Europäische Hersteller entdecken ein weiteres Fahrzeugsegment
Neue Riesen-Kombis rollen die Luxusklasse auf

Während die Geschäfte mit Minivans und Luxuslimousinen zurückgehen, zeichnet sich bei Kombis ein neuer Trend ab. Der amerikanische "Station Wagon" wird in Europa völlig neu definiert.

pha DÜSSELDORF. Während Geländemodelle unvermindert stark gekauft werden, verlieren die Großraumlimousinen spürbar an Zuspruch. Ihnen fehlt es an formaler Dynamik. Inzwischen hat das ganze Segment gar den Ruch von Biederkeit und Spießertum.

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Dagegen scheint ein neuer Trend eine alte Liebe der Amerikaner aufzugreifen: Luxuskombis im XXL-Format. Früher wurden sie jenseits des großen Teiches "Station Wagon" genannt. Das waren riesige Kombis, die aber in ihrem Innenleben ziemlich unflexibel waren. In einer automobilen Welt voller Überkapazitäten und immer neuen Nischenangeboten jagt mittlerweile ein Trend den anderen. Vor allem die Anbieter großer Minivans gehen schweren Zeiten entgegen.

Besonders die Top-Marken der europäische Autoindustrie sind dem neuen Kombi-Trend auf der Spur. Zumal das Interesse des Publikums an Kombis weiter zunimmt und die Kunden jünger werden. Was bislang in der Mittelklasse und in der gehobenen Mittelklasse gut funktioniert, soll nun auch im Luxussegment der Fünf-Meter-Klasse Schule machen. Hersteller wie Volvo, Mercedes, Audi und Chrysler gehören zu den ersten, die mit neuen Kombi-Konzepten in der Oberklasse Alternativen zu den klassischen Limousinen anbieten. Nicht zuletzt deshalb, weil die Nachfrage nach bewährten Karosserieformen zurückgeht.

Bei Volvo kommt in den nächsten Jahren ein fast fünf Meter langer Superkombi namens V90 ins Rollen, der in Zukunft von den Modellplanern als Flaggschiff der schwedischen Ford-Tochter vorgesehen ist. Um ihrem Ruf als Kombi-Spezialist gerecht zu werden, planen die Schweden ein neuartiges Karosseriekonzept. Dreh- und Angelpunkt ist die multifunktionale Heckpartie. Sie überrascht mit pfiffigen, raumökonomischen und luxuriösen Ideen. Dazu zählen die variable Bestuhlung des Innenraums mit bis zu sieben Sitzen, der elektrisch absenkbare Ladeboden, das doppelte Schiebedach aus Glas sowie die Trennscheibe zwischen Lade- und Passagierraum, die bei geöffneter Heckklappe vor Zugluft schützen soll.

Neuer Motor

Klassengemäß wird zusammen mit Yamaha eigens für den V90 ein neuer, sehr kompakter, für den Quereinbau geeigneter Vier-Liter-V8-Motor mit 300 PS entwickelt. Wie alle zukünftigen Volvo dürfte es auch den V90 wahlweise mit Front- oder Allradantrieb geben.

Wenn der große Volvo Ende 2005, vornehmlich mit Blickrichtung Amerika, ins Marktgeschehen eingreift, hat der Mercedes "Grand Sport Tourer" (GST) seine Feuertaufe längst hinter sich. Mehr noch als der Schwede ist der Schwabe ein so genanntes "Crossover"-Vehikel. Ein eigener Fahrzeugtyp also, der - erstmals in der Oberklasse - die Merkmale verschiedener Autokonzepte (Geländewagen, Minivan, Kombi) vereint und mit neuen Ideen zu einem eigenständigen Profil kombinieren soll.

Gegenläufig öffnende Türen, variable Sitzkonfiguration (auch zum Beladen sperriger Sportgerätschaften), Luftfederung, Allradantrieb und bärenstarker V8-Motor mit 360 PS sind die Highlights. Sie gehen mit einem luxuriösen Ambiente sowie neuartigem, emotionsbetontem Karosseriedesign jene Verbindung ein, die potenzielle Mercedes-Interessenten in einem sich ändernden Luxus-Segment ansprechen soll.

Audi ist auf einem ähnlichen Weg. Der auf der Frankfurter Automesse IAA im vergangenen Jahr mit Lob überschüttete Avantissimo könnte als erster europäischer Übergröße-Kombi im Premiumsegment Erfolg haben. Beim Avantissimo handelt es sich um einen Kombiableger des neuen A8; die Produktion der Limousine - das Grundmodell - startet zum Jahresende. Stärker als die Konkurrenten soll der Riesen-Kombi Avantissimo gemäß des sportlichen Anspruchs von Audi höheren Ansprüchen bei der Fahrdynamik genügen. Außerdem wird das Auto die Anforderungen freizeitorientierter, sportbegeisterter und reiselustiger Menschen auf hohem Niveau erfüllen. Sein Erscheinen ist für 2004 terminiert, etwa zeitgleich mit der Einführung des Mercedes GST.

Bereits ein Jahr vorher startet der Pacifica der amerikanischen Mercedes-Schwestermarke Chrysler in das neue Segment. Weniger spektakulär im Design als der GST und mit etwas weniger sportlichen Stilelementen versehen, verfolgt der Pacifica aus den USA den gleichen Zweck: entspanntes Reisen in einem geräumigen Auto für alle denkbaren Gelegenheiten.

Quelle: Handelsblatt

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