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Europäische Börsen vor US-Zahlen überwiegend schwächer

Die europäischen Börsen haben am Dienstag überwiegend schwächer geschlossen. Händler begründeten die Entwicklung mit der Zurückhaltung der Investoren im Vorfeld der in dieser Woche anstehenden Quartalszahlen wichtiger US-Unternehmen.

Reuters FRANKFURT. Die Umsätze blieben deshalb an den meisten Börsen moderat. Unter Abgabedruck standen europaweit die Telekomwerte, was Börsianer auf die derzeit schlechte Stimmung für Hochtechnologiewerte zurückführten. Belastet worden seien die europäischen Börsen auch von der Aussicht auf eine Reduzierung der Erdöl-Fördermengen. Die Mitgliedsstaaten der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) werden am Mittwoch sich über eine mögliche Reduzierung der Öl-Exporte um rund 1,5 Mill. Barrel (1 Barrel = 159 Liter) täglich beraten. Geringere Fördermengen hätten steigende Ölpreise zur Folge, die wiederum die Volkswirtschaften belasten dürften, sagten Händler.

Der Stoxx-50-Index für die größten Unternehmen aus der EU und der Schweiz fiel bis zum Abend 1,5 % auf 4 443 Zähler, der Euro-Stoxx-50-Index für die Blue Chips aus der Europäischen Währungsunion (EWU) verlor ebenfalls 1,5 % auf 4 692 Punkte.



London: Telekomwerte unter Abgabedruck

An der Londoner Börse ist der FTSE-100-Index unter 6 100 Punkte gefallen. Das Börsenbarometer gab um 1,4 % auf 6 083 Zähler nach. Unter Abgabedruck hätten insbesondere die Telekomwerte gestanden, sagten Händler. Vodafone brachen um 3,7 % ein, Colt Telecom sogar um 8,8 %. Bei den Einzelhandelswerten büßten Kingfisher 9,8 % ein. Das Unternehmen war mit seinen Umsatzzahlen für die Weihnachtsfeiertage zwar etwas über den Erwartungen der Analysten geblieben. Dies betraf aber vor allem Geschäfte mit niedriger Gewinnspanne. Die Zahlen des Wettbewerbers Debenhams wurden am Markt besser aufgenommen. Die Aktie gewann 2,96 % hinzu.



Zürich: SMI-Index gut behauptet

Die Schweizer Börse hat wenig verändert geschlossen. Die Aktien von Nestle standen im Mittelpunkt. Sie stiegen auf Grund der angekündigten Übernahme des US-Tierfutterkonzerns Ralston Purina bis auf 3570 sfr, bevor Gewinnmitnahmen den Titel wieder vom Hoch abbröckeln ließen. Nestle schlossen 24 sfr oder 0,69 % höher auf 3495 sfr. Abgesehen von Nestle hätten UBS, Zurich, Swiss Re und Swatch dem SMI geholfen. Der SMI stieg 11,6 Zähler auf 7874,0 Punkte. Der Markt beurteile die geplante Zehn-Milliarden-Übernahme von Ralston Purina durch Nestle positiv, auch wenn sie auf den ersten Blick etwas teuer erscheine, sagten Händler. Dadurch erringe Nestle in einem aussichtsreichen und margenstarken Geschäft die Marktführerschaft.



Paris: Technologiewerte verlieren

In Paris schloss die Börse im Minus. Vor allem Technologie- und Telekomwerte hätten ihre Verluste ausgeweitet, sagten Händler. Der CAC-Index für die 40 größten Unternehmen fiel um 1,2 % auf 5761 Zähler. Zu den größten Verlierern zählten Schneider mit einem Minus von 11,8 %. Nach Ankündigung der geplanten Fusion mit Legrand hatten mehrere Investmenthäuser den Titel herabgestuft. Legrand legten dagegen um 2,3 % zu. Indexschwergewicht France Telecom und der Chiphersteller STMicroelectronics verloren jeweils mehr als 2 Prozent.



Mailand: Mib30-Index gibt nach

Die Mailänder Börse hat im Einklang mit den meisten anderen europäischen Handelsplätzen Verluste verbucht. Der MIB30-Index verlor gut ein Prozent auf 43 833 Zähler. Zu den Gewinnern zählten das Online-Musikunternehmen Vitaminic mit einem Plus von 17,5 %. Händler verwiesen auf Spekulationen über neue Investoren. Zeitweilig wurde der Titel vom Handel ausgesetzt. Die Aktie von Italiens größtem Fleischkonzern Cremonini gab hingegen 4,1 % ab, nachdem am Montag der erste Fall einer BSE-Erkrankung in Italien seit sechs Jahren bekannt wurde.



