deren Aktien knapp zwei Prozent gewannen. Telekom Austria stiegen um 1,7 Prozent. Dagegen verloren Austrian Airlines 4,4 Prozent.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%