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Eurotunnel rechnet bis Ende 2005 mit schwieriger Kassenlage

Die hoch verschuldete Betreibergesellschaft des Ärmelkanaltunnels Eurotunnel rechnet bis Ende 2005 mit einer schwierigen Kassenlage. Die Finanzstruktur des Konzerns bleibe heikel, sagte Unternehmenschef Jean-Louis Raymond am Freitag. Eurotunnel muss seinen Gläubigerbanken bis 31.

dpa-afx PARIS. Die hoch verschuldete Betreibergesellschaft des Ärmelkanaltunnels Eurotunnel rechnet bis Ende 2005 mit einer schwierigen Kassenlage. Die Finanzstruktur des Konzerns bleibe heikel, sagte Unternehmenschef Jean-Louis Raymond am Freitag. Eurotunnel muss seinen Gläubigerbanken bis 31. Oktober seinen Drei-Jahres-Plan bis 2007 vorlegen. Das Unternehmen befindet sich in Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern über einen Stellenabbau.

In einer Mitteilung an die Londoner Börse hieß es, der Drei-Jahres-Plan sehe bis 2007 eine Verbesserung von 100 Mill. Euro beim operativen Ergebnis gegenüber 2004 vor. Stellenstreichungen seien unvermeidlich. Ein Vertreter der französischen Gewerkschaft CGT sagte, er erwarte die Entlassung von "mindestens 500 Leuten" in den kommenden Monaten. Derzeit hat Eurotunnel in Großbritannien und Frankreich 3 000 Mitarbeiter.

'Project Dare'

Das neue Management hatte einen Plan unter der Bezeichnung "Project Dare" ausgearbeitet, um mit den Herausforderungen des hohen Schuldenbergs von zehn Mrd. Euro fertig zu werden. Eurotunnel sieht die Möglichkeit einer Zahlungsunfähigkeit im Jahr 2006, falls die Banken sich einer Umschuldung verweigern.

Das "Projekt Dare" sieht nach den Worten Raymonds eine zweifache Neuorientierung der Unternehmensstrategie vor. Zum einen müssten die Transportkapazitäten dem Bedarf angepasst werden und zum anderen müssten die Kosten gesenkt werden. Die hohen Zinszahlungen seien weiterhin eine erhebliche Belastung der Bilanz.

Positive Effekte Erst 2006

Selbst bei einer vollen Umsetzung der Maßnahmen des "Projektes Dare" bleibe die Cash-Flow-Position bis Ende 2005 heikel, sagte Raymnond. Erst im Anschluss würden die positiven Effekte in vollem Umfang spürbar.

Zu den Problemen, die auf das Unternehmen in den nächsten Jahren zukommen, gehören das Ende der so genannten Stabilisierungsphase im Dezember 2005, das Auslaufen der Garantiepreise für den Eisenbahnverkehr im November 2006 und der Beginn der Zahlungen für nachrangige Schuldverschreibungen im Jahr 2007.

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