Europas Börsen schließen etwas schwächer

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Europas Börsen schließen etwas schwächer

Europas Börsen haben am Dienstag nach anfänglichen Gewinnen meist etwas schwächer geschlossen. Der DJ Stoxx50-Index gab 0,15 % auf 3517,18 Punkte nach.

Reuters. Im Verlauf gerieten vor allem die Kurse der Telekomtitel unter Druck und zogen die Indizes ins Minus. Der kanadische Telekomausrüster Nortel hatte sein Umsatzziel angesichts der weiter bestehenden Nachfrageschwäche als "anspruchsvoll" bezeichnet. Zudem teilte Nortel den Rücktritt von Finanzchef Terry Hungle wegen Verstosses gegen die Firmenpolitik bei Kauf und Verkauf von Unternehmensaktien mit. Dies gab nach dem Enron-Skandal und dem Bankrott des US-Telekombetreibers Global Crossing Sorgen über die Bilanzpraktiken auch bei Telekomfirmen Auftrieb.

Zu den grössten Verlierern gehörten Vodafone mit minus 4,7 % sowie Cable & Wireless, die 3,7 % einbüssten. Der DJ StoxxTelecom-Index verlor 2,5 %. Schwach tendierten auch Medientitel. Reuters verloren nach enttäuschenden Ergebniszahlen 6,8 %. Gesucht waren hingegen Aktien der Grundstoffindustrie und defensive Werte. Usinor legten 6,2 % zu und die Pharmaaktien GlaxoSmithKline sowie AstraZeneca gewannen 1,1 beziehungsweise 0,9 %.

London: Die Londoner Börse schloss nach drei Tagen mit Gewinnen schwächer. Die tiefer einsetzenden US-Aktien und Verluste im Telekomsektor belasteten den Markt, hieß es. Auch Medien- und Banktitel standen unter Abgabedruck, während Öl- und Pharmaaktien gesucht waren. Der Blue Chip-Index FTSE-100 konnte die Marke von 5 200 Punkten nicht halten, was laut Händlern die Sorgen der Anleger bezüglich des Turnaround bei Konjunktur und Unternehmensergebnissen widerspiegelt. Vodafone fielen 4,7 % und Cable & Wireless 3,7 %. Reuters sackten 6,8 % ab, nachdem der Informationskonzern einen Gewinnrückgang mitgeteilt hatte. Im Banksektor verloren HSBC 2,3 % und Barclays 1,5 %. BP hingegen legten 0,7 % und Shell 0,5 % zu.

Paris: Kursverluste des Elektronikkonzerns Thomson drückten die Pariser Börse ins Minus. Der CAC-40-Index verlor 0,35 % auf 4330 Punkte. Thomson Multimedia fielen über 9 Prozent, Händler verwiesen auf Pläne der französischen Regierung, ihren Anteil von 37 % an Thomson abzubauen und weiter auf die Ankündigung des Unternehmens, am Markt Kapital aufnehmen zu wollen. Die Telekom - und Technologiewerte seien von Nortel belastet worden, sagten Händler. Die Titel der France Telecom verloren 3,2 % und deren Tocher Orange 4,9 %. Die Aktie des IT-Beraters Cap Gemini , dessen Zahlen in der kommenden Woche anstehen, notierte 2,4 % höher. Renault und Peugeot legten ebenfalls markant zu.

Zürich: Kursverluste bei den Finanzwerten machten im Verlauf die frühen Gewinne zunichte und drückten den Schweizer Aktienmarkt in die Verlustzone. Auch hätten nachgebende Kurse an den US-Aktienbörsen und die Angst vor Terroranschlägen sowie mangelnde Aktivitäten die Kurse belastet. Der Blue Chip-Index SMI schloss 0,41 % tiefer bei 6253,3 Zählern. Händler sagten, die anhaltend schwachen Finanzmärkte und die Angst vor faulen Krediten belaste den Finanzsektor. So gaben UBS, deren Ergebnis am Donnerstag veröffentlicht wird, und CS Group je 1,4 % nach. Bär sanken zwei, Zurich , Swiss Re rund ein und Baloise 0,75 %.

