Europäische Indizes
Bayer vor dem Aufstieg

Stühlerücken dei den bedeutensten europäischen Indizes: Anfang September werden Euro Stoxx 50 und Stoxx 50 umgestellt. Der Pharmariese aus Leverkusen wird dabei wohl zu den Gewinnern zählen. Auch zwei weitere deutsche Schwergewichte gelten als heiße Aufstiegskandidaten.

FRANKFURT. Deutsche Unternehmen könnten die großen Gewinner sein, wenn Anfang September die bedeutendsten europäischen Indizes Euro Stoxx 50 und Stoxx 50 umgestellt werden. Fast schon als sicher gilt der Aufstieg des Pharma-Riesen Bayer in den paneuropäischen Stoxx 50, während Analyst Uwe Streich von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) der Aufnahme des Versorgers RWE eine Wahrscheinlichkeit von 75 Prozent zubilligt. Außenseiterchancen hat in dem für die Euro-Zone maßgeblichen Index Euro Stoxx 50 die Deutsche Post mit 35 Prozent Wahrscheinlichkeit. Zudem muss kein deutscher Konzern seinen Platz räumen. Im Euro Stoxx 50 sind deutsche Unternehmen mit 13 Vertretern auf Rang zwei hinter den Franzosen (19). Im Stoxx 50 liegen sie mit acht Vertretern auf Platz zwei hinter den Briten (16).

Die Zusammensetzung beider Indizes hat aus zweierlei Gründen bei Investoren große Bedeutung: Zum einen ist der Markt der Indexfonds Exchange Traded Funds (ETF) im ersten Halbjahr 2008 um fast zehn Prozent gestiegen. Beliebtester Index ist dabei der Euro Stoxx 50. Zum anderen lassen sich die größten Anlageerfolge erzielen, wenn bereits einen Monat vor der Indexentscheidung bei potenziellen Aufsteigern „long“, bzw. bei potenziellen Absteigern „short“ gegangen wird.

Bei der von Investoren viel beachteten Index-Entscheidung, die am 1. September fällt und am 22. September umgesetzt wird, könnte sich nach aktuellem Stand ein ähnliches Kuriosum ergeben wie vor einigen Jahren im Deutschen Aktienindex (Dax). Der Bahn-Hersteller Alstom dürfte demnach die einstige Mutter Alcatel Lucent ersetzen. Hierzulande ersetzte damals die Aktie von Hypo Real Estate die der einstigen Mutter Hypo-Vereinsbank (HVB) im Dax.

Da die endgültige Entscheidung über das Auf und Ab jedoch erst nach dem letzten Handelstag im August fallen wird, hat auch die Deutsche Post noch Chancen. „Ein Verkauf der Post-Tochter Deutsche Postbank könnte noch einmal Bewegung in den Kurs des früheren Staatsunternehmens bringen“, sagt Uwe Streich.

Weit mehr Kandidaten sind noch bei der Überprüfung des Stoxx 50 im Rennen. Die britischen Konzerne HBOS, Lloyds TSB und BT zählen ebenso dazu wie die schwedische Ericsson und die beiden Niederländer Philips und Fortis. Dazu haben neben Bayer und RWE die Schweizer ABB, die spanische Iberdrola und die britische BAT beste Chancen nach oben.

Für zusätzliches Feuer im Entscheidungsprozess sorgen etliche Übernahmeprozesse, die derzeit in der Schwebe sind. Prominentestes Beispiel dabei ist der Automobilbauer VW, der im Moment zu rund 31 Prozent im Besitz von Porsche ist. Gesetzt den Fall, dass Porsche seinen Anteil in den nächsten Wochen auf 61 Prozent oder mehr erhöhen wird, wären die Wolfsburger plötzlich stark abstiegsgefährdet. Porsche-Chef Wendelin Wiedeking hat jedoch bereits in früheren Interviews angedeutet, dass dieses Szenario bis Ende August nicht eintreffen wird.

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