Europäische Ökonomen warnen vor Panik
Keine Rezessionsgefahr nach Anschlägen

Trotz der verheerenden Terroranschläge in den USA und der Schockreaktionen auf den weltweiten Finanzmärkten droht der Weltwirtschaft nach überwiegender Ansicht deutscher Ökonomen keine Rezession. Das US-Präsidialamt hält sich mit Analysen noch zurück.

rtr/dpa WASHINGTON HAMBURG. "Es gibt mehrere Variablen. Die Menschen müssen uns einige Zeit geben, den Einfluss (der Anschläge) zu analysieren", sagte der Sprecher des Präsidialamtes, Ari Fleischer, am Mittwoch in Washington.

Europäische Ökonomen äußerten sich überwiegend zuversichtlich. Sie rechnen nicht mit einer Rezession, wohl aber mit einer Verzögerung der konjunkturellen Erholung in den USA - mit entsprechenden Folgen für die Wirtschaft in der übrigen Welt.

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) warnte davor, sowohl für die USA wie auch weltweit eine Rezession herbeizureden. Unklar sei allerdings, wann es in den USA zur Rückkehr wirtschaftlicher Normalität kommen werde. An den europäischen Börsen zeichnete sich am Mittwoch eine leichte Erholung ab. Der Euro gab seine Kursgewinne im Laufe des Tages weitgehend wieder ab.

EU-Finanzminister bieten Hilfe an

Die EU-Finanzminister sagten unterdessen den Vereinigten Staaten Hilfe zu. "Es werden alle Maßnahmen getroffen, um ein angemessenes Funktionieren der Märkte und die Stabilität des Finanzsystems zu gewährleisten", erklärten sie in Brüssel gemeinsam mit der Europäischen Zentralbank (EZB), den Zentralbankgouverneuren und der EU-Kommission. "Wir sind bereit - in enger Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten - jede Unterstützung zu geben, die nötig ist", hieß es. Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) sagte, dass es Diskussionen über eine G-7-Sonderkonferenz der sieben führenden Industrieländer gebe.

EZB-Präsident Wim Duisenberg trat Spekulationen über eine rasche Zinssenkung entgegen. "Ich glaube, eine schnelle Reaktion würde wohl eher eine Panikreaktion bedeuten und nicht eine Reaktion der Stabilität und der Ruhe." Dennoch erwarten zahlreiche Volkswirte am Bankenplatz Frankfurt, dass die europäische Notenbank angesichts der deutlich gestiegenen Unsicherheiten für die Konjunktur in den kommenden Wochen ihre Leitzinsen erheblich nach unten schraubt.

OPEC sichert ausreichende Öl-Versorgung zu

Die Ölpreise haben sich einen Tag nach den Terroranschlägen in den USA wieder beruhigt. Der zunächst auf mehr als 30 Dollar gestiegene Preis für ein Barrel der Rohölsorte Brent pendelte sich bei 28 Dollar ein und lag damit nur wenig über dem Stand vom Montag. Der Mineralölwirtschaftsverband (MWV) warnte vor Hamsterkäufen an den Tankstellen, nachdem sich am Abend zuvor an vielen Zapfsäulen in Deutschland lange Schlangen gebildet hatten. Auch an US-Tankstellen gab es Wartezeiten. Zudem verdoppelten oder verdreifachten einige Tankstellen die Preise, berichteten US-Medien am Mittwoch.

Die Organisation Erdöl fördernder Staaten (OPEC) will die Öl- Märkte weiterhin ausreichend versorgen. Der Generalsekretär der in Wien ansässigen OPEC, Ali Rodriguez, sagte, die Mitglieder der Organisation seien darauf vorbereitet, ihre Produktionsreserven einzusetzen, falls dies nötig sei.

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