Evakuierung nötig
Neue Flutkatastrophe in Mosambik befürchtet

dpa MAPUTO. Ein Jahr nach der Jahrhundert-Flut in Mosambik befürchten die Behörden eine neue Hochwasser-Katastrophe. Der Sambesi bedroht an seinem Unterlauf in der Mitte des Landes die Stadt Marromeu mit 41 000 Einwohnern. Nach Angaben der Behörden müssten 8 000 bis 10 000 von ihnen schnellstens in Sicherheit gebracht werden, da neue Flutwellen den Ort binnen weniger Tage erreichen könnten. Insgesamt müssten dort 24 000 Menschen ihre Häuser verlassen, sagte Silvano Langa, Direktor des Nationalen Instituts für Katastrophen-Management (INGC). Auf der anderen Seite des Flusses, im Distrikt Luabo, müssten vermutlich 50 000 Menschen in Sicherheit gebracht werden.

Der Sambesi ist in den vergangenen Wochen durch lang andauernde Regenfälle und durch Wassermassen, die aus Sambia und Simbabwe kamen, stark angeschwollen und stellenweise bis zu 15 Kilometer weit über die Ufer getreten. Da der Stausee am Cahora Bassa Kraftwerk fast voll ist, mussten am Wochenende mehrere Schleusen geöffnet werden, wodurch der Fluss weiter anschwellen wird. Am Sonntag ergossen sich 7 000 bis 7 500 Kubikmeter Wasser pro Sekunde aus dem Stausee. Das waren 50 % mehr als noch vor vier Tagen.

Vor einem Jahr hatte vor allem der südliche Teil Mosambiks unter einer verheerenden Flutkatastrophe zu leiden, 700 Menschen kamen ums Leben und Millionenwerte wurden vernichtet. Diesmal hat es die zentralen Provinzen Zambezia, Sofala, Tete und Manica getroffen. Mehr als 40 Menschen sind bereits ertrunken, mehr als 70 000 Menschen wurden obdachlos und bei Evakuierungen wurden bisher etwa 15 000 Menschen gerettet.

Eine Entspannung der Lage ist bislang nicht in Sicht. Die Regierung in Maputo hat Südafrika inzwischen gebeten, wie im Vorjahr Hubschrauber für Hilfsaktionen zu entsenden, da zahlreiche Brücken weggerissen und wichtige Verbindungsstraßen überflutet sind. Deshalb können viele Hochwasser-Opfer nur noch mit Hubschraubern erreicht und versorgt werden. Bisher sind aber nur drei Hubschrauber und rund 200 Boote für Hilfsaktionen im Einsatz.

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