Eurozone verdient starke Währung
Euro-Finanzminister beraten Euro-Entwicklung

Reuters VERSAILLES. Mit Aufrufen, den Euro aufzuwerten, haben die Finanzminister der Euroländer am Freitag ihre Beratungen in Versailles aufgenommen. Österreichs Finanzminister Karl-Heinz Grasser schloss zum Aufakt des Treffens auch eine Intervention zugunsten der Gemeinschaftswährung nicht aus. Diese müsse aber zum richtigen Zeitpunkt erfolgen, sagte Grasseer. Die Finanzmärkte sollten wissen, dass zum richtigen Zeitpunkt interveniert werden könnte. Der luxemburgische Misterpräsident und Finanzminister Jean-Claude Juncker sagte, Interventionen seien ein Mittel. Es müssten aber auch bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein, damit diese auch wirksam seien.

Grasser sagte, von dem Treffen müsse die Botschaft ausgehen, dass der Euro unterbewertet sei, und die Minister einen starken Euro sehen wollten.

Die Gemeinschaftswährung hatte in den letzten Tagen immer neue Tiefststände gegenüber dem $ erreicht. Am Abend notierte die Gemeinschaftswährung mit Kursen um 086,57 $ nur wenig über ihrem in New York markierten Tagestief. Juncker sagte, die Eurozone sei ein starker Wirtschaftzsraum, der auch eine nach außen starke Währung brauche. "Dies hat sie zur Zeit nicht, sie verdient sie aber". Juncker räumte zugleich Defizite bei der Außendarstelung der Eurogruppe ein. Die Minister müsstem "mit gleichem Zungenschlag "die wirtschaftliche Lage in Europa beschreiben. Nötig sei ein "ausgwogenes Euro-Marketing". "daran fehlt es uns", fügte Juncker hinzu.

Auch Beratungen über steigende Ölpreise

Neben der Entwicklung des Euro wollten die Minister auch über die steigenden Ölpreise beraten. Grasser nannte die Ölpreisentwicklung, die in dieser Woche einen 10-Jahres-Höchststand erreicht hatten, "nicht akzeptabel". Es müsse eine gemeinsame Intervention von EU und USA bei der OPEC geben, um den Ölpreis zu drücken. Er selbst wolle mit der in Wien beheimateten OPEC Gespräche aufnehmen.

Bundesfinanzministrer Hans Euichel und sein französischer Kollegen Laurent Fabius, der derzeit den Vorsitz der Euro-Gruppe innehat, äußerten sich bei ihren Eintreffen nicht. Fabius wollte aber zum Abschluss des Treffens der Euro Finanzminister am Abend eine Pressekonferenz geben. Grasser kündigte bereits an, dass es eine Erklärung zum Euro geben werde.

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