Amsterdam: Die Amsterdamer Börse notierte etwas fester. Der Standardwerteindex AEX stieg moderate 0,2 % auf 489,86 Punkte. Unterstützung für den Index kam von AMSL International , deren Titel 5,2 % anzogen. Händler verwiesen die positiven Geschäftszahlen, die der Chiphersteller vorgelegt hatte. Philips bauten die Vortagesgewinne weiter aus und verteuerten sich um 1,3 %. Grösster Verlierer waren die Aktien des Datenkommunikationsunternehmens KPNQwest , die 6,3 % nachgaben. Händler verwiesen auf die Bekanntgabe eines Netto-Verlustes von 266 Mill. Euro im Jahr 2001.

Mailand: An der Börse Mailand ermässigte sich der Mib-30-Index der Standardwerte 1,09 % auf 30 272 Zähler. Die schwächer tendierenden US-Aktien hätten die Börse belastet. Die im Rahmen der Analystenerwartungen liegenden Jahresabschlusszahlen der Telecom Italia Mobile hätten die Verluste im Telekomsektor nicht verhindern können, sagten Händler. Telecom Italia Mobile gaben 2,1 % nach, während die Aktie der Muttergesellschaft Telekom Italia 2,9 % verloren. Energieversorger Enel notierte mit einem Minus von 1,3 %.

Madrid: An der Madrider Börse notierte der Ibex-35-Index 0,41 % schwächer bei 7787,8 Zähler. Verluste des Schwergewichts Telefonica von 1,3 % lasteten auf dem Index. Gegen den Trend stiegen die jüngst gebeutelten Titel des Industriekonzerns Dragados , über vier Prozent anzogen, während Erdölkonzern Repsol ein Kursanstieg von 1,1 % verzeichnete.

Stockholm: Der schwedische OMX-Index notierte fast ein Prozent höher auf 784,66 Punkten. Für Unterstützung sorgte Technologieschwergewicht Nokia mit plus 1,1 %, während Konkurrent Ericsson etwas nachgab. Deutlich fester, mit plus 2,3 %, notierten ABB sowie der Pharmawert Astra Zeneca , der mit einem Kursgewinn von zwei Prozent schloss. Verschiedene Forsttitel waren ebenfalls gesucht.

Wien: An der Wiener Börse drehte der ATX-Index nach tagsüber meist leichterer Tendenz gegen Handelsschluss in die Gewinnzone und stieg 0,3 % auf 1217,08 Punkte. Auffällig auf der Gewinnerseite waren VA Tech, die 4,6 % zulegten. VA Tech habe gestern zwar schwächere Zahlen für 2001 präsentiert; Händler sagten aber, dass sich der Ausblick verbessert habe. Voest-Alpine stiegen vor dem Quartalsausweis am Freitag 2,1 %. Auf der Verliererseite lagen Wolford, die nach dem 30-prozentigen Kurssprung von gestern über fünf Prozent nachgaben. Für das gestrige Kursfeuerwerk gebe es nach wie wie vor keine schlüssige Erklärung.

Brüssel: An der Brüsseler Börse schloss der Bel20-Index knapp gehalten. Der Standardwerteindex gab 0,1 % nach auf 2776,89 Zähler. In der Gunst der Anleger standen die Titel von Ion Beam Applications, die 2 Prozent zulegten. Laut Händlern profitierte der Wert von der Bewilligung des Verkaufs ihres Protonen-Therapie-Systems in der EU. Verluste mussten die Aktien des Finanzkonzerns Fortis hinnehmen. Der Verkauf des französischen Versicherungsbereichs von Fortis an Swiss Life habe den Markt nicht beeinflusst.

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