Europas Nummer zwei sucht direkten Schlagabtausch
Billigflieger Ryanair nimmt NRW ins Visier

Nach dem Start der beiden neuen deutschen Billigfluglinien Germanwings und Hapag Express-Lloyd vom Flughafen Köln/Bonn aus drängt nach Informationen aus Branchenkreisen auch Konkurrent Ryanair nach Nordrhein-Westfalen.

HB/hz FRANKFURT. Die Nummer zwei in Europa wolle in 2003 mindestens drei bis vier neue Strecken in Deutschland von London aus bedienen, sagte Ryanair-Chef Michael O? Leary in Frankfurt. Details wollte er jedoch nicht nennen. In Branchenkreisen gilt neben Dortmund und Köln/Bonn vor allem der Flugplatz Niederrhein in Weeze-Laarbuch nahe der niederländischen Grenze als aussichtsreicher Kandidat. Die Flughäfen Niederrhein und Köln/Bonn bestätigten auf Anfrage Gespräche mit Ryanair. Die Verhandlungen mit dem Airport Dortmund sind dagegen wegen unterschiedlicher Preisvorstellungen ins Stocken geraten, hieß es.

Ryanair lockt nach Meinung von Experten vor allem die Nähe zu den neuen Konkurrenten, die den Iren im bevölkerungsreichsten Bundesland Passagiere streitig machen. Einen Monat nachdem der Lufthansa-Kooperationspartner Germanwings den Betrieb aufgenommen hat, startete diese Woche auch die Tui-Tochter Hapag Lloyd Express - als neuer Wettbewerber der Iren in Köln/Bonn den Flugbetrieb. Ryanair startet hier zu Lande bisher von Lübeck, Hahn im Hunsrück sowie von Friedrichshafen aus. Doch auch O?Leary will im deutschen Markt weiter wachsen. Es gebe sogar eine 50 % Chance, dass der Billigflieger neben Hahn noch ein zweites Drehkreuz in Deutschland aufbaue, sagte der Ryanair-Chef. Zwei der vier Flughäfen, die dafür noch in der Endauswahl in Europa seien, lägen in Deutschland. Die Iren wollen Anfang Januar 2003 die neue Basis verkünden. Experten räumen allerdings Skandinavien die besten Chancen ein. Derzeit hat Ryanair mit Charleroi bei Brüssel, Hahn bei Frankfurt sowie Bergamo nördlich von Mailand drei Drehkreuze auf dem europäischen Festland eingerichtet.

O?Leary kündigte zudem vom Februar 2003 eine neue Verbindung vom Flughafen Hahn ins schwedische Göteborg an. Zugleich eröffnete Ryanair eine neue Preisrunde im Kampf der Billigflieger und offeriert in Hahn als Werbegag eine beschränkte Zahl an Tickets für 50 Cent, nachdem Germanwings für den Nikolaustag ein Angebot über einen Euro machte.

Quelle: Handelsblatt

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