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Europäische Börsen tendieren leichter

Händler begründeten die schwache Marktentwicklung damit, dass nach neuesten US-Konjunkturdaten die Zinsen in den USA vielleicht doch nur um einen Viertel statt um einen halben Prozentpunkt und damit schwächer als erwartet gesenkt würden.

LONDON. An den europäischen Börsen haben die Kurse am Montag im Vorfeld der mit Spannung erwarteten Zinsentscheidung der US-Notenbank fast durchgehend deutlich nachgegeben. Händler begründeten die schwache Marktentwicklung damit, dass nach neuesten US-Konjunkturdaten die Zinsen in den USA vielleicht doch nur um einen Viertel statt um einen halben Prozentpunkt und damit schwächer als erwartet gesenkt würden. "Es könnte eine gewisse Enttäuschung geben, da die Märkte einen halben Prozentpunkt erwarten. Aber ich denke, ein Viertel Prozentpunkt ist wahrscheinlicher", sagte ein Händler in London.

Der Stoxx-50-Index für die größten Unternehmen aus der EU und der Schweiz gab bis zum Mittag um 1,3 Prozent auf 4207 Punkte nach. Überdurchschnittliche Verluste verzeichneten Aktien von Telekom -, Technologie- und Medienunternehmen. Finanzexperten begründeten die Einbußen auch mit dem schwachen Schluss der US-Börsen vom Freitag. Außerdem deuteten die US-Futures als wichtige Indikatoren für den nächsten Börsentag auf eine schwächere Eröffnung der US-Börsen auch am Montag hin.

LONDON - Schwächer durch Telekom-Werte

An der Londoner Börse ist der FTSE-Index getrieben unter anderem durch Einbußen bei Telekom-Werten bis zum Mittag um 1,2 Prozent auf 5825 Punkte gefallen. Händler sagten, es gebe Befürchtungen, die US-Zinsen könnten um weniger als 50 Basispunkte gesenkt werden. Rund ein Drittel des Indexrückgangs steuerten Aktien von Telekom-Unternehmen bei. Die Aktie von Indexschwergewicht Vodafone gab um 2,3 Prozent nach. Die Aktien der Hypothekenbank Abbey National hielten sich gegen den Markttrend etwa auf dem Schlussniveau vom Freitag. In Medienberichten hatte es geheißen, die Bankengruppe Barclays ziehe in Betracht, mit einem freundlichen Übernahmeangebot als "weißer Ritter" aufzutreten, falls die Wettbewerbsbehörden ein feindliches Übernahmeangebot des Konkurrenten Lloyds TSB für Abbey genehmigten.

ZÜRICH - Schwächer vor Fed-Entscheid, UBS belastet

An der Schweizer Börse ist der Standardwerte-Index SMI bis zum Mittag im Vorfeld der US-Zinsentscheidung und belastet durch Kursverluste von Schwergewicht UBS um 0,7 Prozent auf 7466 Punkte gefallen. Die Aktie des Bankkonzerns UBS verlor einen Tag vor der erwarteten Bekanntgabe seiner Quartalszahlen 2,3 Prozent an Wert. Analysten rechnen damit, dass der Gewinn von UBS im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahresquartal um fast ein Viertel gesunken sein dürfte. Novartis-Aktien behaupteten in etwa ihren Vortageswert, nachdem das Unternehmen über Studien über angeblich gute Wirkungen einiger Medikamente berichtet hatte. Händler sprachen insgesamt von einer abwartenden Haltung der Investoren, bis die Zinsentscheidung der US-Notenbank am Dienstag bekannt sei.

PARIS - Technologieaktien belasten den Markt

An der Pariser Börse hat der CAC-Index der 40 wichtigsten Werte belastet durch Kursverluste von Technologiewerten im Vorfeld der US-Zinsentscheidung um 1,4 Prozent auf 5489 Punkte nachgegeben. "Jeder wartet auf die Fed", sagte ein Händler. Am stärksten betroffen von der Unsicherheit waren Technologie-, Telekommunikations- und Medienwerte. Die Aktien der Konzerne Bouygues und Alcatel gaben um mehr als drei Prozent nach. Größter Verlierer mit minus 15 Prozent war die Aktie der Mediengruppe NRJ, die angekündigt hatte, die Prognosen der Finanzmärkte für das Geschäftsjahr 2000/01 wegen der Schwäche am Werbemarkt nicht zu erreichen.

