Europäische Börsen schließen im Plus

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Europäische Börsen schließen im Plus

Die wichtigsten Aktienbörsen Europas haben am Mittwoch beflügelt von besser als erwarteten US-Einzelhandelsdaten und der fester einsetzenden Wall Street fast ausnahmslos zugelegt.

Reuters. Der DJ Stoxx50-Index verbesserte sich um fast ein Prozent auf 3 545 Zähler. Vor allem zyklische Werte profitierten von der robusten Konsumnachfrage in den USA, die nach Einschätzung von Analysten den Weg für eine rasche und nachhaltige Erholung der weltgrössten Volkswirtschaft ebnen könnte. Aktien der Grundstoffindustrie profitierten davon, dass Merrill Lynch die Einstufung "übergewichten" bestätigte. So legten die Bergbauwerte BHP Billiton, Rio Tinto und Anglo American markant.

Zu den größten Gewinnern gehörten Autowerte, die von den Ergebnisausweisen der beiden französischen Autobauer Renault und PSA Peugeot Citroen Auftrieb erhielten. Renault stiegen 5,5 % und PSA gewannen 2,5 %. Auch DaimlerChrysler legten deutliche 2,3 % zu. Getrübt wurde die Stimmung von schwächeren Telekomtiteln, deren grosse Schuldenlast zu einem strategischen Problem zu werden drohe. BT Group verloren über 2,2 % und Vodafone sowie Deutsche Telekom büssten 0,4 % ein.

London: An der Londoner Börse stieg der Blue Chip-Index FTSE-100 0,35 % auf 5 154 Punkte. Händler erklärten, der freundliche Start der US-Börsen habe die Kurse beflügelt. Gesucht waren nach einem soliden Ergebnisausweis des Nahrungsmittel- und Getränkekonzerns Cadburry Schweppes vor allem defensive Werte. Weiter unter Abgabedruck standen hingegen Telekomtitel, die nach wie vor unter den Sorgen über die Bilanzpraktiken und Ergebnisse litten. Cadbury Schweppes gewannen 4,8 %. Als Marktstütze erwiesen sich auch die Rohstoffwerte BHP Billiton, Rio Tinto und Anglo American. Weiter waren Finanzaktien wie Barcleys oder Lloyds unter den Gewinnern zu finden. Kräftige Einbussen erlitten hingegen Cable & Wireless mit minus 4,4 % und die Titel des Mobilfunkanbieters mm02, die 4,9 % einbrachen.

Paris: An der Pariser Börse schloss der CAC-40-Index rund 0,6 % fester auf 4 364 Punkte, dem höchsten Schlussstand seit einer Woche. Für Auftrieb sorgten laut Händlerangaben freundliche Autowerte sowie kräftige Aufschläge von fünf Prozent beim Pharmaschwergewicht Aventis. Der Pharmakonzern hatte über eine Zunahme seines Netto-Gewinns um fast 40 % berichtet und sich optimistisch über die Geschäftsentwicklung im laufenden Jahr geäußert. Die Autobauer Renault und PSA Peugeot Citroen verbesserten sich um fünf beziehungsweise 2,5 %. Während Renault von der Bekanntgabe stabiler Erträge im Jahr 2001 profitierten, wurden PSA Peugeot Citroen von einen Gewinnanstieg von 29 % im Jahr 2001 beflügelt.

Zürich: Die Schweizer Aktien legten nach einem verhaltenen Verlauf im späteren Geschäft deutlich zu. Einzig ABB hätten sich nicht von ihrem Druck lösen können und weiter nachgegeben. Der Gesamtmarkt habe im Fahrwasser der US-Aktien, die von positiven Einzelhandelsumsätzen profitiert hätten, kräftig zulegen können, sagten Händler. Der SMI schloss 1,34 % höher auf 6 337,0 Punkten. ABB sanken nach Veröffentlichung der Ergebnisse und nach der Pressekonferenz 5,7 %. Der angekündigte Aktienrückkauf der Swisscom von rund zehn Prozent des Kapitals wurde im Markt begrüßt. Swisscom stiegen fast vier Prozent auf 515 sfr. Serono, die jüngst wegen ihrem MS-Medikament Rebif unter Druck geraten waren, gewannen nach dem Jahresausweis über sechs Prozent.

