Europäische Gäste werden mit Skepsis betrachtet
Angst vor der Maul- und Klauenseuche nun auch in den USA

Die Angst vor der Maul- und Klauenseuche ist nun auch in den USA ausgebrochen. Bauern befürchten, dass europäische Touristen oder heimkehrende Amerikaner die Seuche mitbringen könnten.

dpa WASHINGTON. Die Telefone der Landwirtschaftsministerien und Bauernverbände der amerikanischen Bundesstaaten laufen heiß. "Unsere Bauern sind sehr besorgt über die Ereignisse in Europa", sagt Mace Thornton, Sprecher des größten Bauernverbandes der USA, der "American Farm Bureau Federation". "Der Aufklärungsbedarf über die Maul und Klauenseuche ist groß."

Organisatoren landwirtschaftlicher Austauschprogramme sorgen sich, dass amerikanische Familien keine europäischen Gäste mehr aufnehmen werden. Die Schüler, Studenten und Auszubildenden sollen während ihres mehrwöchigen Aufenthalts das Farmleben in den USA kennenlernen. "Wir haben zusammen mit vielen anderen Organisationen Sicherheitsvorkehrungen getroffen, um die Bauern zu beruhigen und zu verhindern, dass unsere Programmteilnehmer die Seuche in die Staaten bringen", sagt Charlie Walkinshaw, Leiter der Austauschorganisation "Experience International".

Ausstauschschüler dürfen keine Arbeitskleidung mitbringen

Die jungen Leute dürfen keine Arbeitsschuhe und-kleidung mitbringen; die Gastfamilien helfen den Ankömmlingen aber bei der Finanzierung neuer Utensilien. Alle weiteren Kleidungsstücke müssen nach der Ankunft, teilweise unter strenger Aufsicht, bei mindestens 60 Grad gewaschen werden. Koffer, Computer, Uhren und Kameras werden mit Desinfektionsmitteln abgerieben. Studenten dürfen vor der Abreise keine ländlichen Regionen in ihrem Heimatland besuchen und müssen sich nach der Landung in den USA mindestens fünf Tage lang in größeren Städten aufhalten.

"Unsere Studenten zeigen großes Verständnis für unsere Maßnahmen", berichtet Steven Jones, Leiter des Austausches der Universität von Minnesota (MAST). "Viele von ihnen sind selbst auf Bauernhöfen groß geworden und können die Angst unserer Landwirte nachvollziehen." Die letzten Teilnehmer des MAST-Programms, darunter auch ein junger Deutscher, sind vor wenigen Wochen in den USA angekommen. "Wir haben die Mitglieder der Gruppe auch gebeten, sich so oft wie möglich die Nase zu putzen und die Haare zu waschen, damit sie den Virus nicht über diese Wege ins Land bringen", so Jones.

Einige Bauern wollen keine Europäer mehr aufnehmen

Trotz all dieser Vorkehrungen hat es einige wenige Bauern gegeben, die keinen europäischen Gast mehr aufnehmen möchten. "Wir mussten sehr kurzfristig den Aufenthalt eines jungen Mannes aus Großbritannien um ein Jahr verschieben", äußert sich Walkinshaw mit Bedauern. "Die ausgesuchte Gastfamilie war starkem Druck aus der Nachbarschaft ausgesetzt. Ihr wurde vorgeworfen, dass der Brite eine zu große Gefahr für die umliegenden Bauernhöfe darstellen würde."

Aus Angst vor der Seuche, die in den USA seit 1929 nicht mehr aufgetreten ist, haben viele Bauern jede Art von Besichtigungstouren ihrer Höfe ausgesetzt. Farmer-Reisen nach Europa werden vermehrt abgesagt. Auch die US-Zoos sind alarmiert. Einige fordern Besucher auf, das Gelände nicht zu betreten, wenn sie in den vorangegangenen 14 Tagen in Europa waren oder Kontakt zu Reisenden hatten. Wer in Streichelgebiete von Zoos gelangen möchte, muss in der Regel durch ein Schuh-Infektionsbad laufen.

MKS-Schutzmaßnahmen fangen auf Flügen an

Die allgemeine MSK-Abwehr der USA fängt schon auf den Flügen an. Passagiere werden in den Maschinen einiger Fluggesellschaften auf die Gefahr und Übertragungswege der Seuche hingewiesen. Aufenthalte auf Höfen in Europa müssen gemeldet werden und die Einfuhr bestimmter Lebensmittel ist strengstens untersagt. Bei Zuwiderhandlung droht eine Geldstrafe von 1000 Dollar. Beagle-Hunde schnüffeln an Gepäckstücken nach Nahrungsmitteln.

Für den Fall, dass die Seuche trotzdem ausbrechen sollte, haben die Einzelstaaten bereits weitere Vorsorge getroffen. In West Virginia ist die Nationalgarde darauf vorbereitet, angesteckte Tiere zu verbrennen und betroffene Höfe zu isolieren.

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