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Europäische Börsen mehrheitlich schwach

Die europäischen Börsen haben am Freitag bis zum Mittag mehrheitlich schwach tendiert. Vor allem die Technologiewerte gaben deutlich nach. Händler führten dies vor allem auf die Umsatzwarnung des weltgrößten Chipherstellers Intel zurück. "Intel ist das Thema des Tages", sagte Peter de Bie von der Fortis Investment Bank. Die Warnung des Unternehmens sei "einfach nicht gut für den Sektor". Geringe Handelsvolumina waren nach Angaben von Börsianern darauf zurückzuführen, dass die Märkte auf die Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten am Mittag (MEZ) warteten.

Die US-Märkte hatten am Donnerstag uneinheitlich geschlossen. Der Dow Jones-Index war den fünften Tag in Folge gestiegen, was es seit Weihnachten nicht mehr gegeben hatte. Der Blue-Chip-Index für Standardwerte schloss den Handel mit einem Plus von 1,20 % bei 10 858 Zählern, der höchste Schlussstand seit drei Wochen. Der breiter gestreute S&P 500-Index kletterte um 0,23 % auf 1 265 Zähler. Der Index der US-Technologie-Börse Nasdaq verlor 2,5 % auf 2 169 Zähler. Die Gewinnwarnung des Internet-Portals Yahoo am Mittwoch hatte Händlern zufolge Sorgen geweckt, dass noch weitere Gewinnwarnungen anstehen könnten. Die Yahoo-Aktien selbst fielen auf ein Mehrjahres-Tief.

Eine neue Umsatzwarnung nach Börsenschluss am Donnerstag kam von Intel. Der weltgrößte Chiphersteller kündigte für das erste Quartal einen stärkeren Umsatzrückgang als erwartet an sowie die Streichung von 5000 seiner 87 000 Stellen. Der Kurs der Intel-Aktie fiel daraufhin im nachbörslichen Handel deutlich.

Der S&P-Future deutete am Mittag mit einem Plus von einem Punkt auf 1 266 Zähler auf eine behauptete Eröffnung der Wall Street hin. Der Nasdaq-Future notierte 39,5 Punkte im Minus bei 1 949 Zählern und wies damit auf einen schwachen Auftakt der Technologiebörse hin.

Der Stoxx-50-Index für die größten Unternehmen aus der EU und der Schweiz fiel bis zum Mittag um knapp ein % auf 4148 Zähler, während der Euro-Stoxx-50-Index für die Standardwerte aus der Europäischen Währungsunion (EWU) um 0,32 % auf 4 356 Punkte nachgab.

London - Schwach mit Verlusten bei Telekom und Banken

Die Londoner Aktienwerte präsentierten sich am Freitagvormittag schwach. Der FTSE 100-Index behauptete sich knapp über seinen Tages-Tiefstwerten und notierte gegen Mittag 0,43 % niedriger bei 5 977 Zählern. Nach der Intel-Umsatzwarnung verzeichneten Tech- und Telekomwerte Kursverluste. Telekomausstatter Marconi verlor bis zum Mittag 6,3 %, Chip-Designer ARM und Softwareentwickler Aunonomy büßten jeweils über 3 % ein. Die Geldinstitute Abbey National und Lloyds TSB gaben ebenfalls beide über drei % nach, nachdem die britischen Wettbewerbshüter Hoffnungen auf eine erfolgreiche Übernahme von Abbey durch Lloyds gedämpft hatten.

Zürich - Wenig verändert dank defensiver Werte

Die Schweizer Börse präsentierte sich am Freitag leichter. Der SMI-Index tendierte gegen Mittag um 0,2 % niedriger. Händler sagten, der Markt werde durch steigende Kurse in den defensiven Werten vor einem stärkeren Kursrückgang bewahrt. Profitieren konnten Titel wie der Pharmawert Roche mit einem Plus von 1,3 % und der Versicherer Swiss Reinsurance mit knapp einem % im Plus.

Paris - Schwach mit Verlusten bei Air Liquide

Die Pariser Börse tendierte am Freitag vormittag schwach. Der CAC 40 notierte bis zum Mittag mit knapp einem % niedriger bei 5 388 Zählern. "Was wir aus dieser Woche gelernt haben, ist, dass es für eine Rally an den Märkten immer noch zu früh ist", sagte ein Händler. Der Industriegaseproduzent Air Liquide gab über 5 % nach, nachdem der Mischkonzern Suez Lyonnaise des Eaux die Übernahmeverhandlungen für beendet erklärt hatte. Suez Lyonnaise notierten am Mittag mit 5,9 % im Plus bei 167 Euro. Im Technologiesektor fielen STMicroelectronics nach der Umsatzwarnung von Intel um fünf %, und die Aktie des Telekomausrüsters Alcatel gab 3,54 % nach.

