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Europäische Börsen wegen Konjunktursorgen auf Talfahrt

Europas Börsen haben am Dienstag die Vortagesverluste weiter ausgebaut und deutlich schwächer geschlossen. Der DJ Stoxx50-Index der europäischen Standardwerte büßte 4,5 % auf 2532 Punkte ein.

Reuters. Händler erklärten, die schwache Eröffnung der Wall Street nach dem Labour Day sowie die enttäuschend ausgefallenen US-Konjunkturdaten hätten die hiesigen Märkte kräftig unter Druck gesetzt. Der US-Einkaufsmanagerindex des Institute for Supply Management (ISM) für das verarbeitende Gewerbe stagnierte im August zum Vormonat bei 50,5 Punkten. Analysten hatten mit einem Anstieg zum Vormonat auf 51,6 Zähler gerechnet. Die Angaben signalisierten eine Verlangsamung der Wirtschaftserholung in den USA, sagte ein Analyst.

Laut Händlern ging die Abwärtstendenz denn auch von konjunktursensitiven Sektoren wie Autos, Grundstoffe, Energie und Technologie aus. Die Titel des italienischen Autobauers Fiat büssten markant ein. Die Papiere des britisch-amerikanischen Grundstofferzeugers Anglo American verloren über 5,5 %. Die Aktien des französischen Ölkonzerns TotalFinalElf ermässigten sich um 6,3 %. Die Anteilsscheine des schwedischen Telekomausrüsters Ericsson brachen um 6,7 % ein.

London: Der FTSE-100-Index schloss 3,6 % tiefer bei 4028,6 Zählern. Händler erklärten, die Konsolidierungstendenz habe sich nach der Veröffentlichung von enttäuschenden Daten zur US-Konjunktur und im Soge der nachgebenden Wall Street verfestigt. Das Börsenbarometer der Standardwerte schloss zwar über der psychologisch wichtigen Marke von 4 000 Punkten, hatte aber im späten Handel die Marke getestet. Neben Banken, Versicherern und Telekomwerten erwiesen sich schwer gewichtete Ölwerte als Kurstreiber nach unten. Shell ermässigten sich um 6,5 %, BP um 6,2 %. Händler verwiesen dabei auf gesunkene Rohölpreise sowie auf Meldungen, wonach der Irak der UNO seine Zusammenarbeit angeboten habe, um einen möglichen US-Militärschlag zu verhindern.

Zürich: Nach einer über weite Strecken knapp gehaltenen Tendenz bauten die Schweizer Aktien im späten Geschäft die Verluste aus. Händler sagten, einmal mehr sei der Abgabedruck vor allem über den SMI-Future hereingebrochen. Dies habe dann auch die Kasse mit den entsprechenden zugrunde liegenden Werte mit nach unten gerissen. Dabei habe der unter den Erwartungen ausgefallene US-ISM Einkaufsmanagerindex eine verstärkende Rolle gespielt. Im Anschluss an die Daten hätten die US-Aktien ihre Verluste kräftig ausgebaut. Der Standardwerteindex SMI schloss 3,6 % tiefer auf 4 913,9 Zähler. Zurich verloren vor dem am Donnerstag anstehenden Halbjahresausweis nach einer Achterbahnfahrt 5,3 %. Baloise und Rentenanstalt sackten ebenfalls ab. Unter Druck waren auch Technologiewerte.

Paris: Die Konjunktursorgen infolge schwach ausgefallener US-Konjunkturdaten belasteten auch die Pariser Börse. Der CAC-40-Index fiel 4,5 % auf 3 126,6 Zähler und damit auf den tiefsten Schlussstand seit Anfang August. Angeführt wurde die Talfahrt von den Aktien des Telekomausrüsters Alcatel, die über 8 Prozent einbrachen. Alcatel wurde aus dem DJ Stoxx50-Index herausgenommen. Kräftige Einbußen erlitten Vivendi Universal, die 6,6 % nachgaben. Federn lassen mussten auch France Telecom, die 4,6 % einbüßten. In Bezug auf France Telecom verwiesen Händler auf die Ungewissheit um die finanziellen Verpflichtungen bei der Beteiligung an Mobilcom und auf Gerüchte, wonach Konzernchef Michel Bon das Unternehmen verlassen werde.

Amsterdam: Die Aktien der Benelux-Länder schlossen ebenfalls deutlich schwächer. Der Amsterdamer AEX-Index sank um 3,9 % auf 349,7 Zähler und der Bel-20 büßte 3,2 % auf 2150,4 Punkte ein. Philips brachen um 7,8 % ein. ASML ermäßigten sich um 4,4 %. Unter Druck standen auch die Titel des Chemiekonzerns DSM mit minus 4 Prozent. Händler verweisen dabei auf die Bekanntgabe von DSM, den Bereich Vitamine und Feinchemikalien vom Schweizer Pharmakonzern Roche für 2,25 Mrd. Euro erworben zu haben. Unter Druck standen auch Finanzwerte. Fortis verloren an beiden Börsen über 3 Prozent.

Mailand: Der Mib30-Index der Börse Mailand gab 3,5 % auf 24 287 Punkte nach. Wie anderswo drückten auch hier schwache Finanzwerte auf den Gesamtmarkt. Grösster prozentualer Verlierer im Sektor waren die Titel des Vermögensverwalters Fineco, die 7,3 % einbüssten. Kräftig Federn lassen auch die Titel der Luxusgüterfirma Bulgari, die 7,7 % nachgaben.

Madrid: An der Börse Madrid verlor der Ibex-35 3,1 % auf 6 141,9 Zähler. Als Belastung erwiesen sich erneut die Titel der beiden Bankschwergewichte Banco Bilbao Vizcaya Argentaria und Santander Central Hispano, die 5,1 % und 4,8 % nachgaben. Händler verwiesen auf die anhaltenden Sorgen über die weitere Entwicklung in Argentinien. Die Aktien von Telefonica, die ebenfalls stark in Südamerika engagiert ist, gaben 2,7 % nach.

Stockholm: Die skandinavischen Märkte litten unter nachgebenden Technologie- und Telekomwerten. Der DJ StoxxNordic-Index gab 4,4 % auf 228 Punkte nach. Als marktbelastend erwiesen sich vor allem Ericsson, die 6,7 % einbrachen. Nokia ermässigten sich gegen 5 Prozent. Die Titel des norwegischen Datenspeicher-Unternehmens Opticom verloren 13,5 %. Die Aktien des schwedischen Telekomdienstleisters Telia ermässigten sich um knapp 10 Prozent.

Wien: Der Wiener Aktienmarkt schloss im Trend mit den übrigen Märkten schwächer. Der ATX-Index büsste 1,3 % auf 1115,7 Punkte ein. Im Fokus standen die Schwergewichte Erste Bank, die sich um 2,5 % ermässigten, und Telekom Austria mit einem Minus von gut 3 Prozent.

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