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Europas Autofahrer bekommen einheitlichen Führerschein

Europas Autofahrer bekommen künftig einen einheitlichen Führerschein im Scheckkartenformat.

dpa LUXEMBURG. Europas Autofahrer bekommen künftig einen einheitlichen Führerschein im Scheckkartenformat. Die Verkehrsminister der 25-EU-Staaten einigten sich am Donnerstag in Luxemburg darauf, dass diese EU-weit einheitlich gestalteten Dokumente dann alle zehn Jahre mit einem aktuellen Passfoto erneuert werden müssen. Die Regelung gelte aber nur für neu ausgestellte Führerscheine, betonte die Ratsvorsitzende und niederländische Verkehrsministerin Karla Peijs.

"Wer heute im Besitz eines deutschen Führerscheins ist, kann ihn lebenslang im gesamten EU-Raum nutzen", sagte Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe. "Es gibt weder einen Umtausch noch eine Befristung." Regelmäßige Gesundheitsprüfungen und Altersgrenzen habe er in den Luxemburger Verhandlungen verhindern können. "In Deutschland haben wir durch das Bundesamt in Flensburg einen Überblick darüber, wer auffällig wird", meinte der Minister.

Der Beschluss des Ministerrats sei "die behutsamste Form der Harmonisierung", sagte Stolpe. Er setze auch darauf, dass die Autofahrer ihre alten Führerscheine nach und nach freiwillig umtauschen: "Das hat Vorteile für den Inhaber, wenn er in der Europäischen Union unterwegs ist und dann nicht ein historisches Dokument zieht, bei dem die Polizisten in Polen oder Litauen zur Überprüfung erst ihre Regierung anrufen müssen."

Ein Zwangsumtausch hätte den Ersatz von 32 Mill. Fahrerlaubnissen in Deutschland bedeutet, sagte Stolpe. Beim Umzug ins Ausland müssen die Führerscheine künftig nach zwei Jahren umgetauscht werden. Das hatte Spanien vor allem mit Blick auf seine zahlreichen deutschen Einwohner durchgesetzt. Die neuen Regeln sollen nach einer Übergangszeit von sechs Jahren in Kraft treten.

Die Richtlinie sieht auch eine Anhebung der zulässigen PS-Zahl bei Motorrädern für Fahranfänger vor. Junge Fahrer dürfen demnach künftig Maschinen mit 34 kW (50 PS) statt den bisher in Deutschland zulässigen 25 kW besteigen. Im Gegenzug hat die deutsche Delegation nach eigenen Angaben erreicht, dass Wohnwagengespanne bis zu einem Gesamtgewicht von 4,2 Tonnen auch weiterhin mit einem normalen Führerschein für Personenwagen gesteuert werden dürfen.

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