MAILAND - Markt wartet auf Wahlergebnis

Der Mailänder MIB30-Index hat unter anderem wegen des noch unklaren Ausgangs der Parlamentswahl in Italien bis zum Mittag um 0,4 Prozent auf 39.763 Punkte nachgegeben und damit allgemein vorhergesagte Zuwächse zunächst auf sich warten lassen. Bis zum Mittag war noch unklar, ob das Mitte-Rechts-Bündnis des Medienunternehmers Silvio Berlusconi in beiden Parlamentskammern die Mehrheit bekommen wird. Die Aktie des von Berlusconis Familie kontrollierten Unternehmens Mediaset legte vor dem Hintergrund des erwarteten Wahlsiegs Berlusconis um ein Prozent zu, da erneut Spekulationen über einen Verkauf aufkamen. MADRID - Belastet durch Finanzwerte An der Madrider Börse hat der Ibex-35-Index belastet durch Finanzwerte bis zum Mittag um 0,6 Prozent auf 9628 Punkte nachgegeben. Die Aktien der Großbanken BSCH und BBVA , die zusammen rund 30 Prozent zu dem Index beisteuern, gaben um knapp ein Prozent nach. Händler begründeten dies unter anderem mit Sorgen über deren Lateinamerika-Geschäft.

> AMSTERDAM - Vor Fed-Entscheid schwächer, Numico steigt

An der Amsterdamer Börse hat der AEX-Index vor dem Hintergrund des schwächeren Börsenschlusses in den USA vom Freitag und wegen der abwartenden Haltung vor dem Zinsentscheid der Fed bis zum Mittag 1,3 Prozent auf 584 Punkte nachgegeben. Die Aktie des Lebensmittelkonzerns Numico legte gegen den Markttrend um 2,6 Prozent zu, nachdem sich das Unternehmen prinzipiell offen für eine Übernahme gezeigt hatte. Die Aktie der Kabelgesellschaft UPC gab nach Berichten über Verluste ihrer Internet-Tochter Chello um 1,6 Prozent nach.

WIEN - Gegen den Trend behauptet

An der Wiener Börse hat der ATX-Index bis zum Mittag mit einem Minus von 0,15 Prozent den Schlussstand vom Freitag gegen den europäischen Trend nahezu behauptet. Händler zeigten sich zuversichtlich, dass sich die Börse auch weiter besser entwickeln könnte als andere Märkte in Europa. Die Aktie des Telekom-Unternehmens CyperTron legte um zwölf Prozent zu, was Händler mit Übernahmegerüchten begründeten.

BRÜSSEL - Schwächer bei trägem Handel

An der Brüsseler Börse hat der Bel-20-Standardwerteindex bis zum Mittag um 0,6 Prozent nachgegeben, was Finanzexperten mit der abwartenden Haltung der Anleger vor der US-Zinsentscheidung begründeten. Die Finanzwerte Fortis B und KBC Bancassecurance gaben nach. Die positiven Auswirkungen der Leitzinssenkung in der Euro-Zone vom vergangenen Donnerstag ließen nach, hieß es.

STOCKHOLM - US-Märkte belasteten Telekom-Aktien

An der Stockholmer Börse ist der OMX-Index bis zum Mittag um 0,6 Prozent auf 910 Zähler gefallen. Belastet wurde der Markt nach Angaben von Händlern vor allem durch Telekom-Werte, die nach dem schwachen Schluss der US-Börsen vom Freitag fast durchgehend leichter tendierten. Die Aktie des Lüftungs- und Baumaterialherstellers Lindab legte nach einem Kaufangebot um 14 Prozent zu.

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