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Europäische Börsen markieren neue Tiefstände

Angst vor neuen Gewinneinbrüchen bei wichtigen Unternehmen ließ die Indizes in den Keller sinken.

Reuters FRANKFURT. Die europäischen Börsen sind am Donnerstag deutlich unter Druck geraten, wobei die Indizes teilweise neue Tiefstände markiert hatten. Die Senkung der Umsatzerwartung von hat Händlern zufolge die Sorgen über Gewinneinbrüche verstärkt. Zudem kamen Befürchtungen, der weltgrößte Chiphersteller Intel könne am Abend nach US-Börsenschluss einen negativen Geschäftsausblick bekannt geben, hieß es. Vor allem Telekomwerte verbuchten Kursabschläge. "Telekomunternehmen werden zurzeit bestraft, und das wird solange andauern bis das Vertrauen in den Sektor europaweit wieder wächst", sagte ein Händler.

An den US-Börsen gab der Technologie-Index Nasdaq bis zum frühen Abend um 2,8 % auf 1710 Punkte nach, der Industriewerte-Index Dow Jones verlor rund zwei Prozent auf 9828 Zähler.

Der Stoxx-50-Index für die größten Unternehmen aus der EU und der Schweiz notierte zur selben Zeit 2,8 % tiefer auf 3501 Punkten. Der Euro-Stoxx-50-Index für die Blue Chips aus der Europäischen Währungsunion (EWU) lag mit 3546 Punkten 2,5 % im Minus.



LONDON - FTSE-Index schließt auf Drei-Jahres-Tief

An der Londoner Börse hat der FTSE-Index mit einem Abschlag von 2,1 % bei 5204 Punkten und damit auf dem tiefsten Stand seit Oktober 1998 geschlossen. Zuvor hatte das Kursbarometer die psychologisch wichtige Marke von 5300 Punkten durchbrochen. Alle Sektoren verbuchten Händlerangaben zufolge Kursabgaben. Marconi-Aktien setzten ihre Talfahrt fort und verloren 23,7 %, was Händler auf Bedenken über den Schuldenberg des Unternehmens zurückführten. Indexschwergewicht Vodafone gab um 3,7 % nach.



ZÜRICH - Geben auf breiter Front nach

Die Aktien an der Schweizer Börse haben erneut auf breiter Front nachgegeben. Der SMI-Index schloss um 1,7 % niedriger auf 6395 Punkten. Es herrsche eine Ausverkaufsmentalität, hieß es am Markt. Dab sei es bei einigen Werten wie etwa Zurich, Kudelski, Adecco oder Swatch zu heftigen Kursverlusten gekommen. Zurich-Aktien gaben um mehr als neun Prozent auf 425 sfr nach, nachdem das Unternehmen für das erste Halbjahr 2001 auf Grund sinkender Kapitalerträge einen Gewinnrückgang ausgewiesen hatte.



PARIS - Massive Kursverluste bei Chiphersteller STM

Belastet von massiven Kursverlusten des Chipherstellers STMicroelectronics hat der CAC40 an der Pariser Börse auf dem tiefsten Stand seit August 1999 geschlossen. Das Kursbarometer verbuchte einen Abschlag von knapp zwei Prozent auf 4480 Zähler. Belastet von den Bedenken über einen möglicherweise enttäuschenden Ausblick von Intel sind Händlern zufolge die Aktien von STMicroelectronics um zwölf Prozent ins Minus auf 28,30 Euro gerutscht. France Telecom fielen um neun Prozent. Am Mittwoch hatte das Unternehmen nach Börsenschluss für das erste Halbjahr 2001 einen Rückgang beim Reingewinn um 49 % bekannt gegeben.



MAILAND - Finanzwerte schwächer

Die Mailänder Börse ist dem europäischen Trend folgend in die Verlustzone gerutscht. Der Mib30-Index fiel um 2,9 % auf 33 126 Punkte. Unter Druck gerieten die Aktien von Vermögensverwaltern, wobei Fideuram-Papier 5,7 % einbüßten. Mediolanum verloren 9,3 %. Die Aktien von Telecom Italia Mobile gaben um 6,2 % nach.



MADRID - Ibex-Index unter 8000 Punkte gefallen

Der Ibex-Index der Madrider Börse hat mit einem Minus von 2,6 % bei 7904 Zählern und damit auf dem tiefsten Stand seit drei Jahren geschlossen. Wie auch andere europäische Telekomwerte verbilligten sich Telefonica-Aktien um 5,7 % auf 11,50 Euro. Die Indexschwergewichte Banco Santander Central Hispano und Banco Bilbao Vizcaya Argentaria gaben jeweils um 2,6 % nach.



AMSTERDAM - AEX-Index schließt auf 20-Monats-Tief

An der Amsterdamer Börse hat der AEX-Index auf dem tiefsten Stand seit 20 Monaten geschlossen. Das Kursbarometer ging mit einem Minus von 2,5 % auf 500,33 Punkten aus dem Handel. Philips fielen um 7,8 % auf 26,20 Euro und damit auf den tiefsten Stand seit November 1999. Unter Druck standen auch die Finanzwerte. ABN Amro büßten 1,6 % ein, ING verloren 3,3 %.



WIEN - Wienerberger im Minus

Der ATX-Index der Wiener Börse schloss um 0,5 % schwächer bei 843 Zähler nach. Zu den größten Kursverlierern zählten die Aktien des weltgrößten Ziegelherstellers Wienerberger. Sie fielen um 5,9 % auf 16 Euro. Händler führten den Kursrückgang auf schlechte Halbjahreszahlen und Rückstufungen zurück. "Bei Wienerberger findet nach den Zahlen eine fundamentale Neubewertung statt", sagte ein Händler. "Die Anleger werden aber wiederkommen, weil Wienerberger ja ein grundsolides Unternehmen ist", hieß es weiter.



BRÜSSEL - Fortis belastet

Wie die anderen europäischen Börsen hat der Aktienmarkt in Brüssel schwächer geschlossen. Der Bel20-Index ging mit einem Minus von 1,2 % auf 2853 Punkten aus der Sitzung. Die Aktien von Fortis, die mit 21 % in dem Index gewichtet sind, fielen um 4,3 % auf 29,13 Euro. KBC gaben um rund ein Prozent nach, Dexia verloren 1,9 %. Die Aktien von Umicore verbilligten sich um 4,4 % auf 44 Euro, nachdem das Unternehmen für das Gesamtjahr einen unveränderten operativen Gewinn prognostiziert hatte.



STOCKHOLM - Nokia unter Druck

Der OMX-Index an der Stockholmer Börse schloss um 1,45 % schwächer auf 752,13 Punkten. Die Aktien des Indexschwergewichts Ericsson verbilligten sich auf 41,80 skr.

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