Europäische Börsen
Kurse geben nach: Tech- und Telekom-Titel vorne weg

Die europäischen Börsen haben den Handel am Freitag zumeist mit Verlusten beendet. Der DJ Stoxx50-Index notierte 1,47 Prozent im Minus bei 3437,3 Zählern. Marktteilnehmern zufolge haben die Anleger nach wie vor Zweifel, ob eine Erholung der Wirtschaft auch zu einem Anstieg der Unternehmensgewinne führen wird.

Reuters LONDON. Die Technologietitel wurden laut Händlern von der Gewinnwarnung des britischen IT-Unternehmens Logica belastet. Im Telekomsektor wirkte sich insbesondere die Herabstufung eines grossen Teils der Kredite des US-Telekommunikationskonzerns Worldcom auf "Junk Bond"-Status negativ aus.

Die Aktien des Konkurrenten CMG büssten knapp zehn Prozent ein. Bei den Telekomwerten im Vordergrund standen Deutsche Telekom und France Telecom. Die beiden Unternehmen haben Schulden von rund 60 Milliarden Euro. Die Aktien der beiden Unternehmen notierten auf einem Allzeittief.

Leichte Gewinne konnten Titel in den zyklischen Sektoren wie Grundstoffe, Automobil und Einzelhandel verzeichnen. Stärker war auch der Bausektor. Die Valoren der portugiesischen Cimpor zogen nach Spekulationen, Holcim könnte ihre Beteiligung abstossen, vier Prozent an. Novar rückten im Zuge einer Hochstufung durch UBS Warburg drei Prozent vor.

LONDON - Die Börse London schloss im Zuge nachgebender Technologie- und Telekomtitel leichter. Der FTSE100-Index sank 0,5 Prozent auf 5171 Punkte. Getrübt wurde der Markt durch die Gewinnwarnung des IT-Unternehmens Logica. Während die Aktie des Konkurrenten CMG über neun Prozent einbüsste, brachen Logica-Papiere rund 17 Prozent ein. Belastet haben Logica auch die Bekanntgabe eines Stellenabbaus und die Verschlechterung im Mobilfunkbereich.

Abgaben von rund drei Prozent mussten auch der Chiphersteller ARM und die Softwareschmiede Sage hinnehmen. Im Telekomsektor verloren Vodafone 4,6 Prozent. Händler verwiesen auf eine Senkung des Kurszieles durch die UBS Warburg. Vom Einbruch bei den Techwerten konnten die defensiven Titel profitieren. Dixons gewannen 1,4 Prozent.

ZÜRICH - Verluste in den Bankaktien belasteten die Schweizer Aktien. Nach Händlerangaben waren die Aktien der Geldhäuser von einer ganzen Reihe negativer Faktoren betroffen. So spielten die Untersuchungen in den USA gegen allzu positive Analysten und auch Unsicherheiten vor den in der nächsten Woche fälligen Quartalszahlen der beiden Schweizer Grossbanken eine Rolle. CS Group verloren 2,6 Prozent. UBS sanken ein knappes Prozent. Der SMI sank 0,94 Prozent auf 6533,1 Punkte. Händler sagten aber nicht nur die Banken auch Nestle und Novartis hätten den SMI belastet. Roche waren knapp gehalten. Nestle verloren zum Schluss mehr als ein Prozent.

PARIS - Die Pariser Börse gab etwas nach. Der CAC-40 Index sank 1,3 Prozent auf 4329,8 Punkte. Technologietitel wie Cap Gemini, die rund 6,4 Prozent einbüssten, standen unter Druck. Negativ fiel auch Konkurrent Atos Origin auf. Die Papiere verbilligten sich um 8,5 Prozent. Gar 9,6 Prozent schwächer waren im Zuge der europaweiten Schwäche der Telekomwerte France Telecom.

Zu den Gewinnern gehörte hingegen der Automobilhersteller Renault mit plus 2,1 Prozent.

FRANKFURT - Die anhaltende Unsicherheit über die Entwicklung der Unternehmensgewinne und die schwache Tendenz der US-Börsen belastete nach Angaben von Händlern die deutschen Aktienwerte erneut. Die Aktien der Deutschen Telekom fielen dabei auf ein neues Allzeittief von 12,32 Euro.

Auf der Gewinnerseite standen nach der Vorlage von erfreulichen Absatzzahlen dagegen BMW. Der Deutsche Aktienindex verlor 1,97 Prozent auf 4868 Zähler. Die Papiere von Infineon verloren derweil sechs Prozent auf 17,89 Euro. Die stark rückläufigen Preise für Speicherchips sorgten hier für einen Ausverkauf, hiess es. Deutliche Verluste verzeichneten auch die Aktien der Deutschen Bank, die sich um 2,6 Prozent auf 75,90 Euro verbilligten.

AMSTERDAM/BRÜSSEL - Die Benelux-Börsen schwächten sich ab. Der niederländische AEX-Index büsste 1,6 Prozent auf 490,5 Punkte ein. Der Brüsseler BEL 20-Index schloss marginal tiefer auf 2840,2 Zählern.

Druck ging in Amsterdam von den Aktien des Chiperzeugers ASML sowie der CMG-Gruppe aus. Kursverluste von 5,1 Prozent mussten ASML-Aktien hinnehmen. Die Gewinnwarnung von Logica belastete die Titel von CMG, die rund zehn Prozent absackten.

In Belgien verloren Fortis 1,2 Prozent.

MAILAND - An der italienischen Börse gab der Mib30-Index 1,4 Prozent auf 30.792 Zähler nach. Die Papiere des Versicherers Mediolanum verloren nach enttäuschenden Zahlen vom Vortag 6,8 Prozent. Die Aktien des Konkurrenten Fideuram büssten gar 8,4 Prozent ein. Telecom Italia wurden von der europäischen Schwäche im Telekomsektor belastet. Der Aktienkurs bröckelte um 2,4 Prozent ab. Erneut schwächer waren Pirelli.

MADRID - Unter der Führung von Telefonica schloss die Börse Madrid im Minus. Der IBEX-35-Index verlor 1,8 Prozent auf 8041 Zähler. Telefonica büssten 3,6 Prozent ein. Nächste Woche wird das Unternehmen die Zahlen für das erste Quartal präsentieren. Den Abwärtstrend verstärkten die Titel der Banken Banco Bilbao Vizcaya Argentaria und Santander Cental Hispano.

STOCKHOLM - Der Nordic Stoxx-Index der skandinavischen Börsen gab rund zwei Prozent auf 307,2 Zähler nach. Die schwergewichtigen Telekomausrüster Ericsson und Nokia lasteten mit Kursverlusten von über vier Prozent auf dem Index. Bei den Telekomwerten sackten Tele2 acht Prozent ab. Die Papiere der vor der Fusion stehenden Telia und Sonera büssten beide fünf Prozent ein.

WIEN - Die Wiener Börse war zeitweise von Gewinnmitnahmen in Erste Bank deutlich belastet. Für etwas Gegengewicht sorgten allerdings leichte Kursgewinne bei einer Reihe anderer ATX-Werte. Erste Bank schlossen bei 83 Euro. Der ATX ging fast parallel mit den deutlichen Bewegungen bei Erste Bank mehr oder weniger stark nach unten und schloss bei 1343,58 Punkten.

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