Europäische Kraftstoffmärkte vor allem national organisiert
Europäische Wettbewerbshüter wollen mehr Wettbewerb bei Benzin

dpa BRÜSSEL. Europäische Kartellbehörden wollen für mehr Wettbewerb auf den Kraftstoffmärkten sorgen. Dazu müsse beispielsweise der Markteintritt von unabhängigen Unternehmen gefördert werden, ergab ein erstmaliges Treffen der EU- Wettbewerbsbehörde mit Vertretern der 15 nationalen Kartellbehörden am Freitag in Brüssel. So hätten Supermarkt-Tankstellen in Frankreich für einen schärferen Wettbewerb gesorgt, teilte die Kommission mit.

Die Experten kamen überein, dass angesichts steigender Preise nicht nur europäisches oder nationales Wettbewerbsrecht eingesetzt werden könne. In Ländern, wo es nur ein marktbeherrschendes Unternehmen oder nur wenige große Konzerne auf dem Kraftstoffmarkt gebe, sei zu überlegen, ob nicht auf nationaler Ebene Maßnahmen ergriffen werden könnten. Die Kommission sprach von zwangsweiser Abgabe von Vermögensgegenständen oder dem Aufbau unabhängiger Tankstellen.

EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti, der an dem Treffen nicht teilnahm, erklärte: "Falls die Kommission irgendeine wettbewerbsschädliche Praxis innerhalb ihrer Kompetenz entdecken sollte, würde sie nicht zögern, unverzüglich zu handeln und entsprechende Sanktionen zu verhängen."

Brüssel hat zwar seit längerem die Mineralölmärkte im Blick, aber bisher keine Anhaltspunkte, selbst einzuschreiten. Die Wettbewerbshüter können nur bei grenzüberschreitenden Preis- oder Konditionenabsprachen aktiv werden. Nach Angaben der EU- Wettbewerbsbehörde sind die europäischen Kraftstoffmärkte aber vor allem national organisiert. Die Wettbewerbshüter in Italien, Schweden und Deutschland hätten bereits die jeweiligen nationalen Benzinmärkte ins Visier genommen.

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