Madrid: Zyklische Werte waren gesucht

An der Börse in Madrid schloss der Ibex-Index schwächer. Der Ibex-35-Index ermäßigte sich um 1,7 % auf 9722 Punkte. Die bevorstehenden Quartalszahlen von US-Unternehmen sowie die Sorge um eine Kürzung der Öl-Fördermengen durch das OPEC-Kartell hätten Investoren eher vorsichtig agieren lassen, sagten Händler. Indexschwergewicht Telefonica büßte im Einklang mit anderen Telekomwerten in Europa 3,4 % ein. Banco Popular gaben 0,4 % ab, nachdem das Unternehmen am Vortag einen 13,4-prozentigen Gewinnanstieg für 2000 mitgeteilt hatte. Unter den anderen Bankenwerten gaben BSCH 0,6 % und Banco Bilbao 1,6 % ab. Gesucht waren Händlern zufolge dagegen die zyklischen Werte. So verbesserten sich die Aktien des Stahlherstellers Acerinox um 2,4 %.

Wien: ATX-Index leicht im Minus

Die Wiener Börse schloss etwas leichter. Der ATX-Index gab um 0,36 % auf 1097,53 Punkte nach. Erste Bank legten auf 53,90 (52,50) Euro zu. Die Aktie habe von der bevorstehenden Herausnahme der Bank Austria aus dem ATX profitiert, sagten Händler. Um die Neugewichtung im ATX darzustellen, werde der Titel derzeit stärker nachgefragt. Ansonsten sei der Handel relativ ruhig verlaufen, die Umsätze seien ziemlich schwach ausgefallen, hieß es. Tagesverlierer waren Libro, die am Mittwoch ihr Ergebnis zum dritten Quartal 2000/01 bekannt geben werden. Libro schlossen mit 14,50 (15,00) Euro.



Amsterdam: Technologiewerte belasten AEX-Index

Kursverluste bei den Technologiewerten haben nach Händlerangaben die Börse in Amsterdam belastet. Zudem seien Investoren im Vorfeld der für diesen Abend nach US-Börsenschluss anberaumten Quartalszahlen von Intel eher vorsichtig gewesen, sagten Händler. Der AEX-Index gab bis Sitzungsende 1,5 % ab und schloss nahezu auf seinem Tagestief bei 631,83 Punkten. Zu den größten Verlierern gehörten UPC. Die Aktie stürzte um 9,6 % auf 15 Euro. Die Minderheitsaktionäre des angeschlagenen Konzerns wollen am Mittwoch eine Sitzung einberufen, um über die Qualität des Managements zu diskutieren. KPN Telecom büßten 3,3 % auf 16,50 Euro ein, nachdem die Ratingagentur S&P am Vortag die Bonitätseinstufung für das Unternehmen auf BBB+ von zuvor A- herabgesenkt hatte. Die Aktien des Halbleiterherstellers ASML verloren drei Prozent auf 27,40 Euro. Das Unternehmen will am Donnerstag seine Gesamtjahreszahlen vorlegen. Philips Electronics verbilligten sich um 3,17 %, Getronics gaben 3,71 % ab.



Brüssel: Dexia belastet BEL20-Index

In Brüssel schloß der Bel20-Index um 0,41 % leichter auf 2962,07 Punkten. Händler führten den lediglich geringen Abschlag darauf zurück, dass der Index keine Technologiewerte beinhalte und somit von der Unsicherheit vor den US-Unternehmenszahlen verschont geblieben sei. Nach Händlerangaben belasteten Gewinnmitnahmen beim belgisch-französischen Bankkonzern Dexia die Marktentwicklung. Dexia verzeichneten den sechsten Tag in Folge Kursverluste und verloren 0,78 % auf 179 Euro. Die Aktien des Finanzkonzerns Fortis gaben 0,38 % auf 34,02 Euro ab. Zu den Gewinnern gehörte der IT-Dienstleister Real Software. Die Aktie legte Händlern zufolge auf Grund einer technischen Reaktion um 15,69 % auf 5,90 Euro zu, nachdem das Papier am Freitag auf ein neues Allzeittief bei 3,42 Euro gefallen war.



Stockholm: Standardwerte ließen federn

An der Stockholmer Börse mussten die Standardwerte deutlich Federn lassen. Der OMX-Index verringerte sich um 2,6 % auf 1058,33 Zähler. Bei den Finanzwerten verloren OM Gruppen 16,5 Kronen auf 258,50 Kronen. Der Börsenbetreiber hatte zuvor mitgeteilt, die Errichtung der paneuropäischen Handelsplattform Jiway werde den Gewinn je Aktie im Gesamtjahr 2000 um eine Krone belasten. Indexschwergewicht Ericsson verbilligte sich im Sog der schwächelnden Nasdaq um sechs Kronen auf 108 Kronen. Konkurrent Nokia büßte 17 Kronen auf 371,0 Kronen ein.

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