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EVCA: Europäischer Beteiligungsmarkt 2003: Vertrauen der Investoren kehrt zurück

Die European Private Equity & Venture Capital Association (EVCA) verzeichnet bei Bekanntgabe der ...

Die European Private Equity & Venture Capital Association (EVCA) verzeichnet bei Bekanntgabe der vorläufigen Jahreszahlen 2003 einen starken Aufwärtstrend vor allem in der zweiten Jahreshälfte. Der EVCA-Vorsitzende Jean-Bernard Schmidt erklärte auf der Pressekonferenz am 10. 3. 2004 im Rahmen der 6. EVCA International Investors Conference in Genf, dass die Zuversicht der Investoren spürbar zurückkehre.
Die Fundraising-Aktivitäten in Europa stiegen 2003 leicht auf 27,7 Mrd. €; die Investitionen erreichten ein Volumen von 23,1 Mrd. € mit starker Entwicklung im dritten und vierten Quartal. Zugleich gingen die Totalverluste gegenüber 2002 um 55,6% zurück. Eine Fortsetzung dieser positiven Entwicklung erwartet die europäische Private Equity-Branche auch für das Jahr 2004.
Die vorläufigen Zahlen zu den Aktivitäten in Fundraising, Investitionen und Divestments im Jahre 2003 werden im Auftrag der EVCA von Thomson Venture Economics und PricewaterhouseCoopers erhoben. Eingeflossen sind die Angaben von 1617 Private Equity- und Venture Capital-Unternehmen (auch Nicht-EVCA-Mitgliedern) aus 28 europäischen Ländern. Aus der jährlichen Befragung resultiert einer der zuverlässigsten und aussagekräftigsten Indizes zur Entwicklung der europäischen Private Equity-Branche.
Darüber hinaus zeigen schon die ersten Ergebnisse aus 2004 (1. Quartal) - zahlreiche Investments und Exits auf allen größeren europäischen Märkten - dass der Markt auch in diesem Jahr weiter an Fahrt aufnehmen wird. Mit der anhaltenden Diskussion um die Bildung einer stärkeren Unternehmens- und Gründerkultur in Europa bleibt auch die Bereitstellung von Beteiligungskapital (Private Equity) von zentraler Bedeutung. Private Equity-Gesellschaften haben in den letzten 10 Jahren rund 177 Mrd. €in wachstumsorientierte Unternehmen in ganz Europa investiert. Mit 27,7 Mrd. € ist ein leichter Anstieg des eingeworbenen Kapitals gegenüber 2002 (27,5 Mrd. €) zu verzeichnen.
Wie die von der EVCA erhobenen Quartalszahlen zeigen, wurden davon 69% allein im dritten und vierten Quartal 2003 von unabhängigen Fonds eingeworben, 24% entfielen auf unternehmenseigene Fonds. Die Kapitalbeschaffung erfolgte mehrheitlich für Later Stage- und Buyout-Vorhaben. 2003 war damit das drittbeste Jahr im europäischen Fundraising seit 1990.
Ebenso wie beim Fundraising fielen auch die Investitionsaktivitäten in der ersten Jahreshälfte schwächer aus und senkten somit die Zahlen des Gesamtjahres. Die vorläufigen Private Equity-Investitionen in Europa betrugen 23,1 Mrd. € (2002: 27,6 Mrd. €). Mit insgesamt 67% wurde der Löwenanteil in Buyouts getätigt; 21% entfielen auf Expansions-, 7% auf Early Stage-Finanzierungen und 5% auf Replacement-Investitionen.
Eine erfreuliche Entwicklung verzeichnet die EVCA auch bei den Divestments 2003: Insgesamt betrugen diese 9,5 Mrd. € (2002: 10,7 Mrd. €). Trade Sales mit sog. Secondary Buyouts (Veräußerung eines Unternehmens aus einem Private Equity-Portfolio an eine andere Private Equity-Gesellschaft) dominierten das Bild. Diese Aktivitäten nehmen in den größeren europäischen Märkten einen wachsenden Anteil ein.
Das Volumen der Totalverluste dagegen sank um 55,6% auf 1,4 Mrd. € (2002: 3,2 Mrd. €). Diese Entwicklung beurteilt der Branchenverband EVCA als wichtigsten Wegweiser für 2004. Während sich an den Aktienmärkten die Anzeichen der Erholung mehren, blieben Börsengänge als Exit-Weg für den Großteil der Investoren 2003 noch verschlossen. Aufgrund positiver Entwicklungen Anfang 2004 rechnet die EVCA aber mit einer Rückkehr der IPO-Aktivitäten in 2004. Erste IPOs und Trade Sales hätten bereits im ersten Quartal 2004 stattgefunden, weitere seien für das zweite Quartal geplant.

Quelle: FINANZ BETRIEB, 11.03.2004

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