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Europäischen Börsen schließen schwächer

Die europäischen Aktienmärkte haben am Montag auf breiter Front schwächer geschlossen. Hauptgrund für die Abgaben waren Anzeichen einer nur zögerlichen Erholung der US-Konjunktur, wie es am Markt hiess.

Reuters LONDON. Doch auch die vorübergehende, technisch bedingte Suspendierung des Handels an den Börsen von Paris, Amsterdam und Brüssel sowie der Feiertag hätten die Kauflust der Anleger gebremst. In vielen Ländern ist Pfingstmontag ein öffentlicher Feiertag. Der Stoxx 50-Index gab 0,66 Prozent auf 3472,33 nach. "Wir waren ziemlich bullish, bis uns die schlechten US-Frühindikatoren zurück warfen," sagte ein Marktteilnehmer. Der Index der US-Frühindikatoren sank im April erstmals seit September und fiel unter den Erwartungen aus. Unter der europäischen Standardwerten verzeichneten die Aktien des Medienkonzerns Vivendi Universal mit Abgaben von 3,3 Prozent die deutlichsten Verluste.

Neben den Medienwerten gingen auch die Versicherer, die Technologiewerte und die Banken durchschnittlich mit Verlusten aus dem Handel. Einzige Sektoren mit Gewinnen waren die zyklischen Grundstoffe und Bau. Die Aktien des Pharmakonzern AstraZeneca legten 1,2 Prozent zu. AstraZeneca berichtete von positiven Testergebnissen eines neuen Krebsmedikaments.

LONDON - Die Londoner Börse schloss belastet von Bankenwerten tiefer. Der FTSE 100-Index ermässigte sich um 0,19 Prozent auf 5208,1 Punkte. Händler erklärten, erst die bevorstehenden Nachrichten über die Entwicklung der Unternehmensgewinne und der Konjunktur dürfte den Markt aus der gegenwärtigen Handelsspanne ausbrechen lassen. Logica gewannen 4,7 Prozent. Händler verwiesen auf Spekulationen, wonach der Computer-Dienstleister das Mobiltelefon-Messaging-Geschäft veräussern könnte. Unter den Bankenwerten verloren Standard Chartered 2,6 Prozent. Treffen von Unternehmensvertretern mit Analysten seien wenig inspirierend ausgefallen, hiess es am Markt. Andere Bankwerte wie Lloyds, HSBC und Royal Bank of Scotland ermässigten sich im Zuge von Gewinnmitnahmen rund ein Prozent.

ZÜRICH - Die Schweizer Aktien schlossen nach einem feiertagsbedingt trägen Handel etwas schwächer. Der Blue Chip-Index SMI schloss 0,55 Prozent tiefer bei 6606 Zählern. Die defensiven Schwergewichte Nestle und Novartis gingen knapp ein Prozent tiefer aus dem Handel. Marktteilnehmer verwiesen auf die relativ hohe Bewertung der Titel nach der guten Entwicklung der vergangenen Wochen. Roche waren dagegen unverändert bei 124,75 sfr. Händler verwiesen auf die positiven Zwischenergebnisse einer Studie des Medikaments Pegasys. Pegasys soll Roches wichtigste Produktlancierung im laufenden Jahr darstellen. Die Aktien des Uhrenkonzerns Swatch gingen 3,1 Prozent tiefer aus dem Handel. Auch die Finanzwerte verzeichneten überwiegend Verluste.

PARIS - An der Pariser Börse notierte der CAC-40-Index 0,95 Prozent tiefer bei 4400,75 Punkten. Die Index-Schwergewichte Vivendi Universal sowie France Telecom litten nach Händlerangaben unter Gewinnmitnahmen. Schwächer waren auch die Titel des Kosmetikkonzerns L'Oreal. Einem Zeitungsbericht zufolge soll das Unternehmen eine Übernahmeofferte für den deutschen Konkurrenten Beiersdorf im Umfang von mehreren Milliarden Euro planen. Sodexho Alliance stiegen 1,3 Prozent, nachdem Morgan Stanley den Wert auf "equalweight" von zuvor "underweight" hoch gestuft hatte.

FRANKFURT - Schlechter als erwartet ausgefallene US-Konjunkturdaten belasteten den Dax in einem ansonsten umsatz- und nachrichtenarmen Feiertagshandel. Im Mittelpunkt des Interesses standen jedoch die Aktien von Beiersdorf und MLP, die jeweils massive Kursgewinne verzeichneten. Während die im Nebenwerte-Index MDax gelisteten Titel von Beiersdorf von einem Medienbericht über eine möglicherweise bevorstehende Übernahme profitierten, wurden die MLP-Papiere Händlern zufolge von einer technischen Reaktion auf die jüngsten massiven Verluste nach oben getrieben. Der Deutsche Aktienindex (Dax) verlor bis zum Nachmittag um 0,8 Prozent auf 4999 Zähler. Die Papiere von Siemens zeigten sich vom angekündigten Verkauf der Tochter Unisphere an Juniper Networks unbeeindruckt. Sie verloren im Tagesverlauf parallel zum nachgebenden Gesamtmarkt 0,4 Prozent auf 71,45 Euro.

AMSTERDAM/BRÜSSEL - Die Benelux-Börsen zeigten sich im Gleichschritt mit dem europäischen Durchschnitt schwächer. Der AEX-Index notierte 0,55 Prozent tiefer bei 495,41 Punkten, während der Brüsseler Bel-20-Index 0,6 Prozent auf 2815,28 verlor. Die Aktien des niederländischen Telekom-Konzerns KPN gaben vor der Veröffentlichung von Quartalszahlen am Dienstag 2,1 Prozent nach. In Brüssel präsentierte sich die Finanztitel Dexia und Fortis etwas schwächer.

MAILAND - Der Mib30-Index der Börse Mailand verlor 2,04 Prozent auf 31.020 Zähler. Belastet wurde der Markt vor allem durch die Vielzahl von Dividendenabschlägen, sagten Händler. Die Aktien des Versicherers Fondiaria brachen um 7,2 Prozent ein. Zuvor hatte die Börsenaufsicht den Weg für einen Zusammenschluss mit dem Konkurrenten SAI geebnet. Fiat gaben 1,6 Prozent nach. Händler erklärten, die Anleger wollten sehen, wie Fiat das Kostensenkungsprogramm umsetze.

MADRID - Der Madrider Ibex-35-Index verlor mit schwachen Telekom - und Technologie-Titeln 1,12 Prozent auf 8000 Punkte. Im Fokus der Anleger standen die Titel des Indexschwergewichtes Telefonica, die 1,4 Prozent tiefer bewertet wurden. Zuvor hatte die Rating-Agentur Moody's die Aussichten für Telefonica auf "negativ" gesenkt. Nach den Verlusten der Vorwoche stiegen Gas Natural dagegen 0,8 Prozent.

STOCKHOLM - Der DJ StoxxNordic-Index der skandinavischen Börsen schwächte sich um 0,29 Prozent auf 313,33 Zähler ab. Lediglich an der Börse Helsinki wurde gehandelt, während die Aktienmärkte in Stockholm, Oslo und Kopenhagen feiertagsbedingt geschlossen blieben. Nokia ermässigten sich um 0,3 Prozent. Die Aktien des Nichen-Mobiltelefonherstellers Benefon brachen fast 16 Prozent ein. Das Unternehmen veröffentlichte einen Quartalsverlust und verzichtet auf eine Aktienemission.

WIEN - Der Wiener Aktienmarkt blieb feiertagsbedingt geschlossen.

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