Europäischer Frühhandel
Euro leicht erholt

Auf Grund erneuter Spekulationen über mögliche Interventionen der Europäischen Zentralbank stieg der Wechselkurs auf fast 0,84 US-Cent.

Reuters FRANKFURT. Der Euro hat sich am Freitag im europäischen Frühhandel auf Grund erneuter Spekulationen über mögliche Interventionen der Europäischen Zentralbank (EZB) leicht auf Kurse nahe 0,84 $ erholt. Händlern zufolge hatte zuvor das Ausbleiben von Interventionen im Fernen Osten die Gemeinschaftswährung sporadisch unter Abgabedruck gebracht, nachdem sie aus den Äußerungen von EZB-Präsident Wim Duisenberg am Vortag keinen Nutzen gezogen hatte. Die deutschen und französischen Preisdaten und das Wirtschaftswachstum in Frankreich hätten den Kursverlauf nicht beeinflusst.

Gegen 09.30 Uhr MEZ wurde der Euro mit 0,8398/8402 nach einer letzten Notiz am Vorabend in Nordamerika von 0,8388/93 $ gehandelt. Der $ notierte angesichts der anhaltenden politischen Unsicherheit in Japan fester mit 110,74/84 (110,30/38) Yen und lag damit nahe seines Neun-Monatshochs, dass er in Fernost erreicht hatte.

Erneut Spekulationen um Intervention der EZB

Händlern zufolge hatten die Marktteilnehmer im Fernen Osten zunächst noch enttäuscht darauf reagiert, dass die EZB nicht zur Verteidigung des Euro in den Markt eingegriffen habe. Erst im Verlauf des späten Nachmittags seien dann erneute Spekulationen aufgekommen, die EZB könnte möglicherweise zu Gunsten der Gemeinschaftswährung intervenieren. Sie verwiesen dazu auf Äußerungen von EZB-Chef Duisenberg, der am Vorabend in Paris gesagt hatte, mit ihren Stützungskäufen zu Gunsten des Euro wolle die Notenbank Spekulanten am Devisenmarkt disziplinieren und nicht einen bestimmten Wechselkurs erreichen. Die Stützungskäufe sollten vor allem die Überzeugung der Devisenmärkte zerstören, dass der Euro-Kurs eine nach unten gerichtete Einbahnstraße mit einem einseitigen Risiko sei. Die Märkte hätten mit Blick auf die anhaltende Euro-Schwäche übertrieben, sagte Duisenberg. "Das mögen wir nicht", sagte er.

Keinen Einfluss auf die Kursentwicklung hätten die am Morgen veröffentlichten deutschen und französischen Konjunkturdaten gezeigt, hieß es im Handel. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte, stiegen die Erzeugerpreise im Oktober mit einer Jahresrate von 4,6 % nach 4,3 % im Vormonat auf den höchsten Wert seit 18 Jahren. Kräftig angezogen hätten auch die Einfuhrpreise, die im Vergleich zum Vorjahresmonat um 13,4 % nach 11,9 % im September stiegen.



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