Mailand - Schächer durch Telekom

Die Titel an der Mailänder Börse präsentierten sich zum Wochenende ebenfalls schwächer. Der Mib30-Index notierte bis zum Mittag 0,33 % niedriger bei 39 769 Zählern. "Der Markt möchte wachsen, aber leider müssen wir in Betracht ziehen, was an den US-Märkten passiert", sagte ein Händler. Telecom Italia gaben 1,5 % ab auf 11,5 Euro. Der Mobilfunkbetreiber Telecom Italia Mobile (TIM) büßte 1,2 % ein. Weiter stark gehandelt wurde die Mediengruppe Seat Pagine Gialle, nachdem ein römisches Gericht am Donnerstag der Übernahme der Fernsehgruppe TMC zugestimmt hatte. Seat Pagine verloren bis zum Mittag 3 %.

Madrid - Schwach mit Verlusten bei Telekomwerten

Der Handel an der Madrider Börse stand am Freitag Händlern zufolge im Schatten der Umsatzwarnung von Intel. Der IBEX 35-Index notierte bis zum Mittag mit 0,39 % schwächer bei 9 760 Zählern. "Diese schwache Tendenz wird solange anhalten, bis die Federal Reserve ihre Zinspolitik klar gemacht hat. Für heute erwarten wir mehr Volatilität", sagte ein Händler. Das Telekomunternehmen Telefonica büßte 1,3 % auf 18,76 Euro ein, seine Internetsparte Terra Lycos gab 0,5 % ab.

Amsterdam - Gut behauptet dank Standardwerten

Die niederländischen Aktienwerte tendierten bis Freitagmittag gut behauptet dank Kursgewinnen bei den Standardwerten. Technologie- und Telekomwerte gaben dagegen nach der Intel-Umsatzwarnung ab. Bis zum Mittag notierte der AEX-Index 0,14 % im Plus bei 596,16 Zählern. Die Aktien des Chipherstellers ASML und des Nebenwerts ASMI gaben beide deutlich ab. ASML fielen um 4,4 % auf 25,71 Euro, ASMI büßten 6,5 % ein. Das Telekomunternehmen Versatel verlor 5,9 % auf 10,27 Euro. Zu den Kursgewinnern gehörten der Lebensversicherer Aegon mit einem Plus von 3 %, Fortis mit einem Plus von 2,7 % und Unilever, die 1,5 % höher notierten.

Wien - Leichter bei schwachem Handel

Die Wiener Börse präsentierte sich am Freitag leichter, wobei vor allem Telekomwerten unter Druck gerieten. Der ATX-Index verlor bis zum Mittag 0,89 % auf 1 204 Zähler. Die Telekom Austria gab 0,93 % ab auf 6,40 Euro. Austrian Airline notierten ebenfalls mit 2,1 % im Minus bei 15,71 Euro, und der Energiekonzern EVN verlor 3 % auf 32,75 Euro. Zulegen konnten dagegen VA Technologie mit knapp 1 %.

Brüssel - Gut behauptet mit Rekordtief bei Mobistar

In Brüssel notierte der Bel 20-Index am Mittag gut behauptet mit einem Plus von 0,3 % bei 2 978 Zählern. "Es ist ein typischer Freitag mit schwachem Handelsvolumen", sagte ein Händler. Der Markt warte gespannt auf die Arbeitsmarktzahlen aus den USA. Die Umsatzwarnung von Intel belastete allerdings nach Händlerangaben die Technologie- und Telekomtitel. Das Mobilfunkunternehmen Mobistar fiel am Freitag vormittag auf ein neues Allzeittief. Mobistar gaben bis zum Mittag 14,7 % ab auf 19,2 Euro. Analysten führten diesen Kurssturz auf Bedenken hinsichtlich der UMTS-Pläne von Mobistar zurück. Das Indexschwergewicht Fortis gewann bis zum Mittag wieder an Boden und lag mit knapp 3 % im Plus.

Stockholm - Schwach zum Wochenende

Die Stockholmer Börse präsentierte sich am Freitag schwach, der OMX-Index tendierte mit 1,34 % im Minus auf 975 Zählern. Händlerangaben zufolge wirkte sich die Umsatzwarnung von Intel negativ auf die Techwerte aus. Außerdem hätten Privatanleger ihr Vertrauen in den Markt verloren und würden nicht mehr kaufen. Das Telekomunternehmen Ericsson verlor 4,6 % auf 83 schwedische Kronen. Autohersteller Volvo büßte anfängliche leichte Gewinne wieder ein und notierte gegen Mittag unverändert bei 187 schwedischen Kronen. Reuters hatte am Donnerstag aus Branchenkreisen erfahren, dass Volvo seinen rund dreiprozentigen Anteil an Mitsubishi Motors Corp an deren Partner DaimlerChrysler verkaufen wolle.

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