EuroStoxx50-Index nähert sich dem September-Tief aus 2001
Europas Börsen auf Neun-Monats-Tief

Zürich, Paris, Madrid - wo man auch hinschaut, fallen am Montag die Aktienkurse. Die europäischen Börsen haben am Montag den tiefsten Stand der vergangenen neun Monate erreicht. Der DJ-Stoxx50-Index verlor 3,03 Prozent auf 2882,6 Punkte.



Reuters FRANKFURT. Händler erklärten, die Anleger hätten Aktien von Export-Unternehmen verkauft, die unter dem anziehenden Euro leiden. Da die meisten grossen europäischen Unternehmen Exporteure seien, wirke sich ein nachgebender Dollar negativ aus. Auch Finanztitel, die unter den schwachen Aktienmärkten leiden, sowie Aktien von Unternehmen, die in Brasilien engagiert sind, seien verkauft worden.

Unter den Standardwerten verzeichneten aber Vivendi Universal die stärksten Verluste. Die Titel des französischen Medienkonzerns verloren 23,3 Prozent. Händler verwiesen auf Spekulationen um eine mögliche Bonitäts-Rückstufung und Gerüchte, die Aktienplatzierung laufe weniger gut als erwartet. Neben den Medientiteln verloren auch die Technologie- und Finanzsektoren über fünf Prozent. Die Technologie-Titel Ericsson, Nokia und SAP brachen rund neun Prozent ein. Bei den Finanzwerten fielen CS Group mit minus 11,4 Prozent und Zurich Financiel Services mit acht Prozent Abschlag auf. Händler verwiesen auf Sorgen, dass die schwachen Aktienmärkte das Ergebnis der Versicherer belasten könnten.

LONDON - Die Börse London schloss am Montag auf einem neuen Neun-Monatetief. Der FTSE-100-Index verlor 1,38 Prozent auf 4541,9 Zähler. Druck kam von schwächeren Medien- und Bankwerten. Belastet haben auch wieder aufflammende Sorgen um die Unternehmensergebnisse und die Erholung der US-Wirtschaft. Nach der Bekanntgabe geringerer Einnahmen in den vergangenen fünf Monaten gaben die Titel des Werbekonzerns WPP um 6,5 Prozent nach und zogen damit auch andere Medienaktien nach unten. Reuters verbilligten sich um 2,2 Prozent. Schwächer waren auch Bankwerte wie Barclays, Lloyds TSB oder HSBC. Die Aktien büssten zwischen 1,4 und 2,2 Prozent ein. Und auch die Pharmawerte GlaxoSmithKline und AstraZeneca büssten über zwei Prozent ein. Vergleichsweise moderat waren die Abschläge bei den Ölwerten BP und Shell.

ZÜRICH - Die Schweizer Aktien bauten im Verlauf ihre Verluste aus und schlossen deutlich schwächer. Der Blue Chip-Index SMI brach 3,41 Prozent auf 5594,2 Punkte ein. Neben dem schwachen internationalen Börsenumfeld wurden die Schweizer Titel auch von spezifischen negativen Faktoren aus dem Inland belastet, hiess es. "Vieles ist auch hausgemacht," sagte ein Händler und verwies auf die negative Wochenendpresse etwa bei den Versicherungen oder die neuen Meldungen um CS Group-Chef Lukas Mühlemann. Finanzwerte wie CS, Zurich oder Rentenanstalt führten dann auch die Verliererliste an. Mehrheitlich im Minus lagen auch die zyklischen Aktien; ABB, Adecco, Richemont oder Swatch verloren zum Teil deutlich.

PARIS - Belastet durch die Rückstufung von France Telecom und Abgaben bei Vivendi Universal notierte die Pariser Börse schwächer. Der CAC-40-Index lag 3,43 Prozent im Minus bei 3669,2 Punkten. Die Ratingagentur Moodys stufte die Verbindlichkeiten von France Telecom zurück. France Telecom büssten über 16 Prozent ein. Unter Druck standen auch die Titel der Tochtergesellschaft Orange, die 10,8 Prozent fielen. Bei Vivendi Universal verwiesen Händler auf Sorgen um die angespannte finanzielle Situation. Tiefer aus dem Handel gingen auch die Indexschwergewichte BNP Paribas und Societe Generale.

BENELUX - Angeführt von Kursabgaben bei Finanzwerten notierten die Börsen Amsterdam und Brüssel markant schwächer. Der AEX-Index fiel 2,94 Prozent auf 410,7 Punkte, während der Brüsseler Bel20-Index 2,43 Prozent auf 2402,1 Zähler absackte. Fortis büssten in Amsterdam und Brüssel über vier Prozent ein. In Amsterdam waren die Titel des Finanzkonzerns ING 5,4 Prozent tiefer und ABN Amro sanken 2,8 Prozent.

MAILAND - Der Mib30-Index verlor 2,9 Prozent auf 26.803 Punkte. Druck kam von Fiat, IntesaBci und Pirelli. Händler verwiesen auf Ängste in Zusammenhang mit der hohen Verschuldung Brasiliens. Deutlich im Minus lagen auch die Aktien von Banca Nazionale del Lavoro.

MADRID - Der Ibex-35-Index verlor vier Prozent auf 6651,4 Zähler. Titel von Unternehmen mit grösserem Engagement in Brasilien wie Telefonica oder Bank Santander Central Hispano wurden abgestossen. Telefonica verbilligten sich um 6,2 Prozent, während Santander gar 6,4 einbüssten. Die Valoren des Elektrizitätskonzerns Endesa gaben 4,7 Prozent nach.

SKANDINAVIEN - Der DJ StoxxNordic-Index der skandinavische Aktienmärkte fiel 3,5 Prozent auf 254,7 Punkte. Unter Druck standem Technologiewerte. Nokia büssten 8,4 Prozent ein und die Titel von Konkurrent Ericsson sackten neun Prozent ab. Kursabgaben mussten auch die Telekomanbieter Telia und Sonera hinnehmen.

WIEN - Auch der Wiener ATX-Index notierte 0,65 Prozent im Minus bei 1234,9 Zählern. Unter Druck standen VA Tech, die 5,86 Prozent auf 24,25 Euro nachgaben und Wienerberger, die 3,89 Prozent verloren. Bei beiden Titeln wurden von Händlern charttechnische Gründe angeführt.

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