Europas größter Chemiekonzern verhalten optimistisch
BASF am oberen Ende der Erwartungen

Europas größter Chemiekonzern BASF sieht trotz eines Ergebnisrückgangs vor Sondereinflüssen im ersten Quartal 2002 nun Anzeichen für einen moderaten Aufschwung. "Die Zahlen sind ermutigend. Aus unserer Sicht steht die Ampel für einen moderaten Aufschwung auf grün", erklärte Konzernchef Jürgen Strube am Dienstag vor der Hauptversammlung der Ludwigshafener Gesellschaft in Mannheim.

Reuters MANNHEIM. Im ersten Quartal verzeichnete BASF zwar vor Sondereinflüssen einen 15-prozentigen Rückgang des Betriebsergebnisses auf 818 Millionen Euro. Damit lag der Konzern aber eher am oberen Ende der Erwartungen von Analysten, die im Durchschnitt mit einem 28-prozentigen Rückgang gerechnet hatten. Der Umsatz ging um 11,3 Prozent auf 8,239 Milliarden Euro zurück.

Analysten hatten zwischen 8,780 und 8,038 Milliarden Euro erwartet. Ausblickend hieß es, BASF rechne damit, im zweiten Quartal das Umsatz- und Ergebnisniveau des Jahresauftakts halten zu können. Für das Gesamtjahr 2002 bekräftigte BASF frühere Prognosen eines verbesserten Betriebsergebnisses bei gleichbleibendem Umsatz zum Vorjahr.

Geschäfte haben an Fahrt gewonnen

Nach einem verhaltenen Jahresbeginn in den Monaten Januar und Februar habe das Geschäft im März an Schwung gewonnen, teilte der Chemiekonzern weiter mit. An wichtigen Standorten habe die Kapazitätsauslastung wieder zugenommen. Insgesamt hätten im ersten Quartal alle Segmente schwarze Zahlen geschrieben. Dabei verwies BASF auch auf die im vergangenen Jahr eingeleiteten Maßnahmen zur Restrukturierung und Kostensenkung. Ob es nun aber zu einem anhaltenden Aufschwung komme, oder ob lediglich stark verringerte Vorräte aufgefüllt würden, sei noch nicht eindeutig auszumachen. Dabei spiele auch der Ölpreis eine wichtige Rolle, dessen Entwicklung schwer vorauszusagen sei.

Nach Sondereinflüssen war das Ergebnis der Betriebstätigkeit (Ebit) nach BASF-Angaben im ersten Quartal um 3,2 Prozent auf 814 Millionen Euro gestiegen. Analysten hatten im Schnitt mit einem deutlich geringeren Ebit von 615 Millionen Euro gerechnet. Im Vergleich zum vierten Quartal 2001 sei dies eine Steigerung um mehr als 560 Millionen Euro, teilte BASF mit. "Der Ergebnistrend zeigt nach oben", erklärte Konzernchef Strube. Das Ergebnis nach Steuern und Anteilen Dritter stieg ohne Berücksichtigung außerordentlicher Erträge auf 556 Millionen Euro nach 323 Millionen Euro im Jahr zuvor.

Segmente Öl- und Gas sowie Pflanzenschutz und Ernährung schwächer

Der 15-prozentige Rückgang beim Betriebsergebnis vor Sondereinflüssen sei vor allem durch die schwächeren Resultate der Segmente Öl- und Gas sowie Pflanzenschutz und Ernährung bedingt, teilte BASF. Beim Öl- und Gasgeschäft musste BASF im Anfangsquartal einen Rückgang des Betriebsergebnisses vor Sondereinflüssen um annähernd ein Viertel verkraften. Auch Pflanzenschutz und Ernährung verzeichneten einen Ergebnisrückgang von 21,7 Prozent.

Relativ robust zeigte sich der Konzern dagegen im Bereich Chemikalien, dessen Betriebsergebnis vor Sondereinflüssen um 1,8 Prozent zulegte. Das Segment Kunststoffe und Fasern steigerte das bereinigte Ergebnis um 5,4 Prozent. Bei den Veredelungsprodukten sank es dagegen nach BASF-Angaben um acht Prozent.

Außer bei Öl- und Gas sowie Pflanzenschutz und Ernährung hätten sich in den übrigen Segmenten die Restrukturierungen bemerkbar gemacht, hieß es. Die im Vorjahr eingeleiteten Maßnahmen hätten zu geringeren Kosten geführt. Bis Ende 2002 sollen nach BASF-Angaben von der bis 2003 angepeilten Zielsumme bei den Kosteneinsparungen von einer Milliarde Euro bereits 700 Millionen Euro erreicht werden.

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