Europameister Juri Bilonog (Ukraine) gewinnt Männer-Wettbewerb
Kleinert überrascht mit großem Wurf

Nadine Kleinert hat den deutschen Leichtathleten einen Traumstart in die olympischen Wettkämpfe beschert. In der ersten Leichtathletik-Entscheidung der Olympischen Spiele erkämpfte sie bei dem historischen Wettkampf im antiken Olympia überraschend die Bronzemedaille im Kugelstoßen.

HB OLYMPIA. Bei herrlichem Sonnenschein wuchtete sie die Eisenkugel im zweiten Versuch auf 19,55 m und konnte am Ende über ihren größten internationalen Erfolg jubeln. Zwei Mal, 1999 und 2001, war die 28-Jährige schon Vizeweltmeisterin. Gold gab es für die Russin Irina Korschanenko, die von 1999 bis 2001 wegen Dopings gesperrt war und mit der Jahresweltbestleistung von 21,06 m vor der Kubanerin Yumileidi Cumba (19,59 m) souverän siegte.

Spannend bis zum letzten Stoß war das Männer-Finale, das Europameister Juri Bilonog (Ukraine) mit Nervenstärke und finalen 21,16 m für sich entschied. Der Amerikaner Adam Nelson führte zwar lange mit der gleichen Weite, das nächstbessere Resultat (21,15) sprach aber für Bilonog, weil Nelson ansonsten nur fünf ungültige Versuche hatte. Bronze erkämpfte der Däne Joachim Olsen (21,07). Der Neubrandenburger Ralf Bartels, in Paris noch WM-Sechster, wurde mit 20,26 m Achter.

Astrid Kumbernuss war am Abend nicht nur engagierte Beobachterin des Spektakels vor 15 000 privilegierten Zuschauern, sie war auch die erste Gratulantin von Nadine Kleinert: Als sich der Neubrandenburger Ralf Bartels schon für das Finale warm machte, fielen sich die Enttäuschte und die Glückliche heulend in die Arme. "Ich werde jetzt mal versuchen, Astrid zu überreden, dass wir noch zwei Jahre gegen die Russinnen kämpfen", meinte Kleinert.

Am Vormittag reichten die 17,89 m aus dem ersten Versuch der 34- Jährigen aus Neubrandenburg nicht zum Finale der besten Zwölf. Bittere Tränen der Enttäuschung flossen - wie schon beim gleichen Szenario im Vorjahr bei den Weltmeisterschaften in Paris. Ebenso wie Kumbernuss verabschiedete sich Nadine Beckel mit dürftigen 17,11 m. Eine riesige Enttäuschung, denn die Schwerinerin blieb damit gleich 1,11 m unter ihrer Saisonbestleistung. Frustriert verließen auch ihre männlichen Kollegen Peter Sack (Leipzig/19,09) und Detlef Bock (Wolfsburg/18,89) den Ring - beide blieben deutlich hinter ihren Bestleistungen zurück und schieden aus.

Für Kumbernuss war nur die Atmosphäre "faszinierend und bezaubernd. Das ist der Hammer, was hier abgeht!". Die Kugel flog nicht weit genug, eine Sehnenverletzung behinderte die deutsche Meisterin. Und so kommt Astrid Kumbernuss vielleicht nie wieder an jenen Schauplatz, wo im Jahr 776 v.Chr. die Spiele der ersten Olympiade stattgefunden haben sollen. Damals stand das Kugelstoßen nicht auf dem Programm - und Frauen durften sowieso nicht mitmachen.

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