Amsterdam: An der Amsterdamer Börse notierte der Standardwerteindex AEX zum Handelsschluss 0,75 % fester auf 494 Punkten. Unterstützung für den Index kam von AMSL International, deren Titel über drei Prozent anzogen. Händler verwiesen auf die positive Auftragsentwicklung beim Branchenführer Applied Materials vom Vortag. In der Gunst der Anleger standen auch Titel aus dem Nahrungsmittel- und Getränkesektors. Unilever und Heineken rückten um jeweils 1,6 % vor. Grösster Verlierer waren wie am Vortag die Papiere des Datenkommunikationsunternehmens KPNQwest, die über zehn Prozent einbrachen.

Mailand: An der Börse Mailand stieg der Mib-30-Index der Standardwerte 1,7 % auf 30 778 Zähler. Händler verwiesen auf die positiven Impulse der US-Märkte. In der Gunst der Anleger standen die Titel der Telecom Italia-Gruppe. Während die Mobilfunktochter Telecom Mobile 2,75 % vorrückten, stiegen die Aktien der Festnetzeinheit Telecom Italia um 1,4 %. Die Papiere von Olivetti, die die Mehrheit an der Telecom Italia-Gruppe halten, verbesserten sich um fast drei Prozent. Im Trend positiv notierten auch die meisten Bankenwerte. Sanpaolo kletterten fast zwei Prozent.

Madrid: An der Madrider Börse verbesserte sich der Ibex-35-Index um ein Prozent auf 7 867 Zähler. Positive Signale von der argentinischen Währungsfront sowie kräftige Gewinne des Index-Schwergewichtes Telefonica von 1,6 % hätten die Kurse anziehen lassen, sagten Händler. Die beiden Großbanken Bank Banco Bilbao Vizcaya Argentaria und Santander Central Hispano verbesserten sich um über zwei beziehungsweise um fast ein Prozent.

Stockholm: Der schwedische OMX-Index verlor 0,2 % auf 783 Punkte. Händler erklärten, enttäuschende Ergebnisse sowie deutliche Kursverluste bei ABB und Skandia hätten den Markt belastet. Die Titel des Elektrotechnik-Konzerns ABB brachen um beinahe sechs Prozent ein. Zuvor hatte ABB über einen Verlust von 691 Mill. US-Dollar im Geschäftsjahr 2001 berichtet. Die Papiere des Finanzkonzerns Skandia brachen gar um fast sieben Prozent ein. Händler verwiesen einen Verlustausweis für 2001 sowie Marktsorgen über den Verschuldungsgrad des Unternehmens.

Brüssel: An der Brüsseler Börse schloss der Bel20-Index 0,4 % höher bei 2 788,38 Punkten. Auftrieb verliehen dem Index die Valoren im Brauerei- und Konsumsektor. Händler machten generell einen Trend in Richtung defensive Werte aus. Interbrew stiegen in regem Handel 1,3 %. Die Aktien des Medikamentenherstellers UCB erhöhten sich nach einem guten Jahresausweis von Konkurrent Aventis um 2,7 %.

Wien: Die Wiener Aktien schlossen mit gutem Volumen fester. Nachfrage nach OMV und Erste Bank ließen den Markt gegen Sitzungsende ins Plus drehen. Der ATX legte 0,7 % auf 1 225,62 Punkte zu. Verbund gaben 2,2 % nach. Österreichs Wirtschaftsminister Martin Bartenstein hatte erklärt, dass die Gespräche zwischen der deutschen Eon und Verbund in Bezug auf ein gemeinsames Wasserkraftunternehmen bis Ende April 2002 auf Eis gelegt seien.

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