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Europäische Zentralbank wartet mit Zinswende

(dpa-AFX) Frankfurt  - Die Leitzinsen im Euroraum bleiben auf ihrem historisch niedrigen Niveau von 2,0 Prozent. Das entschied der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag erwartungsgemäß nach einer Telefonkonferenz. Der wichtigste Leitzins verharrt seit Juni 2003 unverändert bei dieser Marke. Die in den USA bereits eingeläutete Zinswende lässt damit in der Eurozone noch auf sich warten. Die meisten Ökonomen rechnen frühestens zum Jahresende mit einer Erhöhung der Leitzinsen.

(dpa-AFX) Frankfurt - Die Leitzinsen im Euroraum bleiben auf ihrem historisch niedrigen Niveau von 2,0 Prozent. Das entschied der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag erwartungsgemäß nach einer Telefonkonferenz. Der wichtigste Leitzins verharrt seit Juni 2003 unverändert bei dieser Marke. Die in den USA bereits eingeläutete Zinswende lässt damit in der Eurozone noch auf sich warten. Die meisten Ökonomen rechnen frühestens zum Jahresende mit einer Erhöhung der Leitzinsen.

Dagegen erhöhte die Bank von England ihren Leitzins am Donnerstag wie erwartet um 0,25 Prozent auf 4,75 Prozent. So hoch war der Leitzins in Großbritannien seit drei Jahren nicht mehr.

'Ölpreise EIN Schwierger Faktor'

"Die Ölpreise sind ein schwieriger Faktor, weil sie das Wachstum dämpfen und die Inflation stark erhöhen", sagte Analyst Michael Schubert von der Commerzbank. Wenn der Ölpreis weiter hoch bleibe, werde die EZB die Zinserhöhung voraussichtlich in den Herbst vorziehen. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet hatte sich in den vergangenen Wochen mehrfach besorgt über das teure Öl geäußert. Die Zentralbank fürchtet steigende Löhne als Folge der Rekord-Ölpreise. Der Preis für Opec-Rohöl hatte am Montag erstmals seit Einführung des Korbpreises am 1. Januar 1987 die 39-Dollar-Marke übersprungen.

Anders als bei ihren regulären Treffen lieferte die EZB am Donnerstag keine Begründung für ihre Entscheidung - auf die August- Sitzung des Rates folgt traditionsgemäß keine Pressekonferenz. Eine schriftliche Erklärung wird in den kommenden Wochen im EZB - Monatsbericht veröffentlicht. Zuletzt war die EZB von einer schrittweisen konjunkturellen Erholung im Euroraum ausgegangen, die von den niedrigen Zinsen gestützt werde. Mittelfristig sei trotz der hohen Ölpreise die Preisstabilität gewahrt.

Nach der Definition der EZB herrscht Preisstabilität, wenn die jährliche Inflationsrate unter zwei Prozent liegt. Der hohe Ölpreis werde die Teuerungsrate in der Euro-Zone länger über den Grenzwert drücken, erklärte die EZB zuletzt. Im Juli hatte der Preisauftrieb in der Eurozone wie im Vormonat 2,4 Prozent betragen und lag deutlich über der Richtmarke der EZB. Die nächste EZB - Ratssitzung mit Zinsbeschluss ist nach der Sommerpause am 2. September geplant./

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